Lötpad abgerissen

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Moderator: T.Hoffmann

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Leopold Stotch
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Fr, 23.03.12, 20:37

Guten Abend,

ich musste heute leider nochmals die Kabel von 4 einzelnen Cree-XP-E LEDs mit Platine ablöten. Dabei sind mir aus (für mich) unerklärlichen Gründen zwei Lötpads direkt mit abgegangen. Dummerweise von zwei verschiedenen LEDs.
Tja, Lötzinn hält natürlich nicht mehr und wie ich im Internet jetzt so recherchiert habe, gibt es da auch nichts mehr zu retten, da man ein abgerissenes Lötpad nicht mehr ersetzen kann.

1) Kann ich die LED vielleicht demontieren und auf einer neuen Platine aufsetzen? Oder war's das jetzt und mir bleibt nichts anderes übrig als die selben nochmals zu bestellen?

2) Was habe ich falsch gemacht? Ich hab in letzter Zeit wirklich oft Kabel an- und abgelötet und das ist mir bisher kein einziges Mal passiert. Also mein Lötkolben ist zwar nicht regelbar und wahrscheinlich so ein Billigteil aus dem Baumarkt, aber wie gesagt, bisher ging's ja auch immer...

Wirklich ärgerlich. :(

Gruß
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Achim H
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Sa, 24.03.12, 00:17

1) Kann ich die LED vielleicht demontieren und auf einer neuen Platine aufsetzen? Oder war's das jetzt und mir bleibt nichts anderes übrig als die selben nochmals zu bestellen?
Die Led ablöten und auf eine neue Platine montieren funktioniert nur mit weiteren Schäden an der Led. Wenn Du es doch schaffen solltest, die Led (die ist flächig aufgelötet) abzulöten, ist diese anschließend trotzdem reif für die Mülltonne. Mit einem normalen Lötkolben kann man nicht Reflow-Löten.
2) Was habe ich falsch gemacht? Ich hab in letzter Zeit wirklich oft Kabel an- und abgelötet und das ist mir bisher kein einziges Mal passiert. Also mein Lötkolben ist zwar nicht regelbar und wahrscheinlich so ein Billigteil aus dem Baumarkt, aber wie gesagt, bisher ging's ja auch immer...
Die Lötpads sind mit Kleber auf einer Folie und diese auf die Aluplatine geklebt. Ab einer bestimmten Temperatur verliert der Kleber seine Klebkraft. Wahrscheinlich hatte der Kolben einfach nicht genügend Leistung. Wenn man lange heizen muss bis das Lötzinn flüssig ist, durchdringt diese Wärme auch alle anderen Teile der Led und der Platine. Was Wärme dort ausrichten kann, ist unbestimmt. Wie in Deinem Fall, dass sich die Lötpads abgelöst haben.

Ein Kabel hat immer 2 Enden. Ein Ende lötet man an die Led. Und dort muss man normalerweise nie wieder dran, wenn man nur das andere Ende befestigt/demontiert.
Leopold Stotch
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Sa, 24.03.12, 16:01

Hi, danke für deine Antwort.

Ich werde heute noch eine Lötstation mit regelbarer Temperatur bestellen. Ich denke mit dieser mache ich nichts falsch und sollte solche Probleme in Zukunft nicht mehr haben.

Leider musste ich eben genau die Kabel austauschen, deswegen mussten diese eben auch von den Lötstellen entfernt werden. Und ja, ich habe den Lötkolben tatsächlich relativ lange (also einige Sekunden) hingehalten, da das Lötzinn nicht flüssig werden wollte. Aber egal, alles halb so schlimm. Schade um das Geld aber so habe ich wenigstens an Erfahrung gewonnen.

Grüße
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Achim H
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Sa, 24.03.12, 16:47

Die gleiche Lötstation habe ich auch, allerdings bei Reichelt gekauft (ist dort 19 Cent günstiger).
Für SMD bis mittelgroße Lötstellen ist die brauchbar.
Gewöhnlich löte ich bei 350°C. Und in ein paar Minuten schmeiße ich genau dieses Gerät wieder an.
Ich habe damit mal versucht, einen 2mm Silberdraht zwischen 2 Leds (waren bereits auf einem Kühlkörper montiert, guckst Du hier) anzulöten. Selbst 450°C haben das Lot nicht flüssig bekommen. Die Hitze war einfach viel zu schnell weg.
Leopold Stotch
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Sa, 24.03.12, 17:07

Ohje, ich glaube jetzt muss ich direkt noch einen Fehler einräumen. :? Ich hab die LED nämlich auf dem Kühlkörper gelassen als ich versucht habe das Kabel abzulöten. Das selbe übrigens auch beim Anlöten der Kabel. Wahrscheinlich der Grund, warum es auch da schon so viel Mühe gekostet hat.

