KSQ (Steckernetzteil)

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Moderator: T.Hoffmann

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Do, 10.11.11, 15:36

Im Herstellerdatenblatt ist ein "No Load Loss" von <0,3W angegeben. Kann ich davon ausgehen, dass diese KSQ ohne Probleme sekundär geschaltet werden darf?

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Diese Frage von Uwe S. bezieht sich auf Konstantstromquelle 700mA, IP20 und wurde durch den FAQ-Bot automatisch eingestellt.
Borax
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Do, 10.11.11, 16:14

Ich würde eher sagen, der "No Load Loss" bezieht sich auf den verbrauchten Strom wenn nichts angeschlossen ist. Das hat aber zunächst nichts damit zu tun, ob man auf der Sekundär-Seite schalten kann/darf/soll. Wie hoch die Spannung wird, wenn keine Last angeschlossen ist, steht ja so nicht im Datenblatt. Ohne es konkret nachzumessen würde ich es eher nicht empfehlen.
Strumboe
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Do, 10.11.11, 16:21

Habe mir mal das Typenschild angschaut.

3..10,5 V 14VDC max.

Load: 1..3x1W

Es scheint so, als wenn dem Schalten der Sekundässeite nichts im Wege steht. Aber ich gebe Borax recht. Ohne vorher dieses auch durch eine Messung bestätigt zu bekommen, würde ich die Primärseite schalten.

Gruß
ustoni
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Do, 10.11.11, 16:55

Zunächst mal zur Info: Die Frage stammt von mir.

Die Abbildungen auf den Produktseiten entsprechen leider nicht genau den jeweiligen Netzteilen. Daher ist der Aufdruck mit Vorsicht zu genießen.

Ein Steckernetzteil primärseitig zu schalten macht wenig Sinn. Dazu müsste die entsprechende Steckdose einzeln schaltbar sein.

Hier hoffe ich auf eine entsprechende Messung durch das Labor von Lumitronix. Der Messaufbau wäre ja ziemlich simpel: die Sekundärseite des Netzteils über einen Schalter mit einem 5 Ohm/3 W Widerstand verbinden. Über dem Widerstand ein Oszilloskop anschließen. Zeitachse: 1 bis 2 msec/Div, X-Achse 2 V/Div, Triggerlevel etwa 2 V.
Oszilloskop auf Single Shot stellen und Schalter einschalten. Aus der Spannungskurve kann man dann relativ leicht auf den Strom schließen.

Ich würds ja selber machen, habe aber kein solches Netzteil. Und bevor ich 10 € ausgebe, möchte ich schon wissen, ob ich es auch gebrauchen kann. Zum Ausschalten den Stecker ziehen ist mir zu lästig. Sollte es nicht sekundär schaltbar sein, würde ich eher ein Festspannungsnetzteil verwenden und eine Niederspannungs-KSQ nachschalten.
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Beatbuzzer
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Do, 10.11.11, 18:19

Das Problem mit dem sekundär schalten bei KSQs könnte man eventuell mit einem großen Kondensator parallel zu den LEDs lösen. Das Schaltbild ist dabei natürlich: KSQ -> Schalter -> Kondensator -> LEDs. Dann baut der Kondensator beim Einschalten einen Großteil der überhöhten Spannung durch sein Kurzschlussverhalten ab.

Nachteile sind allerdings, dass der Schalter extrem belastet wird und das ganze bei Ausschalten und direktem Wiedereinschalten nicht sicher genug ist, da der externe Kondensator noch zu viel Ladung besitzt und der interne in der KSQ evtl. schon wieder voll ist.
Ein kleiner Widerstand in Reihe zum Schalter könnte den Stromstoß in Grenzen halten, braucht aber Effizienz. Letztens Endes ist es auch nur eine Bastellösung und nichts "richtiges"...
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R.Kränzler
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Fr, 11.11.11, 09:05

Sowohl in der Artikelbeschreibung wie im Datenblatt dieser KSQ (95091)ist zu finden: Ausgangsspannung: 3 V - 3,5 V.
Also kann man gefahrlos sekundärseitig schalten.
Borax
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Fr, 11.11.11, 09:09

Ausgangsspannung: 3 V - 3,5 V.
Gilt das auch im unbelasteten Zustand? Hat das mal jemand nachgemessen?
ustoni
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Fr, 11.11.11, 09:32

@ R.Kränzler:
Da machst Du es Dir mit Deiner Antwort dann doch etwas zu einfach! Die von Dir angegebene Ausgangsspannung bezieht sich auf einen Ausgangsstrom von 700 mA.
Im Kopf des Datenblatts ist die KSQ mit Typenschild abgebildet. Darauf steht:
3V...3,5V 4V DC max
Daraus könnte man schließen, dass die KSQ im unbelasteten Zustand (da ist eine Stromregelung ja nicht möglich) bis zu 4 V betragen kann. Die Frage ist jetzt einfach, was passiert, wenn man den Ausgang in diesem Zustand auf eine LED schaltet? Welcher Strom kann kurzzeitig fließen?

