Gutes Licht in vorhandenen Lampen

Haben Sie produktspezifische Fragen ?

Moderator: T.Hoffmann

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xmas
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Di, 29.09.09, 10:22

Guten Tag!
Ich bin neu in diesem Forum und wende mich an die „alten Hasen“, da ich mich in einer Situation befinde, die für mich völlig neu ist. Der 9-jährige Sohn meiner Freundin leidet unter einer Augenkrankheit, die es notwendig macht, die Beleuchtung im Haus deutlich zu verbessern. Wenn wir „Normalsichtigen“ noch alles problemlos erkennen können, ist es für ihn bereits stockdunkel. Eine für uns völlig ausreichende Außenbeleuchtung hilft ihm z. B. überhaupt nicht weiter, er sieht wirklich nichts mehr!
Das führt bei mir zu der Überlegung, vorhandene Leuchten im und am Haus auf LED umzurüsten, denn im Moment führt diese Sehschwäche natürlich zu einer „Festbeleuchtung“, die für mich, der ich schon immer auf Energieverbrauch geachtet habe, natürlich die Nackenhaare hochtreibt, wenn 100-W-Halogenlampen stundenlang brennen, um ihm die Wohnräume überhaupt sichtbar zu machen.

Meine Fragen werden im Laufe der Zeit also vielfältig sein.
Zuerst hätte ich gern gewusst, welche Möglichkeit ich habe, eine alte Industrielampe, die in ca. 3,50 Höhe angebracht werden soll, so auf LED umzubauen, dass sie das Wohnzimmer ausreichend beleuchtet, aber nicht den Eindruck einer kalten Hallenausleuchtung erweckt.
Außerdem hätte ich gern gewusst, ob ich vorhandene E14- oder E27-Leuchten durch LEDs ersetzen kann, die ebenfalls noch eine erträgliche Lichtwärme haben und welche Produkte das wären.

Vielen Dank im Voraus!
xmasius
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Achim H
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Di, 29.09.09, 11:25

Willkommen im Forum!

Ich habe gerade ein PDF über retinale Sehprothesen gelesen. Hierbei werden Mikrochips auf oder unter die Netzhaut implantiert, die die normale Funktion des Auge (soweit noch vorhanden) unterstützen. Zusätzlich bekommt der Patient eine Sehhilfe (Brille), die eine Kamera für jedes Auge enthält. Die Bilder werden per Funk ans Auge gesandt und dort wieder in elektrische Reize umgewandelt. Allerdings geht aus dem PDF (ist vom März letzten Jahres) nicht hervor, wie weit der Stand der Technik ist. Möglicherweise weiß der Augenarzt resp. die Krankenkasse mehr. Zumindest würde es neue Wege ermöglichen, ohne das ganze Haus auf eine Extrembeleuchtung umzurüsten.

mfg Achim
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TomTTiger
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Di, 29.09.09, 11:57

Hallo xmasius

zuerst einmal müsste der erforderliche Lichtstrom ermittelt werden, bei dem dein Sohn alles erkennen kann.
Ausdrücke wie "stockdunkel"- "Normalsehende" usw. werden keinen hier wirklich weiterbringen, wenn es eine einigermaßen professionelle Lösung geben soll.
Daher wäre es erstmal wichtig, wenn du mal aufschreibst, welche Menge an Strahlern oder Lichtquellen du für wieviel Quadratmeter Beleuchtung jetzt hast, und welche Art und Wattage das dann wäre. Damit kann man dann das Gesamtlumenpaket ermitteln und dir dann eventuell mal einen oder mehr Tips geben.

Noch ne Frage : Musst du auch am Tag generell das Licht an lassen, damit dein Sohn was erkennt?

Je nach Lichtmenge bieten sich auch andere Lichtquellen als LED an, z.B. HQI / HIT usw. oder Leuchtstoffröhren in ordentlicher Menge.
Wenn du deren Lichtleistung in LED und Kühlung/Ansteuerung usw. investierst, wirst du wahrscheinlich arm ...

Zahlt die Krankenkasse wenigstens teilweise diese Kosten? Hast du schonmal über eine professionelle Lichtplanung vom Fachmann nachgedacht?

Viele viele Fragen :D
Grüße
Tom
xmas
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Di, 29.09.09, 12:00

Moin!

