Akku strombegrenzung

Fragen zu Schaltungen, Elektronik, Elektrik usw.

Moderator: T.Hoffmann

martin160257
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Di, 13.11.12, 12:31

Hallo ich habe ein Problem mit wechselnder Versorgungsspannung.
Versorgung ist eine 120W Solarzelle die einen 120Ah Akku "bei Laune hält"
Teilweise wird der Akku auch stark belastet, doch der Regler verhindert eine Tiefentladung.
Die Solarzelle liefert bis zu 10A Ladestrom.
Das ganze System schwankt also im Bereich 11,5V bis 14,2V, und das ist mein Problem.
Ich versorge damit auch meine Beleuchtung bestehend aus NF2W757 LEDs. (immer 2 in Reihe)
Bei niedrigstem Spannungspegel 11,5V brauchte ich keine Strombegrenzung, aber bei vollem Ladestrom würden ohne Begrenzung
die LEDs garantiert sterben.
Gibt es eine Strombegrenzung auf 120mA die ohne Drop auskommt?
Vermutlich nicht ohne grösseren Aufwand.
Im Moment betreibe ich das mit 2 zwischenschaltbaren Leistungsdioden, ist aber keine Dauerlösung.
Ich betreibe insgesammt ca.30 Stränge je 2Stck. NF2 verteilt im Innen und Aussenbereich die Blockweise geschaltet sind.
Also ist der Maximale Strombedarf ca 5A inclusive Sicherheitsreserve.
Mein nächster Test basiert auf der Tatsache, dass Licht erst benötigt wird wenn das Solarmodul keine Ladeleistung mehr bringt.
Daher kann ich von einer maximalen Akkuspannung von 12,8V ausgehen. Wenn ich weiter davon ausgehe, dass bei maximaler Spannung
auch der maximale Strom der LEDs flissen darf (150mA) was einer Flussspannung von 11,8V entsprechen (gemessener Wert, bei den aktuell vorliegenden Exemplaren, muss bei Nachbestellung neu gemessen werden).
Dann brauche ich einen Widerstand von 6,8 Ohm. Fällt die Spannung geht der Strom mit runter.
Da dadurch aber die Effizienz steigt gehe ich davon aus dass sich der Lichtverlust kaum bemerkbar macht.
Sehe ich das richtig?
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Sailor
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Di, 13.11.12, 13:07

Ich habe das Problem der schwankenden Spannung an Akkus in einigen LED-Schaltungen mit Kaltleitern gelöst, z.B. einem 5 Watt Birnchen aus dem KFZ-Bereich (12 Volt).

Der Widerstand dieses Birnchens ist bei
0 Volt 3,5 Ohm
1,25 Volt 9,5 Ohm
2,5 Volt 14,8 Ohm
3,75 Volt 19,04 Ohm

bei 6 3er-Reihen mit Vorwiderstand und dem Birnchen in Reihe zu den parallel angeschlossenen 3er-Reihen bleibt es bei 12 Volt dunkel, bei 14 Volt leuchtet es deutlich erkennbar, womit sich der Widerstand sichtbar erhöht.

Das ist die einfachste Lösung und funktioniert schon einige Jahre reibungslos.

Bevor ich die Birnchen eingesetzt habe, hatte ich mir eine Tabelle nach obigem Muster gemacht, indem ich NiMH-Akkus für die Messreihe verwendet habe, daher auch die 1,25 Volt-Sprünge. Mein regelbares Netzteil hatte ich nicht an Bord. Ich denke aber, selbst mit solch groben Sprüngen lässt sich die Tauglichkeit erkennen.

