Hallo,
wollte mich mal erkundigen, ob es Werte gibt anhand Derer man erkennen kann, dass man auf gar keinen Fall direkt in die LED schauen sollte. (Abgesehen davon, dass man hinterher den ganzen Tag/Nacht schlecht sieht)
MfG, Andi
LED / Augen
Moderator: T.Hoffmann
Ich habe beruflich noch auf keinem deutschen Augenärztekongress einen Bericht oder ein Netzhautbild einer bleibenden Schädigung, das wäre frisch ein Verbrennungsödem und bleibend eine Netzhautnarbe gesehen (Netzhaut = lichtempfindliche innerste Augenhaut vergleichbar dem Film im Photoapparat).
Auch bleibende Schäden durch einen in Deutschland zugelassenen Laserpointer sind mir nicht bekannt. Das heißt nicht, dass man nicht in selbstzerstörerischer Absicht durch ausreichend langes Hineinsehen einen solchen Schaden erzeugen könnte.
Bekannt sind die Schäden aus Anlass einer Sonnenfinsternis. Mein ehemaliger Chef in Düsseldorf hat mal einen Fall veröffentlicht, wo er an Hand der Form der Netzhautveränderung in Zusammenarbeit mit der Volkssternwarte Bochum den Zeitpunkt der Schädigung auf wenige Minuten genau eingrenzen konnte. Man sieht ja normalerweise auch nicht länger und gezielt in die Sonne, weil es schmerzhaft wird.
Gängige Schäden sind die der Hornhaut (das uhrglasartige Fenster des Auges) durch UV-Strahlung bzw. sehr energiereiche Strahlung wie z.B Schweißlicht, meist nur vorübergehend bis zu zwei Tagen. Solarium, früher Höhensonne, aber auch Lesen, wenn die Sonne aufs Papier scheint, verursachen solche oberflächlichen Verbrennungen. Tragen einer Sonnenbrille ohne ausreichenden UV-Schutz vergrößert das Risiko, weil die Augen dann nicht zugekniffen werden. Schäden durch zu hohe Bestrahlung der Netzhaut können enstehen, die Beschwerden äußern sich in typischem alles rötlich getönt Sehen für Minuten bis Stunden.
Um auf die gestellte Frage zurückzukommen, es ist alles eine Frage der Summe (natürlich richtiger: Produkt) aus Zeit und Intensität.
Noch was off topic zu Laser"-schäden" http://www.youtube.com/watch?v=YnSKrzmpKGw
Gruß Klaus
Auch bleibende Schäden durch einen in Deutschland zugelassenen Laserpointer sind mir nicht bekannt. Das heißt nicht, dass man nicht in selbstzerstörerischer Absicht durch ausreichend langes Hineinsehen einen solchen Schaden erzeugen könnte.
Bekannt sind die Schäden aus Anlass einer Sonnenfinsternis. Mein ehemaliger Chef in Düsseldorf hat mal einen Fall veröffentlicht, wo er an Hand der Form der Netzhautveränderung in Zusammenarbeit mit der Volkssternwarte Bochum den Zeitpunkt der Schädigung auf wenige Minuten genau eingrenzen konnte. Man sieht ja normalerweise auch nicht länger und gezielt in die Sonne, weil es schmerzhaft wird.
Gängige Schäden sind die der Hornhaut (das uhrglasartige Fenster des Auges) durch UV-Strahlung bzw. sehr energiereiche Strahlung wie z.B Schweißlicht, meist nur vorübergehend bis zu zwei Tagen. Solarium, früher Höhensonne, aber auch Lesen, wenn die Sonne aufs Papier scheint, verursachen solche oberflächlichen Verbrennungen. Tragen einer Sonnenbrille ohne ausreichenden UV-Schutz vergrößert das Risiko, weil die Augen dann nicht zugekniffen werden. Schäden durch zu hohe Bestrahlung der Netzhaut können enstehen, die Beschwerden äußern sich in typischem alles rötlich getönt Sehen für Minuten bis Stunden.
