Mi, 25.07.07, 22:20
Halt Halt,
habe ich gehört, habe ich glaube ich gelesen, wenn man es nicht weiß währe es
evtl. besser nichts zu sagen, und schon gar nicht etwas darüber zu schreiben.
Mir hat in früher Kindheit einmal einer gesagt wenn Du die Batterien auf den Herd legst
und warm machst dann werden die wieder voll und sind wieder verwendbar.
Was denkt Ihr was ich kurze Zeit später gemacht habe ? JA Genau das !!
Alle leeren Batterien eingesammelt und auf einen alten E-Herd welcher in
der Garage angeschlossen war gelegt und den dann eingeschaltet.
Natürlich volle Kanne, es solle ja schnell gehen. Das waren noch Zink Kohle Typen,
mann, das hat vielleicht geknallt, auch die Watschen danach !
Nur mal in wirklicher Kurzform die wichtigsten Eigenschaften verschiedener Typen:
(Alles was bereits oben von Luckylu1 beschrieben wird wiederhole ich hier nicht mehr,
es ist absolut richtig und entspricht ansonsten auch meinen Erkenntnissen.)
NiCd Akkus:
Fast unverwüstlich, leider nicht mehr im Verkauf, können bei Bedarf total entleert
werden, Selbstentladung ca. 1% pro Tag, Memory Effekt wird oft aus Marketing
Gründen übertrieben schlecht dargestellt, ist aber nicht so schlecht.
Nach wie vor meine Favoriten, sind noch gut als Restposten zu erhalten.
Bei guter Pflege sind etwa 1.000 Ladezyklen zu erreichen.
Ich habe einige Typen Sanyo Zellen die ca. 8 Jahre alt sind und noch 60%
Ihrer ursprünglichen Kapazität haben. Also immer noch sehr gut verwendbar.
NiMh Akkus:
Höhere Kapazität als NiCd, es gibt einige gute Hersteller, Tiefentladung verkürzt
die Lebensdauer sehr stark bis hin zum nicht mehr zum verwenden.
Speziell bei einigen neuen Typen (z.B.AA mit 2.700mA) teilweise irrsinnig
hohe Selbstentladung, ich hatte schon welche die waren nach 14 Tagen
total leer. Das Problem ist noch nicht gelöst, ein alter AA NiMh mit 800mA z.B. ist
wesentlich besser, insgesamt pflegebedürftiger als NiCd Akkus.
An dem Problem der Selbstentladung wird mit Hochdruck gearbeitet.
Billige Angebote sind meistens echter Schrott.
Bei bester Pflege sind etwa 600 - 800 Ladezyklen zu erreichen.
LiIon / LiPo Akkus:
Noch höhere Kapazität, nur wenige Typen sind Hochstromfähig, einmal unter
die Entladeschluss Spannung gekommen bedeutet TOT für immer.
Laden mit Konstantstrom / Konstantspannung in Kombination, muss sehr genau
erfolgen. Bei Zellenpacken müssen die Zellen einzeln geladen und überwacht werden.
Einfach so laden geht auch, aber nur 1mal, die Akkus brennen sehr gut,
explodieren dabei schon fast. Es gibt einige Videos darüber im Internet, einfach mal suchen lassen.
Laut Herstellerangaben weit über 100 Ladezyklen, konnte ich noch nicht nachvollziehen,
auch nach anderen Quellen ist bereits nach ca. 50 Ladezyklen ein merklicher Abfall
der Kapazität zu messen. Bei Hochstromentnahme noch weniger Zyklen.
Insgesamt zwar ein Typ mit Zukunft, aber sehr Pflegeaufwendig.
Schaut Euch mal ein Datenblatt von so einer LiPo Zelle an, das schaut aus
wie ein Medizinischer Beipackzettel mit allen Nebenwirkungen.