Auch wenn der Helligkeitsverlust bei den Schwankungen nicht sehr ausgeprägt ist, würde ich bei Bedarf die Methode wieder anwenden.
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Di, 13.11.12, 16:23

Da wäre eine lineare Ultra-Low-Drop-KSQ geeignet. (Momentant vierter Beitrag von unten, Seite 3)
Die lässt sich auf 100 mV Drop oder sogar noch weniger hinbiegen.
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contour7
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Di, 13.11.12, 20:53

Bei mir besteht eine sehr ähnliche Situation: 1 PV-Modul und eine 90 Ah Solarbatterie.
Die Batteriespannung schwankt von ca. 11,5 bis 13,8 V=, liegt aber meistens bei ungefährlichen 12,5 V.
Ich setze jetzt Lampen ein bestehend aus 4 in Serie geschalteten Nichia NS9W383 151lm weiß, ohne Platine (Emitter).
Die erforderliche Spannung (pro LED) ist sehr niedrig, sodaß in den meisten Fällen kein Widerstand nötig ist. Noch vor Kurzem habe ich stets 3 Serien-LED mit dickem Widerstand verwendet.
Die Effizienz ist jetzt wesentlich verbessert und den raren Solarstrom kann ich nun besser ausnutzen. Je nachdem ob die Batteriespannung weniger oder mehr Volt hat sind die Lampen etwas heller oder dunkler was man kaum merken kann. Nur bei sprunghaft veränderten UBatt. würde man etwas merken. Die 4 LED hängen also ungeregelt und nicht strombegrenzt am Akku. Solange die Spannung sich im Bereich von ca. 11,5 Volt bis 13 Volt befindet gibt es auch keine Probleme.
Nur wenn nach einem sonnigen Tag die Batteriespannung über 13,2 V ist steigt der Strom durch die LED unverantwortlich an.
Bei 13,2 V fliessen 700 mA was gerade noch innerhalb der Spezifikation ist.
Und hier liegt mein Problem. Wie kann ich im Falle von mehr als 13,2 V die Spannung oder den Strom begrenzen? Ich will nicht wieder einen dicken Widerstand verwenden, der ja immer dran wäre. Die Begrenzung soll nur dann erfolgen wenn die Spannung über den 13,2 V liegt. Könnte man eine Zenerdiode verwenden um die Spannung im Zaum zu halten? Oder was könnte man da machen? Ich würde mich über Vorschläge freuen.

C7
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unoptanium
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Di, 13.11.12, 21:25

Hi.

Ich finde das mit der Ultra Low drop KSQ am Sinnvollsten, es gibt jedoch auch
noch eine andere Möglichkeit.

Das Problem ist nämlich auch in der Industrie bekannt.
Wenn man z.B. eine ausfallsichere 24 oder 220V Gleichspannungsanlage
mit Batterieräumen hat, ergibt sich dasselbe Problem.
Während des Ladens steigt die Spannung.

bei 12V müsste man vor dem Laderegler 2 Dioden (Schottky 0,2V) in die Zuleitung
verbauen zum Entkoppeln. Ein Pfad geht zum Laderegler, ein Pfad zu einem Relais.
Das Relais öffnet einen Kontakt, wenn die Solaranlage speist.
Wenn die Sonne weg ist, schließt der Kontakt und überbrückt zwei Si Dioden (1,4V)
in Reihe mit den Batterien. Ist aber bei Photovoltaik nicht so schön und
eigentlich auch alter Mist :-)

Es gibt auch noch DC-DC Wandler in Schaltreglertechnik.
Eingang z.B. 9...16V, Ausgang 12,0V. Wirkungsgrade bis über 90% sind da möglich
und es gibt überhaupt keine Schwankungen mehr.
Davon braucht man genau einen, auch wenn man Verbraucher nachrüstet,
eine KSQ wäre ja für jede Leuchte notwendig.


Gruß, unoptanium
Hans-Georg
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Di, 13.11.12, 21:37

Wie kann ich im Falle von mehr als 13,2 V die Spannung oder den Strom begrenzen? Ich will nicht wieder einen dicken Widerstand verwenden, der ja immer dran wäre. Die Begrenzung soll nur dann erfolgen wenn die Spannung über den 13,2 V liegt. Könnte man eine Zenerdiode verwenden um die Spannung im Zaum zu halten? Oder was könnte man da machen? Ich würde mich über Vorschläge freuen.
Eine dem Strom angemessene Diode wird zwischen Vcc und LEDs geschaltet. Parallel dazu ein Relais (am besten bistabil),
das im Normalfall geschlossen ist.
Dann kann man mit einem OPV die Spannung am Akku (Spannungsteiler am invertierenden Eingang) mit einer Referenz-
spannung am nicht invertierenden Eingang vergleichen. Wenn die die Akkuspannung höher als der Sollwert wird, schaltet
der Ausgang des OPV auf low und kann damit das Relais umschalten und die Durchflußspannung der Diode wird wirksam.
Mit einer Silizium-Diode wäre eine Spannungsreduzierung um 0,7V möglich, mit Schottky-Dioden 0,4. Wieviel Spannungs-
abfall Du brauchst, mußt Du selber rausfinden.

