Tipps: NiMH-Ladegerät, Akkus, Ladeverfahren,Akku auffrischen

Haben Sie produktspezifische Fragen ?

Moderator: T.Hoffmann

Tipps: NiMH-Ladegerät, Akkus, Ladeverfahren,Akku auffrischen

Beitrag am Sa, 18.04.09, 15:12 (4 Bewertungen, 50 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Wer sich schon immer gefragt hat, welches Ladegerät er kaufen soll, der kann sich an Folgendem orientieren:

Welches Ladegerät sollte man kaufen?

1. - keins kaufen, das gar keine automatische oder nur eine zeitgesteuerte automatische Abschaltung hat

2. - Es sollte mindestens eine delta-Peak-/minus-delta-V-/minus-delta-U-Abschaltung (ist alles drei das Gleiche) haben, dadurch kann erkannt werden, ob der Akku voll ist und der Ladevorgang wird beendet, bevor der Akku nennenswert geschädigt wird.
Das Verfahren basiert darauf, dass die Spannung eines Akkus, der geladen wird durch Gasung und dadurch entstehende Erwärmung trotz anliegendem Ladestrom wieder SINKT. Selbst wenn man den Akku mit 1,5 C vollknüppelt, kann man den Effekt ab der Erwärmung/Gasung sehr deutlich an einem Voltmeter ablesen (2 Nachkommastellen reichen schon, 3 Nachkommastellen sind besser).
Mit dem Minus-delta-V-Verfahren sollen bis zu 1000 Ladezyklen möglich sein.

3. - es gibt noch fortschrittlichere Verfahren, die die gesamte Ladespannungskurve analysieren. Gegen Lade-Ende steigt die Spannung etwas schneller an, bevor sie wieder sinkt. Wenn man schon an dieser Stelle abschaltet, sollen bis zu 5000 Ladezyklen möglich sein. (das Minus-delta-V-Verfahren reagiert also erst kurz nachdem die schädliche Gasung beginnt, ist aber immerhin noch das zweitbeste Verfahren.) Weitere Infos zum (angeblich(?)) optimalen Ladeverfahren, das sogar für *ALLE* Akkutypen geeignet sein soll:
CCS-Ladeverfahren
Beschreibung der Eigenschaften/Vorteile des CCS-Ladeverfahrens

4. - Es sollten niemals Zellen, die in verschiedenen Verbrauchern benutzt wurden in Reihe geschaltet geladen werden. Optimalerweise sollte überhaupt niemals in Reihe geschaltet geladen werden. Sehr viele Ladegeräte können aber dummerweise nur 2 oder 4 Zellen in Reihe laden. Gaaanz blöd, wenn man Verbraucher hat, die 3 Zellen benötigen --- weiße LED gehören dazu... Lieber ein wenig mehr ausgeben:

5. - Ein Ladegerät sollte jede Zelle völlig unabhängig laden können. Nur so ist sichergestellt, dass nicht einzelne Zellen überladen werden, bzw. andere Zellen nicht vollständig geladen werden.

6. - sehr nützlich ist auch eine automatische Refresh-Funktion (sogenanntes cycling, germlish: "cyclen/cyceln"). Dabei werden die Akkus automatisch ent- und geladen, entweder z.B. 5x oder solange, bis die Kapazität nicht nennenswert weiter ansteigt. (das kann schonmal ein paar Tage dauern) Hierdurch kann man auch jahrelang nicht benutzte Akkus komfortabel wieder zum Leben erwecken (man kann das Ent- und Aufladen natürlich auch manuell machen, ist aber umständlich). Nur Akkus, die schon einen kompletten inneren Kurzschluss haben oder hochohmig geworden sind, sind damit natürlich nicht mehr zu retten. Und es wird auch nicht mehr die ursprüngliche Nennkapazität erreicht.

