Tageslicht, warmweiss und kaltweiss

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Moderator: T.Hoffmann

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Meks
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Do, 20.08.15, 17:27

hallo da draussen

vorab einmal das, was ich glaube zu wissen:
kaltweiss hat IMHO einen höheren Blaulichtanteil
Pflanzenlicht hat IMHO einen geringeren grünanteil, wie aus der antwort meines posts erfahren durfte :idea:
... so weit so gut ...

und jetzt kommts :)
Ist somit für die Bezeichnung "Tageslicht" nur der
Anteil des Tageslichtweiss (IMHO 6500K) interessant?
und ist warmweiss lediglich eine andere bezeichnung für Tageslicht?

falls ja, heisst das alle
anderen Farben (?spektren? rot, blau ...) haben im Tageslicht
immer den gleicher Anteil
bzw. bei welchen Anteilen der anderen Farben spricht man von Tageslicht im herkömmlichen Sinn?

was mich auch noch interessiert:
Warum hat weiss die Eiheiten "K" und nicht Nanometer wie die anderen Farben?

hoffe ich habe mich gut verständlich gemacht und
freue mich über jede Art von Hilfestellung
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Handkalt
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Do, 20.08.15, 19:52

Hallo Meks,

schau Dir mal den Wikipedia-Artikel Farbtemperatur an. Wenn dann noch etwas unklar ist, frage nochmal.

-Handkalt
oscar
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Do, 20.08.15, 23:02

Hi,
Meks hat geschrieben:was mich auch noch interessiert:
Warum hat weiss die Eiheiten "K" und nicht Nanometer wie die anderen Farben?
weil Weiß keine Farbe ist und nicht aus einer einzigen Farbe sondern aus einer Mischung aus vielen Farben (nicht Malfarben (subtraktives Farbmischen) sondern Licht (additives Farbmischen)) besteht. Weißes Licht besteht demnach aus einem ganzen Band an Wellenlängen (380-780nm). Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtspektrum: dort wirst Du kein Weiß finden.

Schau mal mit einer Lupe Deinen Monitor an, woraus dort Weiß besteht.
Weiß ist bei Licht nicht gleich weiß, wie Du bereits weißt: warm, neutral, kalt, ... -> Handkalts Link.

Grüße, Markus
Meks
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So, 23.08.15, 11:59

grossen Dank für die Links, die ich mir zu Gemüte geführt habe
das mit dem weiss habe ich IMHO verstanden :)

kann man das weitere grob zusammenfassen anhand folgender grafik von dem empfohlenen link bei wikipedia, daß
je höher die wellenlänge desto weniger K, desto kälter ?
oder je höher der blauanteil dest höher ist K?
Licht%wikipic01&02.JPG
Licht%wikipic01&02.JPG (22 KiB) 2653 mal betrachtet

wenn ja, warum wird in der tabelle (auch aus dem empfohlenen link bei wikipedia) tageslicht dann auch kaltweiss definiert,
wenn doch wie oben ein hoher K Wert mehr Wärme darstellt? tippfehler?
licht%wikipicTabelle.JPG
licht%wikipicTabelle.JPG (20.91 KiB) 2653 mal betrachtet

auch brennt es mir unter den nägeln warum es brilen mit blaulichtfilter gibt, da ein zu hoher blaulichtanteil
anscheinend nicht gut verträglich sein soll?


würde mich über weitere aufklärungen freuen
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Handkalt
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So, 23.08.15, 12:43

Wenn ich die Farbtemperatur (in K) betrachte, werden die Begriffe "Warmweiß" und "Kaltweiß" tatsächlich falsch herum verwendet: mit "Warmweiß" bezeichnet man ein Licht mit niedriger Farbtemperatur, mit "Kaltweiß" ein Licht mit hoher Farbtemperatur. Sehr verwirrrend! Aber das kommt wohl daher, dass diese Begriffe nicht die Farbtemperatur, sondern die emotionale Wirkung des Lichts ausdrücken sollen. Ein gelblich-rötliches Licht (mit niedriger Farbtemperatur) wird als "warmer Farbton" empfunden, vielleicht weil es an eine Glut oder ein Feuer erinnert. Ein bläuliches Licht (mit hoher Farbtemperatur) wird als "kühler Farbton" empfunden - vielleicht, weil es an eine Herbst- oder Winterlandschaft erinnert. Vergleiche auch die Kennzeichnung an Wasserhähnen und ähnlichem: blau=kalt, rot=warm.
Meks hat geschrieben:je höher die wellenlänge desto weniger K, desto kälter ?
Wie Markus schon geschrieben hat: "die" Wellenlänge gibt es bei weißem Licht nicht. Es ist ein Gemisch, bei Sonnenlicht ein ganzes Spektrum von Wellenlängen. Siehe auch dieses Bild. Es gilt: Je weniger K, desto geringere Farbtemperatur - aber gleichzeitig: desto "warmweißer" (siehe oben).
Meks hat geschrieben:oder je höher der blauanteil dest höher ist K?
Ja.

Brillen mit Blaulichtfilter: sagt mir nichts. Ich kenne Brillen mit UV-Filter, die gibt's natürlich aufgrund der Gefährlichkeit der UV-Strahlung.

-Handkalt
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John.S
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Mo, 24.08.15, 08:35

Schau in die Definition eines schwarzen Strahlers, dort wird es erklärt. In dem Zusammenhang ist auch das Wiensche Verschiebungsgesetz wichtig. Kurz: Ein Körper über 0 Kelvin strahlt um so kurzwelliger, je größer die Temperatur ist. Oder genauer gesagt das Emissionsmaximum verschiebt sich zu kürzeren Wellenlängen hin. Irgendwo bei 600-700 °C erreicht die Emissionskurve dann den sichtbaren Bereich und so ein Körper strahlt rötlich, während das Emissionsmaximum noch weit im Infraroten Bereich liegt. Die Sonne strahlt wiederum bei einer Oberflächentemperatur von 5800K maximal bei 500nm, also im türkisen Bereich. Eine Glühlampe bei 3000K strahlt bei 966nm maximal, also schon weit außerhalb des sichtbaren Bereichs. Das Beispiel aus deinem Diagramm mit 23000K strahlt maximal bei 126nm, also schon im harten UV-C-Bereich!
auch brennt es mir unter den nägeln warum es brilen mit blaulichtfilter gibt, da ein zu hoher blaulichtanteil
anscheinend nicht gut verträglich sein soll?
Wenn tatsächlich die Rede von Blau ist, also nicht UV, dann ist das esoterischer Unsinn. Wie oben dargelegt ist, strahlt unsere Sonne maximal sehr nah am blauen Bereich und das indirekte Himmelslicht hat eine noch höhere Farbtemperatur, was man an der blauen Farbe erkennen kann. :mrgreen:

Die gelben Brillen dienen dazu die Sehschärfe zu verbessern, weil diese beim menschlichen Auge im blauen Bereich schlechter ist als im Bereich Gelb-Rot. Jeder kennt es von weit entfernten punktförmigen Lichtquellen. Blaue Lichtquellen verschwimmen, nicht jedoch rote die man gut auflösen kann.
Zuletzt geändert von John.S am Sa, 12.09.15, 09:42, insgesamt 1-mal geändert.
Meks
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Di, 25.08.15, 15:34

grosses danke für die für mich "erleuchtenden" Einsichten :D
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