Arctic Silver Thermal adhensive direkt auf Alu & Alu eloxier

Hier werden Fragen zu LED-Grundlagen beantwortet...

Moderator: T.Hoffmann

Antworten
Benj1
Super-User
Super-User
Beiträge: 98
Registriert: So, 05.08.12, 16:59

So, 19.05.13, 14:49

Hallo,

Darf man diesen WLK auch auf Alu roh und Alu eloxiert nutzen? Denn er enthält ja ganz wenig Silber und das kann ja unter Umständen mit Alu reagieren?? Und es ist wichtig das die wärmeleitfähigkeit auch in 20jahten noch gegeben ist...

Außerdem steht im Datenblatt das man ihn vor UV licht schützen muss. Gilt das nur fûr die Lagerung oder auch für den gehärteten Kleber? Denn dann müsste ich ja einen Lack auf den gehärteten Klebespalt schmieren zum Schutz....

Außerdem ist der Rand außen bei komponent b schwarz geworden in der Spritze, ist der Kleber dann noch gut??
Geht nur um den äußersten Rand, vermute eine Reaktion mit Luft und oder UV licht....

Danke!!
Benutzeravatar
Mr Fix-it
Hyper-User
Hyper-User
Beiträge: 1262
Registriert: Sa, 21.04.12, 10:39
Wohnort: Saarland

So, 19.05.13, 19:07

Das Silber im Kleber ist so eingekapselt, dass es nicht mit den verklebten Oberflächen reagieren kann, was ich auch daraus belegen lässt, der der Wärmeleitkleber nicht stromleitend ist. Das UV-Lichts zerstört die Kapselung und das Silber oxidiert, was sich dann in Form von schwarzem Silberoxid zeigt. Ob der Kleber damit auch gering stromleitend wird weiß ich nicht, sollte man aber testen können. Kleinen Klebeklumpen anrühren und nach dem härten mit einem Ohmmeter messen. Aus optischen Gründen würde ich diesen Kleber nicht mehr verwenden, es sei denn man sieht die Klebestelle nicht und das Ergebnis der Messung zeigt keine Fähigkeit Strom zu leiten, denn das kann fatale Folgen haben. Natürlich muss der Kleber auch noch anständig abbinden sonst macht eine weitere Verwendung keinen Sinn.

Das gilt jedoch nur für den nicht gehärteten Kleber vor Zugabe der zweiten Komponente. Nach dem Aushärten ist das Epoxid nicht mehr so empfindlich, dennoch bleibt alles Material UV-sensibel, da es sich bei UV-Licht um eine hoch energetische Strahlung handelt.

Mit eines der schwierigsten Themen der Materialforschung: UV-Beständigkeit.
Benj1
Super-User
Super-User
Beiträge: 98
Registriert: So, 05.08.12, 16:59

So, 19.05.13, 20:56

Danke,

Da habe ich eh kein Problem, da wo ich Klebe sind keine Stromleitenden teile, und man sieht's auch nicht....
Und Bietet die eloxierte Schicht eigentlich genug Isolation für 12V 10A? Frage nur aus Interesse. Wenn ich mit'm Multimeter widerstand Messe zeigt es ja High an.

Und die klebung ist auf der Rückseite, also es kommt nur das in der einbaukammer reflektierte licht hin, soll ich's trotzdem vor UV schützen? Also einfach Lack auf den Klebespalt?

Ein viel größeres Problem gäbs beim Probestück, nachdem die LEDs alles auf 40-50C° erhitzten ließ sich die Verkleidung ganz leicht lösen....
Ob's nur an der Hitze lag, es einfach wie normales nicht für Hitze geeignetes epoxy gleich weich wurde, oder ob kalt auch nix hielt weis ich nicht.
Aber auf jeden fall war die glatte Fläche des eloxiertem Alus ein Faktor, darauf hielt es fast gar nicht......
Oder Kleber kaputt.

Teste noch weiter.
Was würde als Alternative gehen? Paste und pads altern ja mit der zeit.
Und das 3M wärmeleitende Klebeband habe ich nur als 0,5m Breite Rolle zum entsprechenden Preis gefunden....
Weis wer woher man da zbsp 12mm Breite Rollen bekommt?

Danke.