Um auf die gestellte Frage zurückzukommen, es ist alles eine Frage der Summe (natürlich richtiger: Produkt) aus Zeit und Intensität.
Noch was off topic zu Laser"-schäden" http://www.youtube.com/watch?v=YnSKrzmpKGw
Gruß Klaus
Ich denke ein denkender Mensch vermeidet grundsätzlich direkt in eine Lichtquelle zu sehen.
Es gibt aber Menschen, die durch irgendeine körperliche Schwäche oder Drogenkonsum o.ä. nicht die Gefahr erkennen, bzw. durch ihre Gesundheit gehandikapt sein könnten.Ich denke ein denkender Mensch vermeidet grundsätzlich direkt in eine Lichtquelle zu sehen.
Auch diese Menschen sollten geschützt werden.
Daher auch die Kategorisierung von ALLEN Lampen (nicht nur LED) in Risikogruppen.
Das ist eine relativ neue Vorschrift (Norm) DIN EN 62471 : Photobiologische Sicherheit von Lampen und Lampensystemen...
Nur mal so zur Info ...
ich kenne momentan auch keine allgemeinen Werte, ab denen mit Sicherheit die Gesundheit des Auges gefährdet wird..
Tendenziell eventuell beachten :
Je heller die LED und je kleiner die "Leuchtfläche" desto eher eine Gefahr fürs Auge
Grüße
Tom
.
Natürlich gibt es immer eine Gruppe die evtl. gefährdet sein kann - das gilt ja nicht nur für Licht, sondern im Grunde alles andere auch, Straßenverkehr, Alkoholgenuß, Fernsehen... Man wird diese potentiellen Gefahrenquellen nicht allesamt so entschärfen können dass niemand mehr in Gefahr kommt, aber ich glaube die große Masse sollte doch geistig so reif sein dass sie diese Gefahren umgeht oder zumindest minimiert. Ausreißer gibts immer, das hat man ja erst wieder bei der letzten Sonnenfinsternis gesehen, da wurde es bei den Augenärzten auch wieder voll.
-
Loong
Das Problem ist die Augenempfindlichkeitskurve. LEDs, die genug Strahlungsleistung in einem Spektralbereich erzeugen, wo das Auge nicht so empfindlich ist (zum Beispiel royalblaue, tief- und fernrote LEDs), schädigen die Netzhaut, ohne dabei zu blenden. Der arme Mensch merkt es erst, wenn er einen Fleck im Gesichtsfeld hat, der nicht mehr weggeht.O.Mueller hat geschrieben:Ich denke ein denkender Mensch vermeidet grundsätzlich direkt in eine Lichtquelle zu sehen.
Gleich die Dummenkeule zu schwingen, halte ich deshalb schon für ziemlich daneben
Ich habe noch einmal ein bisschen gesucht. Nur wer Lust hat, etwas länger zu lesen.
Aus Sicht einer Augenklinik:
http://www.helmholtz-muenchen.de/filead ... e-kurz.pdf, wobei man sagen muss, dass nur eine Form der Linsentrübung (die Kerntrübung, vor allem die braune Kerntrübung) teilweise, neben z.B. genetischen Faktoren mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die lebenslange Lichtenergieeinwirkung zurückzuführen ist.