Gruß
Hans-Georg
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Mi, 14.11.12, 09:10

Hallo,

ich hab grade gesehen, daß ein passender DC-DC-Wandler gar nicht soo teuer ist: Der SKA20A-12 von Meanwell
hat 9-18V Eingangsspannung, 12V Ausgang und kostet ca. 24 € (elpro).
Damit entfällt die Bastelei.

Gruß
Hans-Georg
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Mi, 14.11.12, 09:17

Nicht sauer sein, ist nicht so Bierernst gemeint, aber sorry: sagt mal, was raucht ihr denn alle? Lest doch nochmal bitte hier nach:
lineare Ultra-Low-Drop-KSQ (Momentan vierter Beitrag von unten, Seite 3). Die lässt sich auf 100 mV Drop oder sogar noch weniger hinbiegen.
Das Ding besteht aus gerade mal 7 sehr simplen Feld-Wald-und-Wiesen-Bauteilen, die es überall zu kaufen gibt.

Und da kommt ihr mit Festspannungs-Schatreglern (als getaktete KSQ hätte ich es ja eingesehen, aber die erreicht keinen so niedrigen Drop und ist ineffizienter als die lineare Low-Drop-KSQ bei sehr niedrigen Drop-Spannungen nunmal ist) oder noch abenteuerlicher per *RELAIS* :roll: (wenn dann bitte per MOSFET) überbrückten Dioden (dabei gäbe es übrigens auch einen Helligkeitssprung) oder es wurde der Beitrag mit dem Hinweis auf die Ultra-Low-Drop-KSQ komplett ignoriert... ein wenig wundere ich mich schon.
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contour7
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Mi, 14.11.12, 09:20

Ich habe anderenorts etwas von dem LM2940 low drop gelesen. Wäre das nicht die (preiswerte) Lösung??
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Mi, 14.11.12, 09:22

Hans-Georg hat geschrieben:ich hab grade gesehen, daß ein passender DC-DC-Wandler gar nicht soo teuer ist: Der SKA20A-12 von Meanwell
hat 9-18V Eingangsspannung, 12V Ausgang und kostet ca. 24 € (elpro).
Damit entfällt die Bastelei.
Aber die LED-Helligkeit (und deren Strom) hängt stark von ihrer Temperatur ab bei 12V-Festspannungsbetrieb, evtl. wird auch nur eine unbefriedigende Helligkeit erreicht, da bei 12V der Strom noch nicht so hoch ist, insbesondere in der Kalten Jahreszeit, wenn die LEDs durch die niedrigen Temperaturen eine höhere Vorwärtsspannung haben. (2..4 mV pro 1 °C)
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Mi, 14.11.12, 09:28

Moin.
Ich brauch erst mal 'nen Kaffee.
@contour7
Mit dem LM2940 hast du eine Konstanspannungsquelle, die bis zu 1A belastbar ist. Das ist KEINE Konstantstromquelle -KSQ- die für den Betrieb von LEDs benötigt wird. Du benötigst dann immer noch eine Strombegrenzung / Konstantstrom.
Und da zielt genau der Link von CRI 93+ / Ra 93+ drauf ab. Außerdem kostet der LM2940 in der Apotheke "C" fast 3 Euronen. Dafür bekommst du ALLE Bauteile für die LowDrop KSQ aus dem Link. Also ist die Lösung von dir nicht wirklich die preiswerteste.

