LED als Blitzbeleuchtung

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Moderator: T.Hoffmann

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Hotel Papa
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Registriert: Fr, 07.10.16, 15:31

Fr, 07.10.16, 15:50

Hallo in die Runde, bin neu hier.

Ich habe eine technische Anwendung, die zur Zeit mit NICHIA CoB Serie 60 oder 66 mit Dauerlicht gelöst ist. Es werden mit einer Kamera getriggert einige 10 Bilder pro Sekunde geschossen, die nachher automatisch ausgewertet werden. Damit diese Auswertung gut funktioniert, muss der Kontrast der Bilder gut und die Ausleuchtung möglichst hell und gleichmässig sein. Leider ist heute weder das eine noch das andere wirklich gut gegeben:

Die Kamera bildet von den Hochkontrastteilen des Bildes Artefakte in der Art von "Kometenschweifen" ab. Sieht ein Bisschen aus wie Bewegungsunschärfe, ist dafür aber viel zu lang; kommt wohl vom elektischen "Verschluss" der Kamera (Der Chip wird nicht wirklich abgedeckt, sondern zeitlich scharf ausgelesen.)

Ausleuchtung dürfte besser, d.h. die LED heller sein.

Zur Zeit hängen zwei LEDs parallel an einem Labornetzteil, das Konstantstrom treibt. Sie sind thermisch so gut identisch montiert (auf separaten ventilatorgekühlten Kühlkörpern), dass bisher durch die Parallelschaltung keine Nachteile ersichtlich waren.


Ich habe mir jetzt überlegt, die nächsthellere LED auf dem gleichen Board (121, IIRC) einzusetzen. Um thermisch auf der sicheren Seite zu bleiben, und gleichzeitig das "Kometenschweif-Phänomen" in den Griff zu bekommen, möchte ich die LED im Pulsbetrieb betreiben. Nun ist so eine LED ja eigentlich eine Fluoreszenzlampe. Ist der Anstieg der Lichtleistung schnell genug, dass ich sie parallel mit der Kamera triggern kann, oder ist es nötig, da ein Verzögerungsglied zwischenzuschalten?

Eigentlich möchte ich ganz gern je LED eine KSQ einsetzen, die dann natürlich einen EIN/AUS eingang für das Triggersignal benötigt. Nett wäre auch, wenn ich in der Testphase die Lichtleistung noch variieren könnte. Habt Ihr da eine Empfehlung für eine möglichst günstige KSQ? (Ich benötige 4, es gibt zwei Kamerastationen.)
Borax
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Fr, 07.10.16, 16:00

Hallo Hotel Papa,
welcome on board!
Nun ist so eine LED ja eigentlich eine Fluoreszenzlampe. Ist der Anstieg der Lichtleistung schnell genug, dass ich sie parallel mit der Kamera triggern kann, oder ist es nötig, da ein Verzögerungsglied zwischenzuschalten?
Nein. Der Anstieg der Lichtleistung in der LED ist schnell genug (da ist eher die Ansteuerungselektronik das Problem). Auch die Relaxationszeit liegt unterhalb einer µS. Sonst könnte man mit LEDs nicht hochfrequent Daten übertragen (was aber gemacht wird ;) z.B.: http://www.pro-physik.de/details/news/1 ... ragen.html ).
Eigentlich möchte ich ganz gern je LED eine KSQ einsetzen...
Die sind eher zu lahm. Jedenfalls wenn es getaktete KSQs sind. Was aber möglich wäre sind einfache 2-Transistor-KSQs. Siehe hier: viewtopic.php?f=31&t=7920 . Mit einem Leistungstransistor (z.B. BD239C https://www.reichelt.de/BD-Transistoren ... nr=BD+239C) kann man so auch große Leistungen recht schnell schalten und hat trotzdem eine Strombegrenzung. Auch noch wichtig: viewtopic.php?f=35&t=18493
Am schnellsten schalten lässt es sich aber mit Leistungstransistor und nur LED + Vorwiderstand.
Hotel Papa
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Mo, 10.10.16, 08:29

Hallo Borax

Vielen Dank für die erschöpfende Auskunft.

Hm. Ein Elektronikprojekt mit Board und allem hatte ich daraus jetzt eigentlich nicht machen wollen. (Bin Masch.Ing. und habe bisher nur im Hobbbybereich ein Bisschen mit Elektronik heumgespielt.) Da KSQs z.T. ja auch mit Ein/Aus Eingängen kommen, die auch per Pulsweitenmodulation zum Dimmen eingesetzt werden können, werde ich es zunächst einmal damit versuchen. Zeigt sich ja dann, ab die Beleuchtung schnell genug zuschaltet. Dass es nicht die Trägheit der Fluoreszenz ist, weiss ich jetzt zumindest :)
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