Loong, sehr schön erklärt! Da hier lediglich 700 mA geschaltet werden müssen, ist ein Schalter der für 230 VAC @ 1A funktioniert auch bei 24 VDC @ 0,7 A sicher tauglich, obwohl es sich bei der einen um Wechselspannung und der anderen um Gleichspannung handelt:
hier mal ein Beispiel dafür:
http://www.reichelt.de/Kippschalter/MS- ... 295ea86359Dieser Schalter schafft bei 230 VAC, 3 A, bei 30 VDC immer noch 4 A. Rechnet man beide Werte in Watt um, wird klar, das DC weit weniger Leistung geschaltet werden kann als AC, was an denen von Loong beschrieben Phänomen liegt, wird hingegen die Spannung nicht bzw. kaum verändert, dann sieht das Ergebnis natürlich dramatischer aus, als es für das Beispiel von Dr-Ch. tatsächlich ist. Oben wird jedoch die Schaltleistung um 90% im ersten Beispiel und um die 50% im zweiten Beispiel, gegenüber der Schalter-Auszeichnung, bei der übrigens nichts von AC oder DC erwähnt ist, reduziert.
In der Regel reduziert sich die Schaltleistung eines Schalters zwischen AC und DC um die 60 - 75%, je nach Anfangsleistung AC. Dabei ist nicht nur der Abstand zwischen den Kontakten für die Schaltleistung und das Schaltverhalten entscheidend, sondern auch das Material, aus dem die Kontakte gefertigt sind sowie das Prellen des Schalters (mehrmaliges Ein- Ausschalten im Schaltmoment). So werden z.B. Schalter, welche für beide Einsatzgebiete geeignet sein sollen (kleine Schaltleistung gepaart mit sehr geringem Übergangswiderstand am Schalter selbst sowie große Schaltleistung über entsprechend robuste Kontakte) mit Schaltkontakten aus Silber, die hauch dünn vergoldete sind, ausgestattet. Bei geringen Schaltleistungen spielt die dünne Goldschicht ihren geringen Übergangswiderstand aus, sobald ein solcher Schalter einmal für große Schaltleistungen eingesetzt wurde, ist die Goldschicht verbrannt und der robuste Silberkontakt ist freigelegt.
Daraus ergibt sich auch, das Schalter möglichst nur für eine bestimmte Schaltaufgabe in Ihrem Leben verwendet werden dürfen, und alte Schalter aus gebrauchten E-Geräten nur für gleichwertige Schaltprozesse, wenn überhaupt, als Gebrauchtteil eingesetzt werden dürfen.
Aber jetzt mal ehrlich, was hat dieser ganze Fachkram damit zu tun, das jemand einen neuen Schalter sucht.
Wichtig ist, Spannung darf ruhig höher sein, Schaltleistung in A muss zumindest passen, darf aber auch ruhig höher sein.
Ein Schalter der 230 VAC @ 1A schaltet, dürfte schwer zu finden sein, meist sind es zwischen 3 - 16 A, die solche Schalter bewältigen. Ich denke wir sind uns einig, das ein Schalter der 230 VAC @ 3A schafft, auch mit 24 VDC @ 700 mA keine Probleme haben wird. (690 Watt zu 16,8 Watt Schaltleistung - Verhältnis von 100 / 2,43 kurz 2,43 % der Schaltleistung AC sind immer drin, bei 230VAC @ 1A wären es auch nur 7,3 % der Schaltleistung AC. )
Im Beispiel von Loong weist das Datenblatt: 250 V AC @ 16A und 30 VDC @ 16A und 220 VDC @ 0,12 A Schaltleistung für die Relais der Serie 40 - Steck-/Print-Relais 16 A aus, also für Dr-Ch. 's Zwecke absolut geeignet. So kann man Zahlen immer so aus Datenblättern heraussuchen, das die eigene Ansicht unterstützt wird, gleich was tatsächlich los ist.
Gruß
Mr.Fix-it