Gruß
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contour7
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Mi, 14.11.12, 09:33

Bei Reichelt kostet der LM2940 nur 91 EuronenCent! Soviel zum Preis.
Wenn aber doch die Spannung begrenzt wird, wird auch der Strom begrenzt. Sollte doch gehen.
Ich werds mal ausprobieren.
Trotzdem werde ich auch mal die LowDrop KSQ aufbauen und testen.

c7
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Mi, 14.11.12, 10:34

@contour7
Du wirst dann die LEDs nicht lange leuchten sehen. Die Spannungsquelle ist so ausgelegt, dass sie die Spannung am Ende in dem vergegebenen Bereich konstant hält. Die LED ist ein Heißleiter. Das heißt, je wärmer die LED wird, desto besser leitet diese den Strom. Der dynamische Widerstand sinkt und damit steigt der Strom. Die Spannung an der LED fällt, die Konstanspannungquelle versucht nun aber - ganz ihrer Bestimmung - diese aber konstant zu halten. Die LED wird wärmer, der dynamische Widerstand der LED fällt weiter und die Spannungsquelle steuert diesem weiter entgegen. Bis der Strom durch die LED so groß ist, dass sie zerstört wird, oder aber die Strombegrenzungseigenschaften der Spannungsquelle greifen. Das ist dann allerdings für die angeschlossenen LEDs bereits der Tod. Daher muss dieser Strom begrenzt werden. Das ist der Grund warum in den Foren über LEDs immer von Konstantsromquellen und Vorwiderständen gesprochen wird. Dies gilt auchfür High Power LEDs.
Eine Glühlampe ist ein Kaltleiter. Diese leitet den Strom immer schlechter, je wärmer der Glühfaden wird. Daher begrenzt sich hier der Strom von selbst. Das ist auch der Grund, warum Glühlampen fast ausschließlich beim Einschalten kaputt gehen.
Du sparst also am falschen Ende...
Hm... für die Wirtschaft ist das natürlich genau richtig. :mrgreen:

Gruß
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Mi, 14.11.12, 12:50

contour7 hat geschrieben:Bei Reichelt kostet der LM2940 nur 91 EuronenCent! Soviel zum Preis.
Wenn aber doch die Spannung begrenzt wird, wird auch der Strom begrenzt. Sollte doch gehen.
Ich werds mal ausprobieren.
Dennoch sind die Bauteile der Low-Drop-KSQ günstiger, je nach Quelle und verwendetem MOSFET kosten alle zusammen ca. 30 Cent bis 3 Euro. Ohne den MOSFET kosten die Teile 8 bis 50 Cent.

Der LM2940 hat bei 1A 0,5V drop, bei 500 mA vermutlich die Hälfte. Dur verlierst aber durch die 0,025 bis 0,5V weniger relativ viel Helligkeit, da unterhalb der Durchlasspannung der LEDs der Strom ja steil abnimmt.

Bei 4 LEDs in Reihe an exakt 12V denke ich nicht, dass es den LEDs schadet, zumal ja bereits geschrieben wurde, dass erst ab 13,2V ungesunde Ströme auftreten --- aber je nach Umgebungs- und LED-Temperatur können diese Ströme auch schon bei 12,5V auftreten. Daher ist eine KSQ immer die bessere Wahl!

Das allersimpelste wäre übrigens ein 1-Ohm-Vorwiderstand (pro 700mA-4er-Reihenschaltung), dann bliebe auch der durch die LEDs automatisch vorhandene Tiefentladeschutz erhalten.

Wenn nämlich derzeit 700 mA bei 13,2V erreicht werden, würden sie mit 1 Ohm erst bei 13,9V (0,7V mehr an 1 Ohm) erreicht werden. Und der Strom sinkt bei <= 12,5V keinesfalls auf 0, sonder es dürfte keinen sichtbaren Unterschied zu der derzeitigen (u.U. fatalen) Lösung ganz ohne Vorwiderstand geben.
So ein simpler Vorwiderstand schützt zwar die LEDs, aber Helligkeitsschwankungen gäbe es immer noch und bei niedrigeren Spannungen wird nicht die maximal mögliche Helligkeit erreicht.
Daher: KSQ.
Der 12V-Schaltregler von Meanwell gibt nur 12,00V aus und damit ist die maximale Helligkeit von 4 in Reihe geschalteten LEDs nur erreichbar, wenn diese sehr heiß sind (dann allerdings kann es auch schnell passieren, dass der Strom unzlässig hoch wird) Daher beteeibt man LEDs so ja eher nicht, es sei denn man passt die Spannung so an, dass der Strom bei heißest möglichen LEDs immer noch unter dem zul. max. bleibt oder aber man kühlt sehr sehr gut, so dass die LED kaum 10°C über umgebungstemperatur erreichen.)
martin160257
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Mi, 14.11.12, 14:45