Bleiakku:
Ja, er wird auch noch verwendet, bei einigermaßen guter Pflege hält er bis zu 5 Jahre,
darf nie Tiefentladen werden, ist dann Halbtot, es sind jede Menge unterschiedliche
Ausführung im Handel, ist halt relativ schwer, aber für Stationäre Anwendungen immer
noch eine gute Wahl.
Das ist nur eine grobe und unvollständige Auflistung, für einen ersten Überblick durchaus brauchbar.
Gerade noch eingefallen und gefunden:
Ich hänge hier noch Auszüge aus einem älteren Bericht von mir an. Hier sind noch einige Details
zu Akkus angeführt. Der ist zwar schon etwa älter, aber es ist soweit alles noch gültig sein.
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Ansonsten ist zu den Blei - Gel Akkus noch zu sagen, das der Leistungsverlust bei diesen
Typen oft auch wegen einer einer Austrocknung des Gels bedingt ist. Hohe Lade- und
Entladeströme und Lagerung bei zu hohen Temperaturen führen dazu, es gibt jedoch eine Möglichkeit,
einige Modelle noch zu regenerieren, was in ca. 50% der Fälle erfolgreich ist.
Abhilfe: Bei einigen Typen ist es möglich, die Kappen zu lösen, darunter befindet sich oft ein
Gummistöpsel, welcher eine Funktion als Ventil hat. Also wenn möglich alles abbauen, bis man
freie Sicht zum Gel hat, dann etwas Destilliertes Wasser eintropfen, bis die Oberfläche benetzt ist.
Akku mehrmals laden und entladen ( Auf das Wasser achten, das saugt sich jetzt in das Gel ) und
dabei die Kapazitäten messen, wenn keine Steigerung der Kapazität mehr eintritt, das evtl. noch in
den Zellen vorhandene Wasser entfernen und dann die Stöpsel wieder einsetzen.
Sollten die Stöpsel beschädigt worden sein hat man Pech gehabt, auf gar keinen Fall dann die
Öffnungen irgendwie Wasserdicht verkleben, das ist dann ein kleines Bömbchen.
Es ist zwar nicht zu erwarten, dass es explodiert aber es reicht, wenn im inneren ein Überdruck
entsteht, das Gehäuse irgendwo aufplatzt und das Schwefelsäurehaltige Gel dann rauspfeift.
Jeder, der schon mal damit gearbeitet hat sollte wissen, was die alles anrichten kann.
Im Zweifelsfalle offen lassen, der Akku ist aber dann nicht Lageunabhängig zu verwenden !
Ein Klebeband geht zur Not auch, das ist elastisch genug um keinen Überdruck entstehen zu lassen.
Das ist nur ein Vorschlag, ohne Gewähr und natürlich auf das Risiko des Anwenders !
Ladung und Lagerung:
Bleiakkus aller Art immer sobald wie möglich nach dem Gebrauch wieder aufladen, das erhöht die Lebenszeit
gewaltig. Eine Woche im Schwebezustand bei 60% Ladung oder darunter ist absolut
nicht zu empfehlen, er sollte immer randvoll geladen sein, nur in diesem Zustand wird eine schädliche
Korrosion an den Bleiplatten vermieden.
Original Auszug aus einer Gebrauchsanweisung für einen Solar Blei-Gel Akku von Sonnenschein:
Nach Entladungen, auch Teilentladungen, ist sofort wieder zu laden!
Ladung mit 10% der angegebenen Kapazität, also bei 16Ah mit 1,6 Ampere.
Ladeschlussspannung ist 2,3 Volt pro Zelle, bei Blei - Gel Akkus sollte ab 2,15 Volt pro Zelle der
Ladestrom auf 5% der angegebenen Kapazität runtergefahren werden, um ein gasen der Zelle zu
vermeiden. Das hilft der Lebenszeit des Akkus gewaltig und verhindert ein vorzeitiges altern.
NiCd Akkus sollten immer leer gelagert werden, entladen von Packen zum Beispiel mit Biluxbirnen
solange bis die Lampe aus ist, dann weglegen und lagern.
