hier mal wieder eine Bastelarbeit von mir...
Unsere Küche ist klein und lang und wird bislang nur von zwei 20 W-Halogenlampen
beleuchtet, die sich in der Dunstabzugshaube über dem Herd befinden. Rechts und Links
sind Hängeschränke, daneben eine Spüle.
Idee: Unter die Hängeschränke, unter die Dunstabzugshaube und über die Spüle kommen
sechs Aluleisten á 60 cm, gefüllt mit Nichia SuperFlux Raijin, 50/50 weiß/warmweiß, 15
Stück pro 60 cm, also 90 insgesamt auf 3,60 Meter. Die gesamte Beleuchtung soll nach
wie vor über den Schalter der Dunstabzugshaube geschaltet werden, dort soll auch noch
ein Dimmer integriert werden. Nun denn...
Das ganze soll super günstig werden, nicht weil wir uns fertige LED-Leisten oder die
teuren Aluschienen nicht leisten könnten, sondern weil ich ein DIY-Enthusiast bin, der
für sein Leben gerne bastelt, improvisiert und dabei oft Reste, Müll oder Fundsachen
verarbeitet.
Zuerst die Aluleisten. Da gibt es im Baumarkt einfache U-Profile 15 x 15 mm für rund
3 Euro pro Meter. Es gibt aber auch Industrieware für 1.20 Euro die nicht für den Wohnraum
geeignet ist, weil sie von sichtbaren Längsstreifen durchzogen und von Macken übersäht sind.
Hier mal ein kleines Stück davon...

Der Preisunterschied ergibt sich aus dem eingesparten Vorgang des Schleifens, der aber mit
einem sogenannten Schleifgummi leicht und schnell nachträglich selbst ausgeführt werden kann...

Und schon ist die Leiste perfekt, sauber und optisch ansprechend. Nachdem ich die Leisten
auf die nötigen Längen gesägt habe, schleife ich sie sorgfältig und schütze diese Fläche dann
mit DC-Fix-Resten. Für die Abschlüsse rechts und links...

... habe ich im Baumarkt diese Abschluss-Stopfen gefunden, die 15 x 20 mm groß sind. Mit einem
Skalpell kürze ich diese Stopfen auf 15 mm Höhe und schneide auch eine Kerbe in den oberen Rand.
Die nun offene Seite wird später nicht zu sehen sein, da sie nach oben zur Unterseite der Hängeschränke
zeigt. Die Dinger kosten übrigens 10 Cent, da darf man sich auch mal verschneiden

Die Leisten sollen nach unten natürlich nicht offen bleiben, weil sich sonst Dreck und Fett auf die
LED legt, sie müssen auch mit einem feuchten Lappen abwischbar sein. Dazu habe ich transparentes
Weich-PVC benutzt, knapp 3 mm stark und als Rolle mal auf dem Sperrmüll gefunden. Gibt es aber
auch preiswert im Laden. Ich schneide mir daraus Streifen, die gut einen halben Millimeter breiter
sind, als die Öffnung der U-Profile. Dadurch lässt sich der Streifen unter Druck in die Leiste pressen
und sitzt dicht und fest. Leider sitzt der Streifen nie wirklich plan, weil er natürlich weiter in die
Leiste rutsch und sich dabei auch schräg stellt. Dieses Problem löse ich sehr einfach, indem ich auf
beiden Seiten einen Streifen Papier in die Leisten klebe. Dieser lässt nach oben zur Kante genau drei
mm Platz und verhindert das Durchrutschen des PVC-Streifens...

Hier das Teststück mit dem ich das alles vorher probiert hatte. Das PVC klemmt fest in der Leiste,
die Stopfen schliessen das Ganze bündig ab, und dienen teilweise auch als Kabeldurchführung.
Pro Meter kostet mich die ganze Choose alberne 1.92 Euro pro Meter. Die tatsächlichen Leisten sind
natürlich sauberer gearbeitet und gereinigt, sehen nicht so wie dieses Teststück aus

Auf den Fotos ist das leider alles nicht so im Detail zu erkennen, aber rein optisch ist das recht
gelungen. Das Licht ist wunderbar, nicht zu weiß, nicht zu gelb, lediglich in den Spiegelungen ist
der Farbwechsel zu erkennen, was aber nicht schlecht aussieht. Aufgrund der Menge der LED
bilden sich keine Schattenfächer, die Beleuchtung ist sehr angenehm diffus und weich, fast mit
leichtem Studio-Ambiente.

