Verbauen eines beleuchteten Druck-Schalters

Hier werden Fragen zu LED-Grundlagen beantwortet...

Moderator: T.Hoffmann

Verbauen eines beleuchteten Druck-Schalters

Beitrag am So, 01.07.12, 00:52 (0 Bewertungen, 30 Sterne)

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Hallo zusammen,

auf dem langen Weg zur Verwirklichung eines kleinen Beleuchtungsprojektes bin ich über die Frage gestolpert welchen Schalter ich verwenden soll.
Konkret geht es darum zwischen einem Netzteil:

http://www.leds.de/LED-Zubehoer/Strom-und-Spannung/Einbau-Netzgeraet-2-5A-24V-IP67.html

und vier LED-Leisten (vor die erste):

http://www.leds.de/LED-Leisten-Module/MultiBar-LED-Leisten/Lumitronix-MultiBar-49-warmweiss.html

einen beleuchteten LED-Druck-Taster zu verbauen. Wäre denn z.B. dieser hier prinzipiell geeignet:

http://drupal.engelking.de/sites/default/files/57M%20Series.PDF

?

Da steht ja was von:
150mA @ 28VDC
wobei eine LED-Leiste ja 280mA bei 24V benötigt...
Auf was muss ich denn achten, damit der Schalter auch einigermaßen eine angemessene Stückzahl an Schaltzyklen hinbekommt?


Grüße!
Dr_Shiwago
 
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Re: Verbauen eines beleuchteten Druck-Schalters

Beitrag am So, 01.07.12, 01:59 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

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Hallo Dr_Shiwago,

herzlichen willkommen im Forum.

Nein der Schalter tut es nicht lange, der ist zu schwach. Grundsätzlich würde ich eine Installation mit Netzteil immer auf der Netzseite schalten, denn sonst läuft das Netzteil immer im Standby, das wäre mir zu teuer. Möchtest du dennoch bei der Schaltweise bleiben, musst Du bei einem Schalter darauf achten, das er die benötigte Leistung in mA oder A auch verträgt. Die Angaben zur Spannung dürfen dabei ruhig höher ausfallen, das ist kein Problem. Also z.B. ein Schalter für 1 A @ 230 V geht auch genau wie ein Schalter 1A @ 52 V.

Im wesentlichen entscheidet die zu schaltende Stromstärke über die Auslegung der Kontakte und Brücken eines Schalters. Je höher die Stromstärke, welche geschaltet werden soll, desto leistungsfähiger sind die Kontakte und Brücken eines Schalters auszulegen. Die Spannung bestimmt im wesentlichen nur, wie weit die Kontakte und Brücken voneinander getrennt werden müssen, damit kein Funke überspringen kann und wie der Schalter nach außen Isoliert werden muss. (grob gesagt, klar spielen die Werte U und I zusammen und nehmen gemeinsam auch Einfluss auf das Schalterdesign)

So, jetzt solltest Du in der Lage sein, Dir einen Schalter nach deinem Geschmack aus zu suchen.
Gruß
Mr. Fix-it

PS es gibt auch beleuchtete Schalte für 230 V, die nehmen den Strom für die LED aus dem Netz (mit Vorwiderstand im Schalter eingebaut), dann kannst Du auch den Trafo beleuchtet schalten, wenn Du möchtest, und der Stromverbrauch für die eine LED und den Vorwiderstand ist weit geringer als der für ein Netzteil im Standby.
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Mr Fix-it
 
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Re: Verbauen eines beleuchteten Druck-Schalters

Beitrag am So, 01.07.12, 11:43 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

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Guten Morgen!
Erstmal vielen Dank für die schnelle und anschaulich beschriebene Hilfe!
Das mit dem Schalten der Netzseite hatte ich aus dem von dir genannten Grund auch vor.
Netzseitig hätte ich folgenden rastenden Schalter verwendet:
http://www.engelking.de/sites/default/files/CSIL02%20Vandalproof%20Pushbutton_69_Catalogue_Issue_5.pdf
Dieser müsste für diese Zwecke ausreichen.

Was mich bei der Schalterauswahl zwischen Netzteil und den LED-Modulen stutzig gemacht hat war die Problematik mit zu schaltendem Gleichstrom. Kann ich theoretisch den oben angegebenen Schalter auch für die Schaltung von Gleichstrom verwenden ohne Funkenflug zu bekommen oder sollte ich aus Sicherheitsgründen einen Schalter mit z.B. 5A, 250V Schaltleistung (AC) verwenden?

Grüße!
Dr_Shiwago
 
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Re: Verbauen eines beleuchteten Druck-Schalters

Beitrag am So, 01.07.12, 12:03 (1 Bewertungen, 10 Sterne)

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Zwischem dem Schalten von Wechsel- und Gleichspannung besteht ein gravierender Unterschied. Beim Ausschalten entsteht zwischen den sich öffnenen Kontakten zwangsläufig ein Lichtbogen. Bei Wechselspannung ist dieser weit weniger stärend als bei Gleichspannung, denn bei Wechselspannung verlöscht dieser im Nulldurchgang der Sinuskurve, bei Gleichspannung bleibt der Lichtbogen solange stehen, bis er aufgrund der wachsenden Kontaktabstände abreißt.

