Augenschmerzen durch LED-Leselampe?

Haben Sie produktspezifische Fragen ?

Moderator: T.Hoffmann

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andih1
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Mi, 08.09.10, 20:47

Hallo!
Ich habe bei uns im Wohnzimmer eine 20W Halogenbirne durch dieses G4 Downlight (warmweiß) ersetzt. Ich konnte keine nennenswerten Unterschiede zum 20W-Halogen-Leuchtmittel feststellen, außer dass das Licht etwas weißer ist. Jedoch beklagt sich mein Vater, dass ihm beim Lesen schnell die Augen weh tun, auch wenn er die Lampe ein bischen weg dreht, so dass das Licht ein bischen dunkler wird... :( Hat jemand eine Erklärung dafür? Dass die Buchseite etwas greller erscheint stimmt schon. Liegts echt an dem kleinen Unterschied der Lichtfarbe? Hat das LED-Leucht mittel vielleicht Schwarzlicht-anteile, weil einem weißes Papier etwas leuchtend vorkommt? Und falls ja kann das Augenschmerzen verursachen? Ich hab bis jetzt immer nur max. 30 min unter der Lampe gelesen und hatte noch keine Probleme.
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Sailor
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Mi, 08.09.10, 23:14

Prüfe mal, ob die Leuchte flimmert (schnelle Bewegung mit gespreizten Fingern einer Hand zwischen Augen und Downlight).

Das sehe ich als mögliche Erklärung, insbesondere wenn Dein Vater eine geteilte Brille trägt (sichtbare Linie zwischen Fern- und Leseteil).
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schlosshund
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Do, 09.09.10, 05:22

andih1 hat geschrieben:Liegts echt an dem kleinen Unterschied der Lichtfarbe? Hat das LED-Leucht mittel vielleicht Schwarzlicht-anteile, weil einem weißes Papier etwas leuchtend vorkommt?
Hallo, also an der Lichtfarbe kann es auch liegen, da reagiert jede Person unterschiedlich darauf. Schwarzlichtanteile gibt es bei Leds nichts, außer wenn es halt UV-Leds sind. Das kann man also ausschließen. Sailor hat da einen super Tipp gegeben. Vielleicht flimmert das Licht (auch vielleicht nur unmerklich fürs Auge) und das schafft unser Gehirn halt nicht auf Dauer.
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P.Sparenborg
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Do, 09.09.10, 06:59

Ich würde sagen: Ursachen suchen ist hier sinnlos. Soetwas kann durch unterschiedichste Effekte entstehen, ob Flimmern, Farbe oder vielleicht einfach weil dein Vater die LEDs nicht mag. Die sinnvollste und einfachste Möglichkeit ist es die Lampe auszutauschen, mit etwas Glück kann man vielleicht mit einer anderen LED Lampe Erfolge erzielen, aber wahrscheinlich macht man am besten einfach wieder die alte Lampe rein.
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Sailor
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Do, 09.09.10, 07:45

Ich denke doch, dass die Ursache interessant ist.

Nachdem ich nun doch schon sehr viele LED´s im Wohnbereich und in Leselampen einsetze, wurde mir noch von niemandem im Freundes- und Bekanntenkreis eine entsprechende Rückmeldung gegeben.

Da ich bereits seit einiger Zeit in den erlauchten Kreis der "Alten Säcke" aufgenommen wurde, bewegt sich auch dieser Kreis überwiegend im Bereich älter als 60 und fast alle sind Brillenträger.

Die Lichtfarbe selbst schließe ich aus, da auch das Tageslicht in der Farbe variiert.

Eher sehe ich die Reflektion bei Hochglanzzeitschriften oder in der Brille oder das beschriebene Flimmern als Ursache.

Flimmern könnte bei der beschriebenen Kombination dadurch entstehen, dass der Halo-Trafo und die Elektronik auf dem Downlight nicht wie gewünscht zusammenspielen.
Darkness67
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Do, 09.09.10, 08:05

Mich würde die Ursache eigentlich auch interessieren.

Glaube selbst kaum, dass die Lichtfarbe zu Kopfschmerzen führt. Ich selbst merke in hellen Räumen mit grellem Licht eher, dass es einem schwindelig wird, einfach ein unangenehmes Gefühl. Also so geht es mir zumindest.

Das Flackern würde es erklären. Mein Dad hatte selbst mal so einen Übeltäter im Haus und hat es komischerweise selbst nicht einmal bemerkt. Ich hatte ihn dann bei einem Besuch darauf angesprochen, dass das Flackern grausam sei, erst dann hat er es auch bewusst wahrgenommen.
Durch flackerndes Licht werden die Augen enorm gefordert, was durchaus zu Kopfschmerzen führen kann.
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Do, 09.09.10, 08:11

Ja, leider flackern viele LED-Leuchtmittel mit 100 Hz, manche nur wenig (Philips Econic 4W-LED-Retrofit-Spots z.B.) manche aber auch übelst (der Unterschied ergibt sich durch die länge der Dunkelpausen), die Philips-Spots sieben die Unterbrechungen mäßig, aber eben unzureichend weg.