Da der Schaltplan unbekannt ist, wird die Frage ohne Messung im Labor nicht beantwortet werden können.

Ich habe vor, eine Samsung 3535 damit zu betreiben. Gem. Datenblatt verträgt diese LED max. 1500 mA. Bei 4 V würde dieser Strom erheblich überschritten.
ustoni
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Fr, 18.11.11, 13:57

Da Lumitronix bisher keine sinnvolle Antwort liefern konnte, habe ich die Messungen selbst durchgeführt. Hierzu habe ich mir eine entsprechende KSQ bestellt (Lieferung: wie immer Top und wahnsinnig schnell! Dickes Lob!) An die 700 mA-KSQ habe ich eine Samsung LED 3535 (gekühlt) über einen Schalter angeschlossen. Die Messung(en) wurde(n) mit einem Tektronix TDS 3052 durchgeführt, Messung über der LED.
Einstellung erste Messung:
- Horizontal: 1 usec/Div
- Vertikal: 0,5 V/Div
- Trigger Level: ca.. 800 mV
-Edge: Rising
-Funktion: Single Shot
Ergebnis:
TEK_1usec.jpg
Erster Eindruck: Top-Ergebnis für dieses Netzteil. Bei der zweiten Messung habe ich die horizontale Auflösung auf 20 nsec/Div erhöht, um den Einschwingvorgang näher untersuchen zu können:
TEK_20nsec.jpg
Die KSQ belastet zu keinem Zeitpunkt den Verbraucher (LED) übermäßig. Es scheint eine Schaltung eingebaut zu sein, die den Normalzustand (700 mA) vom Leerlauf klar unterscheiden kann. Bei Einschalten des Verbrauchers wird der Strom innerhalb von ca. 80 nsec "sanft" hochgefahren, bis die 700 mA erreicht sind.
Fazit:

Die KSQ ist uneingeschränkt für sekundäres Schalten geeignet.

Eine zusätzliche Leistungsmessung hat ergeben, dass die KSQ ohne Last keine messbare Leistung aufnimmt (Toleranz der Messung: 10 %, Anzeigeumfang: 2 Nachkommastellen). Im Betrieb (700 mA) ergibt sich ein Wirkungsgrad von ziemlich genau 70%
ustoni
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Fr, 18.11.11, 14:13

@Sailor:
Etwas verblüfft war ich auch. Besonders die Leistungsmessung hat mich wirklich umgehauen. Wenn ich dieses Netzteil über einen Leistungsmonitor einstecke, wird mir kurz (2-4 sec) eine Leistung von 0,8 - 0,4 W angezeigt, danach konstant 0,00 W. Das mag sicher an den ca. 25 € Kosten dieses Geräts liegen, heißt für mich aber, dass keine nennenswerte Leistung im Leerlauf verbraucht wird. Nur ein anderes ? ...
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Fr, 18.11.11, 14:21

ustoni hat geschrieben:Wenn ich dieses Netzteil über einen Leistungsmonitor einstecke, wird mir kurz (2-4 sec) eine Leistung von 0,8 - 0,4 W angezeigt, danach konstant 0,00 W.
CRI 93+ / Ra 93+ mit seinem Power Meter von HAMEG wäre jetzt gefragt :wink: Die Daten wären dann verlässlich.

Allerdings klingen deine Werte auch recht plausibel. Beim einstecken wird der Siebelko geladen, und danach ist Ruhe. Kannst das Gerät ja mal während des Betriebes (LED an) dazwischen lassen. Wenn es dann auch realistische Werte anzeigt...
ustoni
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Fr, 18.11.11, 14:29

Im Betrieb zeigt mir das Gerät knapp 3,4 Watt an. Eine 3535 von Samsung liegt bei 700 mA bei ca. 2,1 bis 2,4 Watt. Das ergibt dann einen Wirkungsgrad von etwa 70%.
Auch wenn ich solchen Billiggeräten nicht endlos vertraue, die Tendenz stimmt.

Eine ähnliche Messung an einem Steckernetzteil ArtNr.95012 (12 V, 800 mA) hat 0,4 W ohne Verbraucher ergeben.

Passt also.
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