ich hab da mal eine prinzipielle Frage zum Schaltungsdesign:
Welche Vor- und Nachteile bringt Multiplexen (MUXen) ?
Die Matrix, die ich bauen will, hat ihre einzelnen Pixel in einem Abstand von 25-30 cm, angedacht ist eine Größe von zunächst 10x10 Pixeln, später evtl. mehr. Mein erster Ansatz war - einem Projekt im Netz folgend - dass jedes Pixel autark ist, d.h. vollkommen selbständig arbeiten kann. Die Ansteuerung soll durch DMX erfolgen. Die Rechenarbeit macht ein kleiner PIC. Dafür gibts fertige Schaltungen und Quellcode, die ich nur ein bißchen anpassen muss (andere LEDs).
Jetzt habe ich bei anderen Matrixprojekten gesehen, dass da öfter MUX eingesetzt wird, wohl nicht ohne Grund. Allerdings sind das meist eher Anzeigen, bei denen die Pixel recht nah beisammen sind, also so wie bei den Anzeigetafeln an Haltestellen etc. Da wären autarke Pixel nicht machbar, weil der Platz dafür gar nicht vorhanden ist. Die Vorteile sehe ich vor allem darin, dass nicht ständig alle LEDs betrieben werden, die Gesamtstromaufnahme also zu einem bestimmten ZeitPUNKT geringer ist. Dafür wird mit höheren Impulsen gearbeitet, was bei gleicher Helligkeit über einen ZeitRAUM betrachtet den gleichen Verbrauch bedeuten muss (?).
Wenn ich jetzt durch den großen Pixelabstand längere Wege zu überwinden habe, dann spielt ja auch die Leitung ein Rolle, so dass bei 30cm wohl nicht mehr als 3x3 oder 4x4 Multiplexing gut machbar ist.
Dem entgegen steht ein höherer Aufwand :
- die Steuerschaltung muss mehr Ausgänge haben oder mit Schieberegistern arbeiten
- die Programmierung wird komplexer, wenn man das MUXen in Software erledigt bzw. die Schaltung wird komplizierter, wenn Schieberegister eingesetzt werden. An einem Controller, der 9 Pixel bedient ist auch mehr Kabelchaos, als an einem, der nur 1 Pixel steuert (das kann ggf. sogar mit auf die Platine).
- Ich muss das Timing entwerfen und umsetzen, was eine komplett neue Baustelle wird, die ich bei autarken Pixeln vermeiden kann.
- Pro Pixel muss ich 4 Kabel (RGB und Masse) führen, die von zentraler Stelle aus zum Pixel führen, beim autarken Pixel hätte ich auch 4 Leitungen (Versorgung und Daten), könnte das aber per Daisychain immer von Pixel zu Pixel weiterreichen.
- Ggf. bekomme ich eher Probleme, die Impulse über längere Wege zu führen ? Ich weiss aber noch nicht, ab welchen Entfernungen das relevant wird. Ich will ja keine Antennen bauen
Irgendwie gefällt mir die Lösung mit autarken Pixeln besser, weil ich zwar mehr, dafür aber einfachere Schaltungen bauen muss. Dafür ist das Gesamtsystem leichter zu verstehen (zu bauen, zu warten) und insgesamt habe ein weniger komplexes Gesamtsystem. Das kann ich dann vergleichsweise leicht in Einerschritten erweitern und bin flexibler, weil ich nicht in n x n Blöcken denken muss, sonder in einzelnen Pixeln.
Bis jetzt sehe ich noch nicht den Killervorteil für MUXen, vielleicht könnt ihr mir da weiterhelfen ?
Viele Grüße,
Oli