Danke für die rege Beteidigung an meinem Problem.
Und vor allem für den Link zu der ulD KSQ. Ein sehr interessanter Beitrag.
Aber wie dimensioniere ich die Schaltung. Wie "kritisch" sind die Toleranzen der Bauteile?
V in 12,1 - 14,2V
I out 120 - 150mA
Brauche ca. 30 Baugruppen, geht das noch fliegend?
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Do, 15.11.12, 13:10

Da Du ja jetzt ohnehin alle LEDs parallel betreibst und auch mit KSQ sicher bei <=80% des LED-Maximalstroms (auf den die KSQ dann eingestellt werden müsste) bleiben kannst, kannst Du doch statt 30 Stück 150 mA-KSQs einfach 3 Stück 1,5A-KSQs nehmen.

Da der Drop ja sehr gering bleibt (vermutlich deutlich unter 1 Volt auch bei vollem Akku), dürfte mit <=1 Watt abwärme pro Power-MOSFET für je 1,5A-Strang zu rechnen sein, mit Kühlblech sollte auch eine einzige KSQ mit 4,5 Ampere nutzbar sein.

Es ist nicht ganz "nach Lehrbuch", mehrere LED-Parallelschaltungen hinter einer KSQ zu betreiben, aber immer noch 100x besser als ganz ohne KSQ. Das geht natürlich nur, wenn alles die gleichen LEDs aus der gleichen Produktion oder mit gleichem Vorwärtsspannungs-Binning sind.

Wenn man denn noch mit dem KSQ-Strom unter 50% des zulässigen Maximalstroms aller parallelen LED-Reihenschaltungen bleibt, kann IMHO gar nichts mehr passieren, auch bis 80% sollte i.d.R. noch gehen --- hier empfiehlt es sich, evtl. jeder einzelnen 150-mA-4er-LED-Reihe noch einen Widerstand im Bereich 1 bis 4,7 Ohm zusätzlich in Reihe zu schalten, um leichte Spannungsdifferenzen zu kompensieren. (zusätzlicher Drop bei 3,3 Ohm wäre kleiner 50 mV)
martin160257
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Do, 15.11.12, 14:35

Ich habe nicht alle Stränge parallel, wie gesagt sind die Blockweise geschaltet. Z.B. Küchenecke 3 Stränge, Tisch 5 Stränge, Außen-Wegbeleuchtung 6 mal Einzel-Strang mit 3m Abstand. Also müsste ich schon verschiedene Stromstärken bauen, bleiben aber alle unter 1A.
Die Schaltung finde ich schon genial.
Nun müsste sich mal jemand die Arbeit machen das Teil universell zu Dimensionieren. Ich meine damit genau zu Beschreiben welche Bauteile
welche Beschränkung haben. Wie sich eine Änderung auswirkt und wie eine Bauteil-Dimensionierung vorberechnet wird.
Was bewirkt eine Änderung des Vorwiderstand vor dem Steuertransistor und unter welchen Umständen währe die sinnvoll?
Was bewirkt eine Änderung des Vorwiderstand vor den Dioden und unter welchen Umständen währe die sinnvoll?
Was bewirkt der zusätzliche Reihenwiderstand bei den Dioden?
Wie ist eine schaltbare Stromreduzierung am sinnvollsten?
Bis zu welcher Versorgungsspannung sind die Halbleiter sicher?
Besonders hilfreich währe auch ein Platinen-Layout welches hier zur Diskussion gestellt wird und nach Optimierung in Serie geht.
Borax
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Do, 15.11.12, 16:50

