Parallelschaltung SmartyArray?

Haben Sie produktspezifische Fragen ?

Moderator: T.Hoffmann

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Tobi7185
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Do, 08.03.12, 14:49

Hallo,
ich habe mal wieder eine Frage an die eingefleischten Profis:

nachdem ein erster kleiner Test erfolgreich verlief, möchte ich nun eine komplette Raumbeleuchtung mit dem "LED SmartArray, 12x Nichia LED, 6W warmweiß" gestalten.

Zur Anwendung sollen dann 8 dieser Arrays kommen. Macht zusammen über 4000Lm, das sollte ordentlich sein! 8)

In Reihenschaltung kämen die dann aber auf stolze 76,8 Volt bei 700mA.
EINE Konstantstromquelle die das schafft, gibt es wohl nicht...(oder etwa doch?)

Von daher dachte ich mir eine gemischte Schaltung: 4 Arrays in Reihe, davon 2 Stränge parallel.
Dann könnte ich eine 1400mA KSQ nehmen, und käme dann pro Strang auf 38,4 V. Das passt problemlos!

Nun steht aber im Datenblatt der Arrays, dass sie auf gar keinen Fall parallel betrieben werden sollen...?!
Allerdings sind die LEDs im Array intern ja auch mehrfach parallel geschaltet... wo ist also das Problem?

Klar weiß ich, dass ein Parallel-Betrieb bei Halbleitern nicht die eleganteste Vorgehensweise ist, aber die Mulitchips und Arrays sind ja häufig selbst schon parallel verdrahtet. So schlimm kann das doch also gar nicht sein.

Liegt es vielleicht einfach nur daran, dass die SmartyArrays ja besonders für gewerbliche Beleuchtungszwecke angepriesen werden? Schließlich würde bei Ausfall eines Stranges, der andere Strang plötzlich die doppelte Strommenge abbekommen und dabei wohl oder übel auch draufgehen. Für gewerbliche Anwendungen, in denen hunderte der Arrays verbaut sind, ist das sicherlich schlecht...aber im privatbereich hält sich das doch in Grenzen....

Bin gespannt auf eure Meinungen!
Borax
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Do, 08.03.12, 16:02

Schließlich würde bei Ausfall eines Stranges, der andere Strang plötzlich die doppelte Strommenge abbekommen und dabei wohl oder übel auch draufgehen.
Genau das ist der Grund. Wenn Du mit diesem Risiko leben kannst/willst, spricht nichts gegen die Parallelschaltung. Du musst halt insbesondere beim Aufbauen/Testen peinlich genau darauf achten, dass alles sauber verlötet ist (lieber drei mal kontrollieren und nachmessen!), weil sonst reicht ein schlechter Kontakt und das oben beschriebene passiert auch. Ferner könnte es sein, dass Du Arrays aus verschiedenen Chargen bekommst. Die haben dann ggf. auch unterschiedliche Spannungen, was dazu führt, dass in der Parallelschaltung ein Strang heller ist. Bei 2x4 Stück kann man das aber vorher austesten und 'passend' zusammenstellen.
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Achim H
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Do, 08.03.12, 18:21

In Reihenschaltung kämen die dann aber auf stolze 76,8 Volt bei 700mA.
EINE Konstantstromquelle die das schafft, gibt es wohl nicht...(oder etwa doch?)
Doch, gibt es. Und zwar von XpPower.
Preislich gesehen fährst Du aber besser, daraus 2 Stränge a 4 Arrays in Reihe zu machen und diese mit 2 Konstantstromquellen anzutreiben.

DLA75PS700-A (75 Watt)
Ausgangspannungsbereich: 54 bis 108V @ 700mA konstant.
Kostenpunkt (HBE-Shop): 124,03 EUR (inkl. Versandkosten)

Falls Du mal erweitern möchtest.
DLA120PS700-A: 103 - 171V @ 700mA konstant (120 Watt)
DLA150PS700-A: 128 - 214V @ 700mA konstant (150 Watt)

Die Firma produziert Konstantstromquellen bis 5950mA (max. 150 Watt).
Nach einem Preis frag besser nicht. - teuer.
Tobi7185
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Do, 08.03.12, 20:04

Wow, die xppower ksqs sind ja wahnsinn!
Schade, dass sie auch wahnsinnig teuer sind...

Wenn also die ausfallsicherheit das einzige Problem ist, find ich es nicht so wild.
(ist ja ähnlich im pc-bereich, wenn man einen raid-festplatten-verbund macht. Es kommt halt drauf an, wie ausfallsicher das ganze sein muss...)
Oder ist die Möglichkeit der unterschiedlichen Helligkeiten, unterschiedlichen Temperaturen, usw. so enorm, dass das auch ein echtes Problem ist?

Könnte man nicht auch einfach ne flinke 0,8A Sicherung in jeden Strang integrieren und somit die Zerstörung verhindern, wenn der jeweils andere Strang ausfällt?
Z.b. sowas hier: Sicherung
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Do, 08.03.12, 21:31

Das sollte theoretisch funktionieren. Sprich: in ähnlichen Anwendungen funktioniert es genau so.
Tobi7185
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Fr, 09.03.12, 07:44

Sind bei ner KSQ Anschalt- odet Abschaltstromspitzen zu erwarten, sodass ich die sicherung lieber auf 1A auslegen sollte, oder ist 0,8A in ordnung?
Strumboe
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Fr, 09.03.12, 08:19

Moin.

Ich gebe hier mal zu Bedenken, dass du dich dann mit dieser KSQ auch super aus dem Bereich der Schutzkleinspannung verabschiedet hast und du Berührungsschutz etc. nach VDE0100 einhalten musst.

Daher macht eine Aufteilung in mehrere Linien schon Sinn.

Gruß
Loong

Fr, 09.03.12, 11:35

Tobi7185 hat geschrieben:Wow, die xppower ksqs sind ja wahnsinn!
Schade, dass sie auch wahnsinnig teuer sind...
Es gibt mit den Philips Xitanium bedeutend günstigere Alternativen, z. B. das da, das ich in der dimmbaren Version im Einsatz habe.

Übrigens reicht der Berich der Schutzkleinspannung bis 120 Volt (kann der geneigte Leser selber in der DIN EN 50187 nachlesen) und wenn ich mir ansehe, daß im Shopbereich des Forenbetreibers Netzteile mit offenen 230-V-Klemmen angeboten werden, die von elektrotechnischen Laien entsprechen der einschlägigen Vorschriften eigentlich gar nicht eingesetzt werden dürfen, dann würde ich mal 5 gerade sein und mir wegen der Schutzkleinspannung keine grauen Haare wachsen lassen.
Tobi7185
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Fr, 09.03.12, 14:01

ui, die philips xitanium sind ja echt interessant...mal im auge behalten!

der hinweis mit der hohen Spannung ist sicherlich zutreffend. aber wie loong richtig gesagt hat, sind wir da immer noch im bereich der schutzkleinspannungen.

Nichtsdesotrotz sollte man in diesen Leistungsklassen natürlich wissen was man tut...

so, dann vielen Dank erstmal, meine Fragen wären vorerst geklärt!
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Achim H
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Fr, 09.03.12, 16:28

Und vor allem bezahlbar. 5 Sternchen.

Nachtrag:
Laut Registrierung (habe einfach mal draufgeklickt) verkaufen die auch an Privat. Habe mich gleich mal angemeldet.
Loong

Fr, 09.03.12, 17:13

Ja, tun sie, ich habe inzwischen mehrmals bei Future Electronics bestellt.
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