7. - eine nettes Feature wäre noch, wenn die tatsächlichen mAh ausgemessen werden könnten. Es gibt Ladegeräte im Bereich 60 bis 250 Euro (z.B. von Ansmann, die das in nur 5 Sekunden abschätzen können), aber auch deutlich günstigere können es durch einmaligens auf- ent- und (weil man ja keinen leeren Akkus rumliegen haben will) wieder Aufladen ausmessen. Hierdurch kann man auch selbst Akkus selektieren und optimal passende "Päärchen" bilden.

Bis auf Punkt 3 und den 5-Sekunden-Test auf Punkt 7 kann dieses Ladegerät ansonsten alle die aufgeführten Dinge:
(Es ist auch angesichts des Preises sicherlich nicht das Nonplus-Ultra und ich habe es auch nicht bis ins Detail analysiert, aber es bietet zu einem gutem Preis eine ganze Menge. Was man noch mehr haben wollen könnte, sind Ladeströme über 700 mA (z.B. bis zu 4 A), eine noch bessere Lade-Ende-Erkennung als das Minus-delta-V-Verfahren und eine schnellere Kapazitätsbestimmung und schnelleres Auffrischen/ein höherer Entladestrom). Ich will hier keine Werbung für dieses Gerät machen, sondern nur den Preis zeigen, bei dem die genannten Features beginnen und euch generell die Augen öffnen, was man bei Ladegeräten und Akkus beachten sollte und welche Möglichkeiten es gibt)

techno Line BC700 (Artikel-Nr.: LADER BC 700) 25,40 €
Voltcraft IPC-1L (Artikel-Nr.: 512304 - 62) 29,95 €
BC 700 bei Amazon (andere Treffer bei IPC1 oder IPC-1, das ist das gleiche Gerät)
Auch das BC900 / BC 900 (den großen Bruder mit höherem Ladestrom, wenn nur 2 Schächte benutzt werden) gibt es da.

Einziger echter Mangel ist, dass Micro-Zellen, bei denen die Ummantelungs-Folie leicht um den Minuspol herumragt nicht kntaktiert werden. Die Folie kann man abschneiden oder eneloop-Akkus verwenden, denn da endet die folien noch ganz außen am Akku. angesichts des Preises für das Ladegerät stört das aber nicht wirklich. Weitere Detail habe ich 7 Postings weiter unten zusammengefasst. (Dieses initale Posting würde sonst platzen :wink: )

Es gibt das BC 700 auch als BC 900 das kann dann sogar bis 1800 mA laden (bei 2 Zellen, bei 4 Zellen reicht dann wohl das Netzteil nicht mehr, scheint mir die plausibelste Erklärung). Noch dazu wird auf dieser Seite erwähnt, dass das BC 700 (was ich ja nun auch habe) bei Computerbild Testsieger geworden ist (was zwar nicht viel heißen muss, aber noch weniger als negativ angesehen werden kann)

Hinweis: Dieses Ladegerät wechselt beim ausmessen der Kapazität korrekterweise bei 0,90 Volt von Entladen auf Laden.

Wie man unschwer sehen kann, sind die beiden Dinger bis auf den Markennamen ganz offensichtlich identisch, vermutlich ist auch die Firmware die selbe.
Da ich schon lange gerne ein Ladegerät haben wollte, das auch die tatsächliche Kapazität eines Akkus messen kann und mir dieses letztens vor die Nase hüpfte, habe ich mal eins bestellt. Die Anleitung ist etwas umständlich/mit sehr viel redundamtem Text, aber immerhin (u.A.) in deutsch verfasst und wenn man's ertmal verstanden hat, ist es gar nicht schwer zu bedienen.