Danke für die schnelle Antwort. Leider ist das nicht so „einfach“. Die medizinische Betreuung ist hervorragend, es handelt sich um DEN Arzt auf diesem Gebiet. Ich will es mal so ausdrücken: Ich werde irgendwann alles wieder auf normales Licht umrüsten können. Aber nicht, weil die Krankheit besser geworden ist.
Eine technische Lösung ist mir auch lieber, als ein medizinischer Eingriff, zumindest solange Sohnemann noch im Wahstum ist.

Danke,
Michael
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Di, 29.09.09, 12:05

Ich denke, wenn die Anschaffung bezahlbar bleiben soll, kommst Du um 58W-T8- oder etwas moderner und och ein wenig effizienter T5-Leuchtstoffröhren hoher Qualität (mindestens Farbnummer 827, besser 930) nicht herum. Ein elektronisches Vorschaltgerät mit Vorheizung muss auch noch sein, dann halten die auch ca. 24.000 Stunden.

Die gleiche Helligkeit mit LEDs würde etliche tausende Euro Anschaffungskosten erfordern. Eine gute 58W-Röhre kostet 10 bis 20 €. Die beiliegenden Röhren aus Baumarkt-Leuchten kann man aber gleich nach dem Kauf als Sondermüll abgeben.
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TomTTiger
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Mi, 30.09.09, 05:43

Farbnummer 827, besser 930
Die Farbnummern bedeuten folgendes : XYY
X = Mindest-Farbwidergabeindex CRI * 10 (8=80 9=90)
YY = Lichtfarbe * 100 (27=2700K 30=3000K)

Also 827 sind CRI 80-90 und 2700K ziemlich warmweiß (Lichtfarbe ähnlich einer Glühlampe)
930 ist CRI min. 90 und 3000K (Halogenlampen ähnliches warmweiß)

Von 840 oder gar 956 würde ich im Wohnbereich abraten, da das Licht schon ziemlich kalt wirkt.
Obwohl gerade diese Lichtfarben ein subjektiv empfunden helleres Licht abgeben als die vergleichbare 830er Ausführung.

Wie schon CRI 93+ /Ra 93+ erwähnte, lass die Baumarktleuchten da liegen wo sie sind, und erkundige dich beim Fachmann.
Ich habe schon viele billige Baumarkt Leuchten mit EVG gesehen, deren Wirkungsgrad katastrophal war.
Da pumpst du schon mal bis zu 30% des Gesamtverbrauchs in die Verlustleistung des EVG's.
Gute EVG Marken (Hüco, Philips, Osram, Tridonic ATCO, Vossloh Schwabe usw.) sind daher Pflicht :)

Grüße
Tom
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Mi, 30.09.09, 11:43

Notfall gingen auch Kompakt-Energiesparlampen mit 23 Watt, besser 30 Watt, falls es schlecht möglich ist, auf echte Leuchtstoffröhren umzurüsten.

LEDs sind leider noch dermaßen teuer, dass es ca. 100€ kostet, die Lichtmenge einer 100W-Glühlampe zu ersetzen (Grundlage ist der wirkungsgrad einer 100W-Glühlampe von ca. 13-14 lm/W). Da ist dann für die LED allerdings auch schon Netzteil, Kühlkörper, Gehäuse, etc. mit drin.

Man müsste es genau durchrechnen, wenn das ganze mehr als 12h am Tag an ist, sind LEDs in der Anschaffung sicher billiger als der Strom für Glühlampen über 5-10 Jahren. Aber Leuchtstoffröhren sind doch noch kosteneffizienter, erst recht wenn es RICHTIG hell werden soll.

Weiterhin verliert man bei indirekter Beleuchtung mit LEDs auch irgendwo deren Vorteil des gerichteten Lichts, aber wenn Dein sohn ohnehin schon nur ganz wenige Lichtempfindliche Zäpfchen im auge hat, dann sollte man es --- erst recht bei den geforderten Lichtstärken --- nicht riskieren, dass er die durch einen konzentrierten direkt einsehbaren LED-Lichtstrahl noch weiter beschädigt.