Ähnlich ist es mit der proportinal zum lebenslangen Licht leicht erhöhten Wahrscheinlichkeit einen Altersschaden der Netzhaut (sogenannte senile Maculadegeneration) zu bekommen. Demzufolge könnte es durchaus Sinn machen, das alle Brillen das Spektrum unter 400nm vollständig abschneiden. Auf jeden Fall sollte man das Auge vor übermäßiger UV-Strahlung schützen: Tragen einer stark absorbierenden und UV- blockenden Lichtschutzbrille auf Schnee im Gebirge, überhaupt in der Sonne in Hochlagen und Vermeiden von Lesen mit Sonnenlicht auf dem Papier auch im Flachland. Das alternde Auge blockt durch normal zunehmende Linsentrübung UV- Licht besser ab als in der Jugend, deshalb auch für Kleinkinder in den genannten Situationen auf Schutz achten durch Schirmmütze und bei etwas größeren z.B. (Qualitäts-) Kinder-Sonnenbrillen, wie sie fürs Skifahren angeboten werden. Nach der Operation eines Grauen Stars ist die Gefahr der UV- Schädigung der Netzhaut erheblich vergrößert durch Wegfall der Absorption der natürlichen Linse. Übrigens wird erst seit der Einführung der Halogenbeleuchtung in Untersuchungsgeräten und Operationsmikroskopen seit einigen Jahrzehnten darauf geachtet, bei einer Augenoperation nicht länger als unbedingt nötig das Auge direkt zu beleuchten, hier wirklich, obwohl kein UV, zum Netzhautschutz.
Normale Untersuchungsgeräte für die Augen haben dimmbare ~ 10W Halogenbeleuchtung, zur Zeit beginnen Firmen damit, LED- Beleuchtungen dafür anzubieten.
Zur IR-Schädigung: Es ist der Glasbläserstar mit Bildung einer "Feuerlamelle" am hinteren Linsenpol bekannt. Aber selbst bei Hochofenarbeitern, hier bei uns gab es früher einige Metallgießereien, habe ich noch keine solche Veränderung gesehen, ich bin nicht einmal sicher, ob ich die früher in der Uni-Klinik jemals gesehen habe. Sicherlich tragen die Schutzbestimmungen der Berufsgenossenschaften (gesetzl. Unfallversicherung der Arbeitgeber) weitgehend dazu bei. Trotzdem kann ich nicht verstehen, dass auf Handwerkermärkten manche Glasbläser keinen entsprechenden Schutz tragen, ähnlich wie auch Steinmetze wohl grundsätzlich erst auf den Verlust eines Auges warten, ehe sie eine (vor allem Metallsplitter-) Schutzbrille nehmen. Für die Netzhaut scheint die Absorption von IR weitgehend auszureichen.
Zur Selbstschädigung: Kleinen Kindern und geistig Behinderten sollte man keine helle LED-Taschenlampe in die Hand geben. Nicht nur bei erheblich geistig Behinderten gibt es das schon, dass man absichtlich in starke Lichtquellen schaut:
http://www.milankarakas.org/pub/Eye_inj ... njury.html
Ich war entsetzt, als ich bei im Laserfreak-Forum gelesen habe, wie die mit starken Lasern umgehen.
http://www.laserfreak.net/forum/viewtop ... =2&t=40788
Ich glaube weiterhin, dass die hiesigen Forumsteilnehmer kaum Gefahr laufen, sich bleibende Schäden mit den hier angebotenen LEDs zu holen, wenn man nicht bei voll strahlender LED Montagearbeiten durchführt, wobei man direkt in oder fast direkt in diese sieht.
Aus Sicht einer Augenklinik:
http://www.helmholtz-muenchen.de/filead ... e-kurz.pdf, wobei man sagen muss, dass nur eine Form der Linsentrübung (die Kerntrübung, vor allem die braune Kerntrübung) teilweise, neben z.B. genetischen Faktoren mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die lebenslange Lichtenergieeinwirkung zurückzuführen ist.