Laden je nach Typ mit 0,1 - 3 x C, darüber würde ich selbst nicht gehen.
Einige Kollegen laden mit bis zu 5 x C, das ist jedoch aus meiner Sicht zuviel, aber das
sollte jeder nach belieben für sich selbst entscheiden.
Ladeschlussspannung ist 1,45 Volt pro Zelle, bezogen auf 0,1 x C Ladestrom !
NiMh Akkus sollten immer voll geladen gelagert werden, längeres liegen im entladenen Zustand
erzeugt anscheinend eine gröbere Kristaline Struktur am Minuspol und führt zu drastischen Einbussen
bei der Kapazität. Entgegen der früher geäuserten Meinung, NiMh Akkus hätten im Gegensatz zu NiCd
keinen Memoryeffekt musste das in der Zwischenzeit revidiert werden, es ist ein Memoryeffekt bei NiMh
Akkus vorhanden ! Der ist zwar geringer als bei vergleichbaren NiCd Akkus aber er ist vorhanden, also
daher gilt auch für NiMh Akkus das selbige zwischendurch ruhig mal richtig entladen werden sollten aber
unverzüglich danach wieder vollladen !
Das Ladeverfahren ist fast identisch mit den NiCd Akkus, der Delta Peak ist etwas geringer ausgeprägt,
im Normallfall kommt jedoch jeder Lader damit zurecht. Der Ladestrom sollte 2 x C nicht überschreiten,
meine Panasonic 3000 NiMh Zellen lade ich nur mit 1 x C, das erscheint mir schonender, bei 2 x C
werden die trotz Kühlung schon gewaltig heiss.
Das sind nur grobe Informationen zum allgemeinen Gebrauch, für den Interesierten Besucher
empfehle ich unter anderem die Artikel von Dipl. Phys. Heinz Keller sowie von Dipl. Ing. Ludwig Retzbach,
welche in diversen Zeitschriften veröffentlich sind sowie natürlich die Original Datenblätter der Hersteller,
daraus kann man auch viel lernen.
Tadiran Lithium - Mangandioxid Akkus:
Meine Erfahrungen damit sind folgende:
Das Ladeverfahren, nach Diagramm mit Konstantstrom UND Konstantspannung ist in den Griff zu
bekommen, einen kleinen Lader habe ich selbst entwickelt, ist im Prinzip das selbe wie die neuen
Lader für die Kokam Zellen.
Beim kleinen Piccolo Heli beträgt die Stromaufnahme ca. 2,5 Ampere im Flug, das ist an der Grenze
für die 700mA Zellen aber gerade noch erträglich.
Das beschleunigte Ladeverfahren sollte nicht angewandt werden, die Lebenserwartung
der Zellen nimmt rapide ab. Ich habe einen Packen nur Normal geladen und geflogen und
einen zweiten bei jeder 3.ten Ladung schnell geladen und pro Tag 2x geflogen.
Nach ca. 21 Tagen und 7 Schnelladungen des einen Packens war es dann
so, das die Flugzeit von Anfänglich ca. 14 Minuten auf 12 Minuten zurückgegangen ist.
Der Packen, welcher nur normal geladen wurde hatte noch seine vollen 14 Minuten.
Nachdem ich diesen Zyklus ca. 2 Monate so weiter durchgezogen habe hatte der Normalgeladene Akku
zwar auch einen Rückgang auf auf ca. 12:30 Minuten, aber der zyklisch schnellgeladene
Packen kam nur noch auf knappe 8 Minuten.
Bei dem hohen Preis der Zellen sollte sich jeder überlegen, ob ihm das
Schnelladen der Packen das Wert ist.
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Der letztgenannte Typ ist sehr ähnlich zu den heutigen LiPo Akkus !
Ich hoffe, damit etwas mehr Licht in das Thema gebracht zu haben.
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