Hier ein Foto aus vertieften Standpunkt, damit die LED-Punkte mal zu sehen sind. Normalerweise
liegt der Augenhorizont darüber, darunter blenden die LED aber auch nicht. Über der Spüle ist die
Leiste gehängt. Durchgängig an gleicher Position war nicht möglich, weil sich rechts ein Fenster
anschliesst. Oben in der Dunstabzugshaube sieht man übrigens die Achse des Potis.

Ganz links in der Ecke sieht man noch ein Stück des weissen, elektronischen Halogentrafos.
Der wird mit der Taste vorne und über ein Relais mit Netzspannung versorgt. Ich habe ihn abgeklemmt
und statt dessen per Lüsterklemme ein altes Schaltnetzteil angeschlossen. Das hatte ich noch von
einer defekten, externen Festplatte hier rumliegen. Liefert 12.18 Volt bei max. 3 A.
Rechts, mit grüner LED, sieht man den Dimmer. Ein inneres Blech zwang mich dazu, den Dimmer
weiter von der Taste weg einzubauen, als ich wollte, dadurch sieht das nicht ganz wie aus "einem
Guss" aus, aber das ist gerade noch akzeptabel
Man sieht hier, wenn auch schlecht, die LED-Streifen. Wie üblich drucke ich mir auf selbstklebendem
Papier kleine Vorlagen aus, die ich auf Balsaholzstreifen klebe. LED, Widerstände und Kabel kann
man dort einfach durchdrücken. 30 solcher "Stäbchen" mit je drei LED und Vorwiderstand klebe ich
mit Pattex und kleinen Balsa-Füsschen in die Leiste. Um Kurzschlüsse durch das Alu zu verhindern
habe ich vorher noch weisse Moosgummistreifen in die Leisten geklebt. Die Zwischenräume zwischen
den Stäbchen nutze ich für Schraublöcher. Da die Kabel gleich von innerhalb der Leisten in die
Dunstabzugshaube geführt werden, sind von aussen keine Anschlüsse oder Kabel zu sehen.

Hier noch ein Bild mit "Knopf"
Zu den technischen Daten:
90 LED in 30 Reihen á 3 LED mit 47 Ohm Vorwiderstand, 45 Weiß, 45 Warmweiß.
Die LED bekommen knapp 60 mA, was 1758 mA Gesamt bzw. 21.41 Watt Total sind.
Im ganzen kostet das knapp 23 Watt für runde 2000 Lumen. Die Effizienz beträgt
etwas über 93 Lumen pro Watt Total, also inkl. Netzteil. Damit bin ich zufrieden.
Allerdings gibt es auch zwei negative Punkte:
- Der Dimmer pfeift (Art. 95019)! Gerade weil er nun in Gesichtshöhe liegt, nur durch einen
Stahlblechkasten vom Raum getrennt, ist ein hohes Summen/Sirren/Pfeifen zu vernehmen,
wenn es still ist, auch noch auf 2 Meter Abstand. Bei Stellung 0 und 100 ist das Ding still,
dazwischen variiert der Ton in der Höhe. Das ärgert mich sehr und ich weiß noch nicht, ob
ich damit auf Dauer klarkomme - man wird sehen, äh hören.
- Die Farbe der warmweißen Raijin Superflux variiert deutlich. Einige sind gelb, andere
orange, andere rötlich. Ich hatte bislang über 100 von diesen LED, etwa 20(!) davon, was
ein Fünftel(!) ist, unterscheiden sich optisch (farblich) gut sichtbar. Die Konsistenz ist
also lange nicht so gut wie ich mir das wünschen würde und bei den kommenden Projekten
werde ich selber aufwendig selektieren müssen. Bei den weissen gibt es auch Abweichungen,
die sind aber seltener und schwächer - gerade noch so, dass man nicht selektieren muss.
Grüße, Stephan Stoske