Gruß, Benji.
Benutzeravatar
Mr Fix-it
Hyper-User
Hyper-User
Beiträge: 1262
Registriert: Sa, 21.04.12, 10:39
Wohnort: Saarland

Mo, 20.05.13, 10:42

1. Wenn Du LEDs als Lichtquelle verwendest, brauchst Du keinen UV-Schutz einbauen, denn in dem Licht normaler Beleuchtungs-LEDs ist kein UV enthalten.
2. Das Harz ist sehr schnell trocken, aber dann noch lange nicht ausgehärtet. Nach fünf Minuten ist es bereits grifffest, aber erst nach 24 Stunden ausgehärtet. Solange sollte man die geklebten Teile nicht oder nur sehr gering belasten.
3. Beim Eloxieren wird eine Mineralschicht auf das Alu aufgebracht, diese Schicht ist sehr dünn, kann aber keinen Strom leiten. Für eine Spannung von bis zu 52 Volt reicht das aus, denn ich selbst habe eine Leuchte im Einsatz, die mit 48-52 V Spannung versorgt wird und die Schaltung befindet sich komplett auf eloxiertem Alu ohne weitere Isolation. Die Leuchte arbeitet seit einem Jahr bei täglich ca. 6-8 Stunden Betriebsdauer, kein Problem. Aber Vorsicht, Kratzer in der Eloxalschicht können einen leitenden Kontakt herstellen, also gilt die Isolation demnach nur für absolut unversehrte, eloxierte Oberflächen.
4. Mangelnder Verbund an einer Klebestelle kann auch daran liegen das der Untergrund zuvor nicht: staubfrei, fettfrei, eben und trocken war. Teilweise sind fettige Finger schon ausreichend. Bisher hatte ich keine Probleme mit dem Klebstoff wobei ich nur den Arctic Alumina Wärmeleitkleber getestet habe.
5. Für belastbare Klebestellen mit guten Wärmeleiteigenschaften kannst Du auch Uhu-Endfest verwenden und die Klebestelle bei ca. 100-120°C für 10-20 Minuten tempern (Belastbarkeit nachdem Tempern: 120 kg/qcm Klebefläche) Alubauteile bekommst Du nicht mehr getrennt ohne sie zu zerstören. Also genau überlegen vorm Kleben korrigieren ist nicht.
Benj1
Super-User
Super-User
Beiträge: 98
Registriert: So, 05.08.12, 16:59

Mo, 20.05.13, 13:28

Danke.
Habe mich eh an alles gehalten was Standart ist beim arbeiten mit epoxy Kleber, und auch 24std gewartet.....
Werde mal testen ob er wirklich weich wird bei Hitze.

Sonst Teste ich auch den Aluminia

Aber beim eloxieren wird doch nur die natürliche schutzschicht dicker aufgebaut als es ohne dieses verfahren möglich ist, also nur die oberste Schicht umgewandelt, aber keine fremdstoffe darauf abgeschlagen?
Benutzeravatar
Mr Fix-it
Hyper-User
Hyper-User
Beiträge: 1262
Registriert: Sa, 21.04.12, 10:39
Wohnort: Saarland

Mo, 20.05.13, 15:35

Benj1 hat geschrieben: Aber beim eloxieren wird doch nur die natürliche schutzschicht dicker aufgebaut als es ohne dieses verfahren möglich ist, also nur die oberste Schicht umgewandelt, aber keine fremdstoffe darauf abgeschlagen?
Ja, eloxieren ist grundsätzlich ein Prozess, bei dem das Alu an der Oberfläche in Al2O3 umgewandelt wird. Dabei ist es wichtig, das die Schichtbildung von Außen nach Innen von statten geht, was nur in genau überwachten und exakt eingestellten Prozessen auf völlig glatten Alu-Oberflächen sinnvoll ist. Das so entstehende Al2O3 nennt man auch Elektro-Korund was ein Mineral ist, das auch in Schleifpasten verwendet wird. Dabei besteht die Schicht nicht ausschließlich aus Al2O3 sondern je nach Elektrolyt können z.B. bis zu 13% Sulfate eingebaut sein (Elektrolyt: Schwefelsäurebad - maximale Schichtdicke: 30 µm ). Abschließend wird die Schicht verdichtet, dazu wird das Werkstück z.B. in demineralisiertem Wasser gekocht oder bedampft. Es kann auch eine Farbgebung stattfinden, wozu im Adsorptions-Verfahren zusätzliche Metalle, wie im Nickelacetatbad enthalten, im Anschluss an das Eloxieren vor dem Härten eingeschleust werden. Dazu nutzt man im weitesten Sinne die zahlreichen Poren im Al2O3. (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Aluminiumoxid ).

Inzwischen gibt es auch Verfahren die weit besser vorhersehbare Schichtdicken zwischen 10 und 200 µm möglich machen und als POE-Technoligie bezeichnet werden. (siehe: http://www.elb.biz/?cont=9&dom=1& ), sie basieren auf dem gleichen Grundprinzip. Wenn Interesse besteht, hier gibt es weitere Einzelheiten zum Thema: http://hohl-eloxieren.de/leistungen/eloxieren/
Antworten