IMHO sollte man ruhig mal z.B. die 30W-MegaMan Natural Color versuchen, die hat zwar mit 965 (CRI mindestens 90, 6500 Kelvin) sehr kaltes, tageslichtähnliches Licht, aber eben auch einen hohen CRI und vielleicht gibt es ja eine Farbtemperatur, bei der die Augen besonders gut ansprechen.
Vielleicht auch je eine 23 Watt-Energiesparlampe pro 4 m^2 Raumfläche (schätze ich jetzt mal so). Osram kann ich hier leider absolut nicht empfehlen, da zwar die konventionelle ESL nach einigen Minuten gutes Licht macht, aber auch dauerhaft einen ziemlich ungesund riechenden Geruch ausdünstet, zumindes stinkt es in der (geschlossenen) Lampe in der sie steck erbärmlich nach giftigem Chemie-Cocktail. :-( Und eine Osram-Induktionslampe dünstet zwar (vermutlich) nichts aus (ist auch gar nicht wirklich von Osram, sondern wird aus Kanada zugekauft), startet in 15 Sekunden bis 90% Helligkeit, geht aber bei häufigen schalten auch schnell kaputt, zumindest mein Exemplar.

Vielleicht gibt es auch eine bestimmte Farbe, auf die er sehr gut reagiert (kann er farbsehen?), dann könnten farbige LEDs vielleicht eine option sein. Wenn er aber Farben unterscheiden kann, wäre das sinnlos, das sollte man ihm dann nicht auch noch nehmen.
xmas
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Mo, 12.10.09, 12:01

Hallo allerseits!

Vielen, vielen Dank für die kompetenten Antworten. :D Ich hatte zwar schon auf drei Beiträge geantwortet, leider sind aber zwei davon im elektronischen Nirwana verschwunden und ich finde sie auch nicht wieder. :? Sorry, es handelt sich also nicht um Unhöflichkeit, dass hier keine Beiträge von mir auftauchen, sondern höchstens um WEB-technische Inkompetenz meinerseits, oder Inkompatibilität von MAC und dem Rest der Computerwelt andererseits. Wobei ich dann auch beim Thema bin. Als Laie auf dem Lichtsektor hatte ich nämlich gedacht, dass die LED-Tecnik die Lösung aller Licht-Probleme darstellt und wurde dann hier auch prompt auf den Boden der Tatsachen zurück beordert. Auch wenn ich von den Abkürzungen, die hier von den Fachleuten verwendet wird, keinen blassen Schimmer habe, so habe ich dann doch gelernt, dass es mit „Birnentausch“ nicht getan ist, sondern ich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen muss, um die drei Grundthemen Ausreichende Lichtausbeute für Tobi, Energieverbrauch und Wohnambiente sinnvoll zu verknüpfen. Dass es bei den Energiesparlampen deutliche Qualitätsunterschiede gibt, habe ich bereits erfahren, die Birnen vom Discounter brennen jedenfalls nur noch in „Sekundär“-Räumen und die LED-Leuchten, die bei ALDI im Angebot waren (die ergaben dann auch tatsächlich die gewaltige Lichtausbeuten einer normalen 15W-Birne), sind auch schön dort liegen geblieben. :wink:
Synthy82
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Mo, 12.10.09, 12:22

Jetzt kenne ich die Augenkrankheit des Jungen nicht, weiß auch nicht, wie weit sich schlecht ausbalanciertes Licht auswirkt - aber im Grunde geht nichts über Temperaturstrahler, weil es nichts gibt, das an deren Spektrum heranreicht. LEDs könnten es eines Tages schaffen, zumindest besser als Leuchtstofflampen, von denen bisher alle die typischen Quecksilber-Peaks im Spektrum zeigen.
Kompaktleuchtstofflampen, besonders solche mit integriertem Vorschaltgerät zum Einschrauben, haben so gut wie nur Nachteile - der einzige Vorteil ist, dass sich eine Fassung stärker belasten lässt oder eine andere Farbtemperatur erzielbar ist. Ansonsten sind sie gesundheits- und umwelttechnisch sehr ungünstig. Zusätzlich wird die Umwelt mit Hochfrequenzmüll kontaminiert.
Ums kurz zu machen: Auch auf dem Halogensektor gibt es weit entwickelte Lampen - beispielsweise die mit IRC-Coating. Die guten unter diesen erreichen mittlerweile Energieeffizienz B.
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