Allerdings erhäht sich bei kälteren Farbtemperaturen auch der Kontrast (weißes Blatt zu schwarzem Text) aber gerade das sollte eigentlich etwas ermüdungsfreieres Lesen ermöglichen, solange es nicht so grell ist, dass es wehtut.


IMHO wäre ein Gesetz, das das Flimmern von LED-Leuchtmitteln verbietet längst überfällig!
(Das sollte man dann auch gleich auf LED-Rücklichter anwenden, da sticht besonders VW mit einer viel zu niedrigen PWM-Frequenz im auf Schlußleuchten-Helligkeit gedimmten Betrieb der Bremsleuchten massiv negativ hervor, evtl. haben die den Fehler aber mittlerweile erkannt und bei neuen Modellen korrigiert, das würde aber nichts daran ändern, dass eigentlich alle betroffenen Fahrzeuge zur Bremslicht-Repearatur zurückgerufen werden müssten! Mir unverständlich, wie das KBA (Kraftfahrtbundesamt) sowas überhaupt für den öffentlichen Straßenverkehr zulassen konnte! Autobahnen sind keine Disco!)
Zuletzt geändert von CRI 93+ / Ra 93+ am Do, 09.09.10, 11:55, insgesamt 1-mal geändert.
sunshine
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Do, 09.09.10, 08:35

Schwierige Frage. Also ich persönlich reagiere auch sehr empfindlich auf zu grelles Licht. Bekomme dann auch immer sehr schnell Kopfschmerzen. Aber wie schon gesagt, auf diese Frage gibt es wahrscheinlich so pauschal keine Antwort, weil jeder unterschiedlich auf Licht reagiert. Vielleicht einfach mal ne andere Lampe probieren.
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ryestone
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Do, 09.09.10, 10:00

Vielleicht hat es auch etwas mit dem Farbwidergabewert zu tun, die warmweißen sind mit einemCRI von etwas über 60 sehr schlecht, ich habe meine im Badezimmerschrank deshalb gegen weiße (CRI 75) ausgetauscht. Bei den warmweißen war die Haut richtig fahl.
Ansonsten ist das direkt abgestrahlte Licht der LEDs ein sehr hartes Licht, bei den Halogen geht doch viel mehr über den Reflektor und wird gesoftet. Ich denke, das ist beim Lesen auf Dauer einfach angenehmer.
Übrigens ein Flimmern habe ich bei mir mit dem schnell schwingenden Bleistift nicht festgestellt, meine laufen aber auch an Gleichspannung. Ich könnte mir auch vorstellen, dass hier mit getakteten Halogen-Vorschaltgeräten in Wechselwirkung mit der Elektronik der Leuchtmittel eventuell Interferenzfrequenzen auftreten könnten, die dann im wahrnehmbaren (unbewußt?) Bereich liegen.
pantau
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Do, 09.09.10, 10:45

Das Flackern kenne ich auch. Ich hatte einen Spot der lange geflackert hat. Ich schäme mich ja auch kräftig dass der billig und nicht von hier war. :oops: Der hat dann auch vorgestern, nach nicht mal 500 Betriebsstunden, seinen Geist mit einem Knall aufgegeben, beim Öffnen alles schwarz drin, roch irgendwie nach Sylvesterknaller.
Aber das Flackern, um zum Thema zurückzukommen, war anfangs kaum bemerkbar und wurde entweder tatsächlich stärker, oder ich hatte zumindest den Eindruck nachdem ich es erst einmal festgestellt habe.
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Do, 09.09.10, 12:00

Wenn das ganze an einem elektronischen Halogen-Vorschaltgerät hängt, kann es sein, dass dieses 100 x pro Sekunde Unterlast erkennt und nie richtig anläuft. Hier hilft ggf. eine normale 10..20W-Halogenlampe parallel noch mit dran zu lassen, um eine Minestlast und vor allem auch eine Belastung bis hinunter zum Nulldurchgang sicherzustellen.

Der CRI ist beim Lesen sicherlich eher unwichtig, aber "sehr schönes Warmweiß" kann wohl --- vom CRI abgesehen --- nicht ganz stimmten, wenn Hauttöne in diesem Licht bereits fahl wirken... Höchstens für weiße Flächen, die angeleuchtet werden.
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andih1
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Do, 09.09.10, 17:48

Danke für die Antworten! :D
Hab die alte Halogen schon wieder drin. (Leider - Das ist halt die am meisten genutzte Lampe mit G4 Sockel im Haus)