Negativ an diesem Gerät ist mir bisher nur aufgefallen, dass der Ladestrom mit nur max. 700 mA für Mignonzellen zwar (vor allem bei Zuviel-Ladung) schonend ist (200, 500, 700 kann man auswählen und bei Minus-delta-V-Verfahren ist ein geringerer Strom ohnehin schonender als bei noch weiter verbesserten Verfahren), aber wenn man's eilig hat, ist dieser Strom etwas gering, das doppelte wäre gut gewesen. Der technoLine BC900 kann bis 1800 mA, aber das nur in 2 Schächten gleichzeitig. [Der Ansmann WM2006-Lader, den es günstig bei Hornbach gab und als Restposten noch bei Amazon gibt, lädt mit 1,4 A und die eneloop-Mingon-Zellen sind auch bei Lade-Ende kaum warm, leider kann der aber nur 2 oder 4 Zellen in Reihe laden]

Außerdem mir unverständlich: beim ENTladen wird immer nur mit dem halben Ladestrom, d.h. max. 350 mA entladen --- das ist eigenartig und IMHO unnötig, denn im normalen DigiCam-Einsatz muss eine Mignon-Zelle ca. 1,4 Ampere abgeben! (Kompaktkamera mit 2 Zellen bei DLSR mit 4 Zellen sicher weniger). Ich hätte zur Entladung eher den doppelten Strom als den halben erwartet.
Aber vermutlich kann so die Kapazität genauer bestimmt werden und weicht dadurch dann sicher auch nicht nach unten von den Herstellerangaben ab und schonender ist es sicherlich ebenfalls. Allerdings gilt die so gemessene Kapazität in mAh nur für Verbraucher, die ebenfalls so wenig Strom benötigen, bei Entnahme von 1,4 A dürften weniger mAh herauskommen.


Welche Akkus sollte man kaufen?

So einen: LSD-NiMH = Eneloop
Produktvorstellung Eneloop in Neuseeland in einer Eisbar
Heise-Artikel über Eneloop und andere LSD-Akkus (auf Seite 3 werden die 3 Hersteller dieser Akkutechnik erwähnt, Sanyo baut die eneloops, die beiden anderen Hersteller beliefern *ALLE* anderen "Hersteller"/Labels, die diese Akkus anbieten)

Die passenden Akkus, die man kaufen sollte, sollten heute für fast Alle Anwendungen solche mit extrem geringer Selbstendladung sein, sogenannte LSD-Batteries (LSD=Low Self Discharge), entwickelt und eingeführt wurde diese neue Akkutechnik von Sanyo und wird unter dem Namen eneloop vermarktet. Aber mittlerweile haben eigentlich alle Markenhersteller ähnliches im Sortiment (bei Sony z.B. unter dem Namen CycleEnergy), auch wenn sicher nicht alle Labels diese Akkus selbst herstellen. Auch ist es schwierig, zu erkennen, dass man wirklich so einen Akku vor der Nase hat, wenn man nicht das kleingedruckte, über die Selbstentladung liest. Wenn nichts dazu draufsteht, ist es garantiert ein herkömmlicher Akkus, der nach 2, allerspätestens 3 Monaten simplen Herumliegens leer ist oder nur noch 10% bringt.

Eneloop-Mignon (AA)-Akkus verlieren nur ca. 15% Lademenge pro Jahr, vergleichbare Akkus der Mitbewerber ca. 20% (alles Herstellerangaben), gegenüber 30-50% pro Monat bei herkömmlichen NiMH-Akkus ist das ein gigantischer Fortschritt. (Eigene Jahrelange Erfahrung)
Eneloop-Micro-Akkus (AAA) scheinen eine ERHEBLICH höhere Selbstentladung zu haben, vor ca. einem Jahr gekaufte sind beim heutigen erstmaligen Laden nahezu leer gewesen (Produktionsdatum 07-08-IE, also 2007, KW 08), gleichzeitig gekaufe Mignon-Eneloops (Produktionsdatum 08-02-R3, also 2008, KW 02) dagegen noch fit.