Jetzt werde ich mir erstmal im Internet etwas Literatur zum richtigen Löten suchen, bevor ich den nächsten Anlauf starte...

Wie man sieht, kenne ich mich auf dem Gebiet noch nicht sonderlich gut aus. Wie zufrieden bist du denn mit dieser Lötstation? Bin nämlich noch am überlegen, ob ich diese oder eine Lötstation von Weller nehmen soll. Weller soll ja sehr führend auf dem Markt sein...
Zu welcher Lötspitze kannst du denn raten? Also zum einen die Größe und zum anderen ob du eher eine runde Spitze oder eine flache Spitze empfiehlst. Anscheinend leiten die flachen Spitzen die Wärme ja besser.
Ich vermute, grad bei so feinen Angelegenheiten empfiehlt sich auch eher ein dünnerer Lötzinn. Ich habe bisher nur welchen mit 2 mm Durchmesser hier rumliegen. Gestern bin ich auf Lötzinn mit 0,35 mm Durchmesser gestoßen, dessen Benutzerbewertung mich irgendwie überzeug hat. Ist das dann wiederum zu dünn oder meinst du, das ist okay?

Tut mir leid, dass ich jetzt etwas vom Thema abgekommen bin.

Grüße
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Achim H
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Wie zufrieden bist du denn mit dieser Lötstation?
Wirklich störend ist nur das Pipsen, wenn man die Temperatur verstellt (insbesondere Nachts, wenn andere Leute schlafen).
Ansonsten bin ich mit der Station zufrieden, für den Normalgebrauch reicht sie allemal. Es muss nicht eine von Weller (High End) sein. So eine hole ich mir aber wieder, wenn ich mal im Lotte gewinne (blöde nur, wenn man kein Lotto spielt). :wink:

Ich verwende 0,5mm Lotzinn (und bleihaltig) mit der Lötspitze, die original dabei war.
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Sa, 24.03.12, 18:06

Also wenn du das Geld auftreiben kannst, hol dir am Besten die Weller WHS 40 (74€ Reichelt)
Diese Lötstation kann man echt nur empfehlen. Kostet außerdem nur 25€ mehr.
Sie wird sehr schnell heiß und hält die Temperatur sehr genau.
Mit der Lötstation, die du grad ins Auge gefasst hast, habe ich auch schon gelötet und es ist nochmal ein deutlicher Unterschied zu der Weller.

Apropos: Bei der anderen Lötstation musst du wegen dem Lötkolben aufpassen! Den Lötkolben immer erst nach dem Einschalten in die Station einstecken. Die produziert einen so hohen Schaltstrom, dass das Heizelement im Lötkolben kaputt gehen kann. (Alternativ Kondensator in die Station einlöten)
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Weller in allen Ehren, aber die WHS40 hat nur schlappe 40 Watt. Die ZD-931 von Reichelt hat 48 Watt und selbst das ist schon etwas mager. Ab 50 Watt aufwärts sollte der Lötkolben schon mitbringen (der darf auch 80 Watt haben). Der Lötvorgang muss schnell ablaufen, sonst brät man nur herum und heizt wieder nur die Bauteile auf. Und das geht nur, wenn der Kolben auch eine gewisse Leistung hat und die eingestellte Temperatur auch halten kann, sobald man die Spitze irgendwo dran hält. Es bringt nichts, wenn die Wärme ruckzuck weg ist.
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So, 25.03.12, 14:00

Die Erfahrung habe ich nicht gemacht. Ich löte mit meiner Weller bei 300°C und ich kann selbst eine LED (auf Aluplatine), die mit WLP auf einem Kühlkörper befestigt ist, in ca 5 sek einwandfrei löten, es ergibt sich eine saubere Lötstelle.
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