Bei Gleichspannung bricht daher das Schaltvermögen massiv ein. Ich habe jetzt auf die Schnelle keinen Schalter gefunden, der für Gleich- und Wechselspannung spezifiziert ist, aber bei diesem Relais ist das offensichtlich: Während es bei 230 Volt Wechselspannung noch 10 Ampere schalten kann, bricht das Schaltvermögen auf bei 220 V Gleichspannung auf 0,12 Ampere ein.

Ich würde einen Schalter, der nicht dediziert für das Schalten von Gleichspannung spezifiziert ist, nicht dafür verwenden.
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Loong
 
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Re: Verbauen eines beleuchteten Druck-Schalters

Beitrag am So, 01.07.12, 13:30 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

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Loong, sehr schön erklärt! Da hier lediglich 700 mA geschaltet werden müssen, ist ein Schalter der für 230 VAC @ 1A funktioniert auch bei 24 VDC @ 0,7 A sicher tauglich, obwohl es sich bei der einen um Wechselspannung und der anderen um Gleichspannung handelt:
hier mal ein Beispiel dafür:
http://www.reichelt.de/Kippschalter/MS- ... 295ea86359

Dieser Schalter schafft bei 230 VAC, 3 A, bei 30 VDC immer noch 4 A. Rechnet man beide Werte in Watt um, wird klar, das DC weit weniger Leistung geschaltet werden kann als AC, was an denen von Loong beschrieben Phänomen liegt, wird hingegen die Spannung nicht bzw. kaum verändert, dann sieht das Ergebnis natürlich dramatischer aus, als es für das Beispiel von Dr-Ch. tatsächlich ist. Oben wird jedoch die Schaltleistung um 90% im ersten Beispiel und um die 50% im zweiten Beispiel, gegenüber der Schalter-Auszeichnung, bei der übrigens nichts von AC oder DC erwähnt ist, reduziert.

In der Regel reduziert sich die Schaltleistung eines Schalters zwischen AC und DC um die 60 - 75%, je nach Anfangsleistung AC. Dabei ist nicht nur der Abstand zwischen den Kontakten für die Schaltleistung und das Schaltverhalten entscheidend, sondern auch das Material, aus dem die Kontakte gefertigt sind sowie das Prellen des Schalters (mehrmaliges Ein- Ausschalten im Schaltmoment). So werden z.B. Schalter, welche für beide Einsatzgebiete geeignet sein sollen (kleine Schaltleistung gepaart mit sehr geringem Übergangswiderstand am Schalter selbst sowie große Schaltleistung über entsprechend robuste Kontakte) mit Schaltkontakten aus Silber, die hauch dünn vergoldete sind, ausgestattet. Bei geringen Schaltleistungen spielt die dünne Goldschicht ihren geringen Übergangswiderstand aus, sobald ein solcher Schalter einmal für große Schaltleistungen eingesetzt wurde, ist die Goldschicht verbrannt und der robuste Silberkontakt ist freigelegt.

Daraus ergibt sich auch, das Schalter möglichst nur für eine bestimmte Schaltaufgabe in Ihrem Leben verwendet werden dürfen, und alte Schalter aus gebrauchten E-Geräten nur für gleichwertige Schaltprozesse, wenn überhaupt, als Gebrauchtteil eingesetzt werden dürfen.

Aber jetzt mal ehrlich, was hat dieser ganze Fachkram damit zu tun, das jemand einen neuen Schalter sucht.

Wichtig ist, Spannung darf ruhig höher sein, Schaltleistung in A muss zumindest passen, darf aber auch ruhig höher sein.
Ein Schalter der 230 VAC @ 1A schaltet, dürfte schwer zu finden sein, meist sind es zwischen 3 - 16 A, die solche Schalter bewältigen. Ich denke wir sind uns einig, das ein Schalter der 230 VAC @ 3A schafft, auch mit 24 VDC @ 700 mA keine Probleme haben wird. (690 Watt zu 16,8 Watt Schaltleistung - Verhältnis von 100 / 2,43 kurz 2,43 % der Schaltleistung AC sind immer drin, bei 230VAC @ 1A wären es auch nur 7,3 % der Schaltleistung AC. )

Im Beispiel von Loong weist das Datenblatt: 250 V AC @ 16A und 30 VDC @ 16A und 220 VDC @ 0,12 A Schaltleistung für die Relais der Serie 40 - Steck-/Print-Relais 16 A aus, also für Dr-Ch. 's Zwecke absolut geeignet. So kann man Zahlen immer so aus Datenblättern heraussuchen, das die eigene Ansicht unterstützt wird, gleich was tatsächlich los ist. :wink:

Gruß
Mr.Fix-it
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