PS: die eneloop- und anderen LSD-Akkus haben eine geringere mAh-Angabe, da sie auf möglichst geringe chemische Zersetzung und nicht auf maximale Kapazität optimiert sind. Sie haben aber eine Entladekurve, bei der die Spannung die längste Zeit über der Spannung herkömmlicher Akkus liegt, was viele Digitalkameras deutlich mehr (bis einige hundert) Fotos knipsen lässt, als mit herkömmlichen Akkus, da die Kameras an der Spannung erkennen, wann sie sich Not-Abschalten müssen --- dies ist mit eneloop-Akkus z.T. deutlich später, allerdings dann u.U. auch mit etwas weniger Vorwarnzeit der Fall.
Die 800 mAh-eneloop-Micro-Zellen haben in meinem Ladegerät direkt nach dem Laden 1,48V, beim Entladen mit 250 mA nach wenigen (ca. 15-20) Minuten 1,25V und bleiben dann 3 Stunden bei über 1,22V. Erst in den letzten 15 Minuten liegen sie darunter und richtig schnell fällt die Spannung erst ab 1,16V - da "rast" dann die Spannung in ca. 3 Minuten auf 0,9V und das Ladegerät wechselt von Entladen auf Laden.

Übrigens habe ich ca. 1 Jahr herumliegende Micro-eneloop-Akkus mal entladen: komplett leer! (Großbestellung bei Amazon, jedoch nicht Amazon direkt, sondern ein Händler, der über Amazon verkauft, die Akkus gab's in einer 8er-Aufbewahrungsbox. Die Akkus waren alle lose in dieser Box, also ohne originalverpackung. Gleichzeitig beim gleichen Händler bestellte und auf gleiche Weise unverpackt gelieferte Mingon-Eneloops dagegen haben nach wie vor Power. Schon wieder ein Grund mehr die Micro-Größe zu meiden/zu hassen. Ich denke mal, der Händler hat die Akkus im 96er-Pack als Tray gekauft, deshalb waren die nicht verpackt.

Lebenserwartung von Akkus, die mit 2000 mA geladen werden, wenn der Ladevorgang bei minus-delta-V von 10 mV gestoppt wird (unglaublich wenig: 80 bei herkömmlichen, ca. 250 bei eneloop-Akkus)

Hier noch ein netter Batteriehalter für eure LED-Basteleien mit Akkubetrieb (für 3x Mingon/3xAA, 1,45 €)


Infos zu Ladeverfahren und zum Auffrischen/Am-Leben-halten von Akkus

Und zum Abschluss noch Infos zum Am-Leben-halten von NiMH-Akkus und den Gründen, wieso z.T. noch 60-80% der Kapazität in der Zelle stecken, die DigiCam aber schon abschaltet (auch hier wird eneloop als die Ultimative Lösung dafür erwähnt), aber es geht auch, wenn man normale Akkus richtig pflegt.
CCS-Ladeverfahren
Beschreibung der Eigenschaften/Vorteile des CCS-Ladeverfahrens (BMZ ist ein großer Akku-Pack-Konfektionierer)
(dies sind die gleichen Links wie oben unter Punkt 3. beim Text zu den Kriterien bei Ladegeräten)
Das CCS/ECS-Ladeverfahren ist in Foren recht umstritten, bei den einen läuft es angeblich perfekt, bei anderen angeblich gar nicht. Auf jeden Fall sind die Ideen nicht schlecht, anstatt per minus-delta-U erst abzuschalten, wenn das Kind schon beginnt in den Brunnen zu fallen, zu erkennen, ob der Innenwiderstand ansteigt oder alternativ auch, ob die Zellenspannung schneller ansteigt.
ECS-Ladegeräte

LESETIPP:
Ein CCS-Eigenbau mit Diagramm der Ladekurve hier wird (ca. in der Mitte) deutlich gezeigt, dass das Delta-peak(=minus-delta-U)-Verfahren erst abschaltet, wenn schon ein wenig überladen wurde und man sieht, dass am schneller werdenden Spannungsanstieg viel rechtzeitiger erkannt werden kann, wann man stoppen sollte.
Das oben verlinkte Ladegerät hört nach recht kurzer Überladungszeit auf zu laden, ob die minus-delta-U-Abschaltung hochoptimiert ist oder ob es evtl. den "spannungsbuckel" schon vor dem Überladen erkennt, kann ich aber nicht ssagen, angegeben ist minus-delta-U.