Nun müsste sich mal jemand die Arbeit machen das Teil universell zu Dimensionieren.
So was habe ich hier mal gemacht/versucht: viewtopic.php?f=31&t=7920
Ich meine damit genau zu Beschreiben welche Bauteile welche Beschränkung haben.
Das ist das schwierigste. Ich denke mal keiner von uns hätte die Zeit (und Lust) für alle relevanten Parameter dieser Schaltung die 'üblichen' Toleranzwerte der Bauteile zu bestimmen. Auch wäre hierzu eine recht große 'Bastelkiste' mit diversen Mosfet Transistoren (aber gleicher Typ von unterschiedlichen Herstellern!), Bipolar-Transistoren und Schottky-Dioden erforderlich. Bei Widerständen gibt es ja nur einen relevanten Parameter (eben der Widerstand - Leistung ist eher unkritisch) und bei der Verwendung von 1% Widerständen ist der Fehler zu vernachlässigen. Prinzipiell habe ich ja schon einige Eigenschaften der Schaltung angegeben (siehe Anfang des Beitrags etwa ab hier: viewtopic.php?p=96787#p96787 ) und teilweise auch praktisch überprüft. Und genau da zeigen sich eben die Grenzen der 'Vorausberechnung'. Ansonsten einfach die Schaltung in LTSpice simulieren, damit kann man prinzipiell alle diese Fragen klären. Wenn Du sie nachbauen willst (ich kann diese Schaltung sehr empfehlen), dann wirst Du nicht drum rum kommen, mit genau der Dir gelieferten Kombination von Bipolar-Transistor, Schottky-Diode (und Mosfet) ein paar Test zu machen. Wenn deren Eigenschaften bekannt sind, dann kannst Du die Widerstände auch vorberechnen.
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Do, 15.11.12, 18:52

Danke der Beitrag war sehr interessant.
Beantwortet die Frage nach der Strom bestimmenden Komponente aber noch nicht ganz.
Der IRF7456 hält locker 15V und 1A, der BC547 ist auch unkritisch in allen Belangen. Als Diode BAS40-4 Doppeldiode.
Muss ich die Gate-Spannung begrenzen bei maximal 14,5V?
Durch vergrößern des C-Widerstand ändert sich die Schaltgeschwindigkeit, nehme ich an.
Wenn ich den Shunt 0,68 Ohm mache fällt 0,1V ab bei 150mA LED-Strom, soweit auch klar.
Doch weiter unklar ist wie sich der Wert des Basiswiderstand auswirkt, logisch währe die Basisstrom-Bestimmung.
Der müsste an meine Versorgungsspannung angepasst werden. Wieviel Strom braucht der T1 mindestens um den T2 gut zu steuern?
Und wozu der angesprochene 5,6 Ohm Reihenwiderstand bei den 2 Schottky-Dioden dient.
Soll der den Drop noch weiter runterziehen durch erhöhen der Basisvorspannung?
Dann müsste der Shunt aber wieder kleiner werden, damit der Spannungsabfall entsprechend der höeren Basisvorspannung, kleiner wird,
bei gleichem LED Strom
Verstehe ich das alles richtig?
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Fr, 16.11.12, 09:06

Das siehst Du ganz richtig. Der Reihenwiderstand bei den Schottky-Dioden ist ja im letzten Schaltbild nicht vorhanden, der dient tatsächlich nur dazu, den Drop noch weiter zu reduzieren.

Der Basiswiderstand dient nur dazu, dass der NPN überhaupt Plus an der Basis zu sehen bekommt, normalerweise ist die Basis direkt am Shunt, ohne Dioden und Basiswiderstand, dann müssen aber ca. 600 mV am Shunt abfallen, damit der NPN dem MOSFET den Hahn zudreht und genau das wollen wir ja vermeiden.