Den Gedanken mit dem Flackern hatte ich auch schon, aber kann überhaupt kein Flackern erkennen und das hatte ich eigentlich schon ausgeschlossen, da die LED an einem normalen 12V-Tranfo mit Spulen hängt und somit mit 50 Hz versorgt wird. Ich vermute mal, dass Lumitronix 50Hz bei der Entwicklung berücksichtigt hat. Auf der Rückseite des Downlights ist ja auch die Elekronik zu sehen. Ich kann da auf jeden Fall mal einen Kondensator erkennen. (Da sind natürlich auch noch ein Gleichrichter, ein Widerstand und noch irgendwas, das ich nicht identifizieren kann). Flackernde Leuchtmittel (wie billige LEDs oder ESLs) kann ich normalerweis auch erkennen wenn ich mit meiner Digicam draufhalte. Da ist das Flackern dann durch die Abtastrate stark verlangsamt auf dem Display zu sehen. Die LEDs leuchten auch auf dem Display absolut gleichmäßig. (Außer natürlich die Abtastrate hätte genau die Frequenz des Leuchtmittels...)
Dass die Farbwiedergabe mit 62Ra nicht so toll ist stimmt schon, aber ob das die Augen ermüdet oder zu Augenschmerzen führen kann...??? Außerdem liest mein Vater hauptsächlich Romane unter dieser Lampe. Das heist kein Hochglanzpapier und schwarzer Text auf weißen Seiten. Da dürfte doch die Farbwiedergabe sowieso keine große Rolle spielen, oder?
Brillenträger ist mein Dad übrigens auch nicht.
Gibts hier niemand, der schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht hat? Oder einen Experten, der weis was für das Auge ermüdend oder unangenehm ist? (außer Flackern)
Werde nächste Woche mal selbst einen über-60-minuten-lese-dauertest durchführen und sehen, ob ich auch Probleme bekomme.
Evtl. schleife ich das Abdeckglas vor der LED mal ein bischen an, um das Licht diffuser zu machen. Kann dann hier noch mal Rückmeldung geben.
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Do, 09.09.10, 21:13

Habe auch 2 Leselampen (mit warmweißen High Power LEDs) im Dauerbetrieb, und nie irgendwelche negativen Befindlichkeiten verspürt.
Ebenso meine Frau, die den LEDs sonst durchaus kritisch gegenübersteht. Sie hat jedenfalls keine Probleme durch eine reichlich genutzte LED-Leselampe, und den einen oder anderen Umbau (von Glüh auf LED) meinerseits nichtmal bemerkt.

Ich denke, hier geht es eher in die psychische Richtung.
(Es sei denn, die LED flackert wirklich, oder/und hat einen sehr niedrigen CRI.)
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andih1
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Do, 28.10.10, 22:57

So, hat jetzt doch ein bisschen länger gedauert mit dem Rückmeldung geben. (Semester hat auch wieder Angefangen und hab deswegen nicht mehr so viel Zeit)
Hab mal eine Stunde unter der LED gelesen und muss sagen, dass ich das, wie mein Vater, auch anstrengender fürs Auge empfinde als unter Glühobst oder Tageslicht... Wär natürlich auch möglich, dass es sich hierbei um eine Art Nocebo-Effekt handelt oder sowas ähnliches, weil ich evtl. erwartet hab, dass es anstrengender ist. (Wenn dann hab ichs auf jeden Fall nicht bewusst erwartet, da ich ja eigentlich ein Befürworter von LEDs bin)
Naja, mein Favorit für eine Erklärung ist bis jetzt die Farbwidergabe. Dass die Lampe flackert kann ich jetzt sehr sicher ausschließen und Psychisch denk ich jetzt auch mal nicht, da auch mein Vater grundsätzlich nichts gegen LEDs hat und auch ich das Lesen anstrengender empfand.
Weis jemand, obs da auch eine Physiologische Erklärung dafür gibt, dass schlechte Farbwiedergabe zu Augenschmerzen führt?
Es wär mal Interessant, wenn jemand der das gleiche Leuchtmittel zuhause hat (G4 Downlight 1,8W), dieses als Leselampe benutzen würde und hier sein Empfinden posten würde.

Eine kurze Story noch: Letzte Woche war ich mit meinem Dad beim Italiener und da hat er gesagt, nachdem er eine Weile in einer Zeitschrift gelesen hatte: "Das ist genauso ein sch... Licht, wie das von deiner LED daheim."
In der Lampe waren ESLs vom Discounter eingeschraubt. Wobei die ja neben einer schlechten Farbwiedergabe auch teilweise Flackern.
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Fr, 29.10.10, 08:08

ESL flackern aber nicht komplett bis dunkel, die variieren nur ihre Helligkeit und das i.d.R. auch nur minimal. Ganz anders LED-Leuchtmittel vom Discounter, die flimmern übelst.

Ich kann mir vorstellen, dass es weniger an der Farbwiedergabe als an der höheren Farbtemperatur sowie dem Blau-Peak im LED-Spektrum liegt. Blau ist die Farbe, die einen wach hält und vielleicht es es genau das, was einen anstrengt...
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