Mund LED à la Rammstein

Hier werden Fragen zu LED-Grundlagen beantwortet...

Moderator: T.Hoffmann

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painkiller93
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Di, 30.10.12, 00:15

Hallo liebe LED-Fans
Bin erst kürzlich in die Kunst der LED's eingeweiht worden und suche seitdem vergebens nach einer Lösung für mein Luxusproblem.
Die hartgesotteneren LED Benutzer unter euch müssten mit der Band Rammstein vetraut sein.
Während ihrer vorletzten Tour benutzte Sänger Till Lindemann ein sogenanntes Mundlicht(siehe Bild) das von Beobachtern als MundLED abgestempelt wurde.
Nach mehreren Nachforschungen stellte sich heraus dass er sich ein Loch in die Wange hat piercen lassen um so unerkannt einen Kabel in seinen Mund fliessen zu lassen der eine LED in seinem Mund mit Strom versorgt. Im Anhang scheint er allerdings auf dir sozialere Variante umgestiegen zu sein.
Als Eigenexperiment wollte ich eine Alternative bauen und fand heraus dass dieses Ziel wohl mehrere Leute verfolgen.Alternative Empfehlungen waren zum Beispiel Knicklichter oder Faschingspangen die verschiedenfarbig leuchten.Dies schien mir allerdings im Bezug aud Knicklichter gefährlich und unauthentisch im Bezug aus die Spange,
In einem anderen Forum hab ich gelesen dass man sich eine OLED in den Mund kleben sollt um den Effekt nachzuempfinden.
Das Personal im Fachhandel sowie ich als LED Anfänger konnte damit allerdings nicht viel anfangen und deshalb hoffe ich hier im Expertenkreis eine Antwort aus die Frage zu finden wie diese LED funktionieren soll und wie sie zusammengebaut und versorgt wird

LG painkiller93 :)
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Till Lindemann mit beleuchtetem Mund
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Di, 30.10.12, 12:32

Mit einer CR2032-Knopfzelle kann die Stromversorgung auch mit in den Mund, aber das wird nicht so hell, dafür leuchtet es durchaus einige Stunden. Aber es könnte verschluckt werden.

Ich würde ein oder zwei möglichst kleine High-Oder Mid-Power-LEDs nehmen. OLED auf keinen Fall, zu dunkel, zu teuer, zu ineffizient, zuviel Abwärme. Knicklicht: viel zu dunkel.

Das Hauptroblem aber ist, dass das ganze wasserdicht sein muss und außerdem lebensmittelecht, wenigstens aber ungiftig, wenn schon nicht lebensmittelecht.
Allein die Kupferlack- oder PVC-Isolierung für die Zuleitungen halte ich für bedenklich, Blei an den Lötstellen sowieso, aber das ist wiederum egal, denn die Lötstellen stehen ja unter Spannung und müssen daher ohnehin wasserdicht isoliert werden, wenn man die LED-Spannung nicht permant schmecken möchte.

Vielleicht wäre 2-Komponenten-Acryl als Isolationsmaterial geeignet, vielleicht gibt es auch lebensmittelechte Silikon-Vergussmasse...
painkiller93
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Mi, 31.10.12, 10:07

Ich denke Lebensmittelsilikon wie ma es zum Beispiel für Aquarien oder sonstiges benutzt dürfte meinen Ansprüchen genügen :)
Können die High/ Mid Power LED's nur mit einem Batteriepack versorgt werden oder genügen dort auch Knopfzellen ?
Danke für die rasche und kompetente Antwort :)
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Achim H
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Mi, 31.10.12, 15:30

Können die High/ Mid Power LED's ...
Ja klar, eine Highpower Led im Mund. Und die Betriebswärme führst Du über die Zähne ab. Ab 70°C wird's lustig, weil Du vor Schmerz Bewegungen vollführst, die so gar nicht zur Musik passen.

Eine Midpower Led wie die 5mm Nichia NSDL570GS-K1 Neutralweiß wird ausreichen (wahrscheinlich würde auch eine Lowpower Led reichen). Diese schließt Du ohne Vorwiderstand an 2 Batterien (2 x 1,5V = 3V) an.

Bei 3V werden so um 30 bis 35mA fließen. Höher würde ich gar nicht gehen. Bedrahtete Leds führen ihre Betriebswärme über die Anschlussdrähte ab.

CR2032 (3V/210mAh) = 210mAh / 35mA = 6 Stunden
CR2477 (3V/1000mAh) = 1000mAh / 35mA = 28,5 Stunden
2 Stück Mignon Zellen (Primärzellen, keine Akkus) in Reihe = 2x 1,5V/2100mAh = 3V/2100mAh / 35mA = 60 Stunden

Man kann auch 3 Akkus (je 1,2V) in Reihe schalten. Dann brauchst Du aber einen Vorwiderstand.
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Mi, 31.10.12, 17:17

Naja, mit kleiner Kühlfläche denke ich könnte man durchaus bis 1 Watt gehen, evtl. auf 2 LEDs verteilt, das tut nicht weh, wird nur leicht warm. Das wären dann so ca. 350 mA --- das muss dann schon eine High-Power- oder 2 Mid-Power-LEDs sein, die mindestens diesen Strom vertragen.
Das ganze wird dann auch ca. 10x heller als die von Achim vorgeschlagene 35mA-Lösung, kann aber nicht mehr mit einer Knopfzelle betrieben werden und mit nur 2 Batterien werden auch nur 50..150 mA erreicht und auch nur wenn die randvoll sind, also sind hier 3 Akkus+Vorwiderstand angesagt.

Eine Primäzelle liefert übrigens nicht genau 2100 mAh, das dürfte bis zu 6000 mAh gehen, insbesondere bei nur 35 mA Last. Aber auch hier werden die 35 mA wieder nur kurz und nur bei voller Batterie fließen, also wesentlich weniger als 60 Stunden.
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Mi, 31.10.12, 23:22

Das ganze wird dann auch ca. 10x heller als die von Achim vorgeschlagene 35mA-Lösung ...
Du schlägst also rund 100 Lumen für einen Raum mit gerademal 0,000216m³ (etwas über 200ml bzw. ein Würfel mit 6cm Kantenlänge) vor.
Bei einem Abstrahlwinkel von 90° entspräche das einer Beleuchtungsstärke von über 15.000 Lux. Meinst Du nicht, dass das schon etwas Overkill ist?

Und beim nächsten Zahnarztbesuch kann der Doc seine Lampe aus lassen.
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Naja, der Mund ist sicher alles andere als ein optimaler Reflektor und es geht ja nicht darum dort ein gemütliches Wohnraumlicht für die Bakterien zu schaffen, sondern man soll es aus Entfernung sehen, dass es leuchtet, das wiederum idealerweise indirekt und nicht punktuell (siehe Rammstein-Foto, das sieht übrigens auch deutlich heller aus als würde es mit einer mit 35 mA bestromten LED erzeugt).
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Ich bleibe dabei. 1 oder 2 Stück 5mm Leds (10 bis 20 Lumen) sind dafür vollkommen ausreichend.

Eine Halterung kann man sich einsparen, wenn man das 5mm Loch durch einen Backenzahn bohrt. :mrgreen:
Die Led braucht dann nur noch reingesteckt werden.
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