LED beim An- und Ausschalten langsam dimmen

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Moderator: T.Hoffmann

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Nobody1031
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Mi, 28.01.15, 21:17

Hallo,

ich habe einen 12v LED-Streifen, der mit einem Netzteil an 230V betrieben wird. Ich möchte mit einer einfachen Schaltung die LEDs beim Ein- und Ausschalten des Netzteils langsam An- bzw. Ausdimmen.

Diese Schaltung von Borax und Sailor habe ich mal testweise probiert:
Bild

Das funktioniert auf dem Steckbrett schon mal sehr schön. Vielen Dank auch für die tolle Erklärung. Das verstehe sogar ich :wink:

Jetzt hatte ich nur einen Denkfehler: Die Schaltung hilft mir nur zu 50%. Das "Andimmen" funktioniert, aber das "Ausdimmen" (natürlich) nicht, da mein Schalter ja direkt an der Spannungsquelle liegt und nicht innerhalb der Schaltung.

Wie muss ich die Schaltung modifizieren um der gesamten Schaltung die Spannung klauen zu können, der Kondensator danach aber trotzdem noch seine Ladung abgeben kann?

Vielen lieben Dank schonmal,
Nobody1031
Borax
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Mi, 28.01.15, 23:43

Hallo Nobody1031,
welcome on board!
Wie muss ich die Schaltung modifizieren um der gesamten Schaltung die Spannung klauen zu können, der Kondensator danach aber trotzdem noch seine Ladung abgeben kann?
Das ist das alte Problem beim "Ausdimmen": Wenn kein Strom mehr dafür da ist, kann auch nicht ausgedimmt werden. Eine einfache Lösung für dieses Problem gibt es nicht, wenn die gesamte Stromquelle abgeschaltet wird. Der Kondensator gibt auch ohne Stromquelle noch seine Ladung an den Transistor ab, nur das allein nützt ja nichts, weil für die LED keine Versorgung mehr da ist. Und die lässt sich auch nicht so einfach in einem Kondensator zwischenspeichern. Da wäre je nach Leistung des LED-Streifens schon ein sehr großer Kondensator nötig.
Eine machbare Lösung (verwende ich selbst) ist, die Stromversorgung über ein Relais noch so lange 'eingeschaltet' zu lassen, wie das ausdimmen dauert. Ganz so trivial ist die Schaltung dann aber nicht mehr. Außerdem ist ein Doppelschalter nötig, der sowohl vor der Stromquelle schaltet (also meist auf der 230V Seite), als auch ein weiterer (galvanisch getrennter!) der eben hinter der Stromquelle schaltet (so wie im Schaltplan eingezeichnet).
t_schulz
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Do, 29.01.15, 08:53

Wenn der ELKO des Netzteils ausreichend dimensioniert ist, fadet das ganz von allein aus. :D
Also ohne Verzögerung oder ordentlichen Puffer wird's wohl nichts.
Borax
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Do, 29.01.15, 09:27

Wenn der ELKO des Netzteils ausreichend dimensioniert ist...
Hängt stark von der Last ab. Nehmen wir mal an, es wären nur 0.1A. Bei 12V und 1000µF (was ja schon recht viel wäre...) sieht das so aus:
FadeElko1.png
FadeElko1.png (2.47 KiB) 7367 mal betrachtet
Das 'Fadeout' dauert gerade mal 0.2 Sekunden (dann ist der Strom auf knapp 3mA abgesunken - danach kann man nur noch von 'Nachglimmen' reden ;) )
=> Selbst bei nur 0.1A wären schon 10.000µF nötig (dann sind es etwa 2 Sekunden bis auf 3mA)...
Nobody1031
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Do, 29.01.15, 21:20

Vielen Dank für das herzliche Willkommen bei euch und den super Input. Klar, da hätte ich auch irgendwie selber drauf kommen können, dass das nicht ohne weiteres geht.

@ Borax: Ich glaube eine extra "Halteschaltung" wäre für mich nicht ganz praktikabel. Da müsste ich ja bei jedem LED-Streifen, den ich per Funksteckdose einschalte die Funksteckdose umbauen. Trotzdem würde mich mal interessieren, wie deine Schaltung aussieht.

Wie berechnest du die Stromabgabe eines Kondensators bei einer Spannung?
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Peter H
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Fr, 30.01.15, 09:25

Vielleicht könnte man mit Panasonic Goldcaps (Spannung 5,5V, Kapazität mehrere Farad) was machen.
Für 12V müsste man 3 Stück in Serie schalten, und eine Zenerdiode 5,1V parallel zu jedem Kondensator, um Überspannung und Verpolung zu verhindern. Ganz billig wird es allerdings nicht.
U.U. würde es genügen, jeder LED einen Goldcap parallelzuschalten, mit Vorwiderstand. Das wäre aber auszuprobieren.
Loong

Fr, 30.01.15, 09:41

Goldcaps besitzen Innenwiderstände in der Größenordnung 10…100 Ohm. Sie sind nicht dazu geeignet, größere Lasten zu versorgen.
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Peter H
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Fr, 30.01.15, 10:07

Bei diesem hier z.B. : http://www.mouser.com/ds/2/315/ABC0000CE8-462878.pdf ist der empfohlene Entladestrom 1A und die Impedanz <= 0,1 Ohm.
Es gibt da verschiedene Typen von Superkondensatoren, auch von anderen Herstellern.
Da muss man halt Datenblätter studieren und einen geeigneten Typen auswählen. Es gibt auch solche mit niedriger Impedanz.

Man muss dann zuerst mal angeben, wie groß der Strom sein soll und ob das runterdimmen 0,1 sec oder 10 sec dauern soll. Vorher kann man dazu nichts sagen.
Nobody1031
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Fr, 30.01.15, 14:29

Angepeilt hatte ich 1A bei 12V und 5 Sekunden Dimmzeit.
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