Ähnlich ist es mit der proportinal zum lebenslangen Licht leicht erhöhten Wahrscheinlichkeit einen Altersschaden der Netzhaut (sogenannte senile Maculadegeneration) zu bekommen. Demzufolge könnte es durchaus Sinn machen, das alle Brillen das Spektrum unter 400nm vollständig abschneiden. Auf jeden Fall sollte man das Auge vor übermäßiger UV-Strahlung schützen: Tragen einer stark absorbierenden und UV- blockenden Lichtschutzbrille auf Schnee im Gebirge, überhaupt in der Sonne in Hochlagen und Vermeiden von Lesen mit Sonnenlicht auf dem Papier auch im Flachland. Das alternde Auge blockt durch normal zunehmende Linsentrübung UV- Licht besser ab als in der Jugend, deshalb auch für Kleinkinder in den genannten Situationen auf Schutz achten durch Schirmmütze und bei etwas größeren z.B. (Qualitäts-) Kinder-Sonnenbrillen, wie sie fürs Skifahren angeboten werden. Nach der Operation eines Grauen Stars ist die Gefahr der UV- Schädigung der Netzhaut erheblich vergrößert durch Wegfall der Absorption der natürlichen Linse. Übrigens wird erst seit der Einführung der Halogenbeleuchtung in Untersuchungsgeräten und Operationsmikroskopen seit einigen Jahrzehnten darauf geachtet, bei einer Augenoperation nicht länger als unbedingt nötig das Auge direkt zu beleuchten, hier wirklich, obwohl kein UV, zum Netzhautschutz.
Normale Untersuchungsgeräte für die Augen haben dimmbare ~ 10W Halogenbeleuchtung, zur Zeit beginnen Firmen damit, LED- Beleuchtungen dafür anzubieten.
Zur IR-Schädigung: Es ist der Glasbläserstar mit Bildung einer "Feuerlamelle" am hinteren Linsenpol bekannt. Aber selbst bei Hochofenarbeitern, hier bei uns gab es früher einige Metallgießereien, habe ich noch keine solche Veränderung gesehen, ich bin nicht einmal sicher, ob ich die früher in der Uni-Klinik jemals gesehen habe. Sicherlich tragen die Schutzbestimmungen der Berufsgenossenschaften (gesetzl. Unfallversicherung der Arbeitgeber) weitgehend dazu bei. Trotzdem kann ich nicht verstehen, dass auf Handwerkermärkten manche Glasbläser keinen entsprechenden Schutz tragen, ähnlich wie auch Steinmetze wohl grundsätzlich erst auf den Verlust eines Auges warten, ehe sie eine (vor allem Metallsplitter-) Schutzbrille nehmen. Für die Netzhaut scheint die Absorption von IR weitgehend auszureichen.
Zur Selbstschädigung: Kleinen Kindern und geistig Behinderten sollte man keine helle LED-Taschenlampe in die Hand geben. Nicht nur bei erheblich geistig Behinderten gibt es das schon, dass man absichtlich in starke Lichtquellen schaut:
http://www.milankarakas.org/pub/Eye_inj ... njury.html
Ich war entsetzt, als ich bei im Laserfreak-Forum gelesen habe, wie die mit starken Lasern umgehen.
http://www.laserfreak.net/forum/viewtop ... =2&t=40788
Ich glaube weiterhin, dass die hiesigen Forumsteilnehmer kaum Gefahr laufen, sich bleibende Schäden mit den hier angebotenen LEDs zu holen, wenn man nicht bei voll strahlender LED Montagearbeiten durchführt, wobei man direkt in oder fast direkt in diese sieht.
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Denke ich nicht. Jeder der sich schon mal eine Led oder eine Led-Produkt (zum Beispiel eine Taschenlampe) gekauft hat, hat wahrscheinlich auch richtig ins volle Licht reingeschaut, nur um zu sehen, wie hell das Licht wirklich ist. Egal ob das nur eine zehntel Sekunde oder etwas länger war.O.Mueller hat geschrieben:Ich denke ein denkender Mensch vermeidet grundsätzlich direkt in eine Lichtquelle zu sehen.
Das ist genauso wie die Sache mit dem Schweißen. Wir wissen zwar, dass man dort nicht hin- oder reinschauen soll und trotzdem machen wir es. Vielleicht weil wir einfach nur neugierig sind.