Leider ist die Kennlinie der Shottky-Dioden nicht sonderlich steil, daher hat der Basiswiderstand einen Einfluss auf den Strom und auch die Temperatur der Schottky-Dioden hat einen Einfluss.
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Fr, 16.11.12, 10:52

Dann werde ich mal die Schaltung aufbauen mit 78 Ohm Widerstand als Last.
Als Shunt habe ich noch einen Haufen 0,1 Ohm Widerstände aus einem anderen Projekt.
Und die Vorwiderstände werde ich erstmal als Potis einbauen.
Dann spiele ich damit die vielfachen von 150mA durch um die idealen Werte für 1-6 Stränge zu ermitteln.
Was hältst Du von der Wahl der Doppeldiode, habe geplahnt die als Temeratur-Kompensator auf die Kühlfläche zu kleben.
In Reihe mit der Doppeldiode werde ich probeweise mal einen 10 Ohm Poti einsetzen, zum einspielen was möglich ist.
Bei mehrfach-Strängen kommen noch 1,5 Ohm als Sicherheit dazwischen.
Danke an alle, mehr Hilfe kann man nicht erwarten.
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Fr, 16.11.12, 13:16

Guck mal hier...
Da habe ich die Ultra-Low-Drop-KSQ weiter gepimped...
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Fr, 16.11.12, 13:55

Edit: Ich habe mir das Datenblatt des IRF7456 angesehen, da viel mir auf,dass die Gate-Spannung nur bis 10V eingetragen
ist. Muss ich bei einer Versorgungsspannung von 14,4V nicht damit rechnen, dass die GS-Spannung zu hoch steigt?
Wie kann ich die am einfachsten "abfangen"?

Danke, aber das ist "zu hoch" für meine Anwendung.
Mir steht mindestens 0,4V Drop zur "Verfügung", im Normalfall zu wenig aber für diesen Spezialfall zu viel.
Mir stehen sogar für eine Parallel-Strang-Entkopplung noch 250mV zur Verfügung. (macht bei mir 1,6 Ohm)
Mann muss ja nicht mit "Atomraketen" Spatzen bekämpfen!!!!!!
Aber es wird Anwendungen geben wo es auf jedes mV ankommt.
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Fr, 16.11.12, 15:59

Da hast Du Dir aber auch einen hochgezüchteten MOSFET ausgesucht... der kann wirklich nur 12V am Gate. Da hast Du wirklich sehr gut aufgepasst! :-)

Bei 12V-Akku-Betrieb wäre es dann am besten, einfach eine 3,6- bis 5,6V-Z-Diode vor die KOMPLETTE Versorgung der KSQ in Reihe zu schalten (Kathode an Plus). (Z-Diode nur vors Gate geht auf keinen Fall!)

Alternativ geht auch ein anderer MOSFET, viele vertragen auch bis +/- 20V am Gate, darüber ist allerdings bei nahezu jedem Typen Schluss.

Wenn Du allerdings die LEDs *immer* an der KSQ dran hast, dann fließt ja ab ca. 10V bereits ein kleiner Strom durch die LEDs, in meiner LTSpice-Simulation steigt die Gate-Spannung nie über 10,4 Volt, am höchsten ist sie, wenn die Spannung so hoch ist, dass die LEDs auf durchlass gehen, der Soll-Strom der KSQ aber noch nicht erreicht ist.

(i.d.R. schaltet man ja VOR der KSQ, bei diesen linearen KSQ ohne Ausgangs-Elko kann man allerdings auch gefahrlos hinter der KSQ schalten.)

Ich habe im Hyper-Ultra-Low-Drop-Thread das Ding nochmal aufs nötigste runtergestripped. Das sind dann nur noch 6 Bauteile!

Du solltest auch bedenken, dass Du vermutlich schon allein auf den Zuleitungen ca. 500 mV drop haben dürftest, wenn das eine etwas weitläufigere Installation ist (Garagendecke o.Ä.)
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Fr, 16.11.12, 16:51

Habe mir jetzt den IRF7413 rausgesucht, der kommt mit meinen Anforderungen jederzeit klar.
Er hat noch die Vorteile günstig und beschaffbar zu sein. Danke für die Arbeit aber der Fet war für die nidrige Versorgungsspannung
bei der ULD-KSQ schon die bessere Wahl. Meine Anwendung ist lange nicht so kritisch und da geht auch ein Standart-FET.
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