Irritierend ist, dass im Modus "Charge Test" zuerst die Ladezeit, dann die Entladezeit (während der Kapazitätsbestimmung) gemessen wird, beim anschließenden Laden wieder die Ladezeit, wenn jedoch das erneute Laden beendet ist, dann wird nicht etwa die erneute Ladezeit angezeigt, sondern wieder die Entladezeit aus dem Speicher rausgekramt und angezeigt. Zuerst dachte ich, hier würde fast zu 100% überladen werden, aber das ist gar nicht so! Es sind pro Schacht exakt die Zeiten, die das Entladen gedauert hat (ich habe die Zeiten beobachtet, in den Minuten, bevor das Gerät von Entladen auf Laden gewechselt hat)

Man müsste sich vielleicht mal sein eigenes Ladegerät auf Atmel AVR-basis zusammenbauen. :D Als Gehäuse könnte z.B. ein altes 7,95-Ladegerät von Aldi mit 4 schächten dienen. Aber dieses günstige und bei Computer Bild sogar Testsieger gewordene Ladegerät ist für alle nicht-selbst-Bastler sicher eine gute Wahl, so wie sich meine bisherigen Erkenntnisse darstellen!
Ich werde mal bei Gelegenheit mit Stoppuhr an vorher ausgemessenen Akkus prüfen, bei wieviel Überladung meine anderen minus-delta-U-Ladegeräte abschalten. Dieses BC700 scheint da schon ziemlich gut zu sein, nur ca. 60 mAh lädt es in kalte und 100% volle 800 mAh-eneloops, bis es wieder abschaltet, das sind nur 7,5% Überladung. Lediglich der folgende Erahltungs-Ladestrom ist mit 28 mA viel viel viel zu hoch für Eneloop-Akkus, außerdem schreibt Panasonic in seinem PDF, dass NiMH auf Dauer (in Backup-Systemen) lieber ab 1,3x V zyklisch mit anständig Power nachgeladen, als dauerhaft trickled werden sollten (aber da geht es wirklich um permanentes Erhalte-Laden).

Hersteller und Patentinhaber des CCS-Verfahrens
Beschreibung des Verfahrens (vom "Erfinder"/Entwickler/Hersteller)
Die größten irrtümer über das Akku-laden (wobei ich mich frage, wer behauptet haben soll, Laden würde Akkus kühlen... pfff!)

Sehr ausführliche Gedanken zum Thema neuartige Ladeverfahren, die über minus-delta-U hinausgehen
Hierus geht hervor, dass Conrad wohl einige Geräte mit CCS-Chip verkauft, u.A. den ChargeManager 200, der aber wohl noch einen unausgereiften CCS-Chip verwendet hatte.

Eigenbau-CCS-Lader (basierend auf Evaluation-Board von Conrad)
Komplett selbst gebauter CCS-Lader mit dem 18 € teuren CCS-Ladecontroller-IC (ein PIC-Controller mit Software, AFAIK) (bei dem IC-Preis ist es kein wunder, dass das Ladeverfahren kaum Anwendung findet, selbst wenn es perfekt funktionieren sollte)

Ladekurve NiMH ich muss hinzufügen: mindestens 1x im Monat sollte ein NiMH-Akku komplett entladen werden, sonst wird er "faul" (Lazy Battery Effect), bei Eneloop-Akkus reicht es, sie alle 4-6 Monate komplett zu entladen.

Bericht über Ladeverfahren für Modellflug-Akkus

Infos zu Ladeverfahren von Panasonic (ein SEHR rennomierte Akku-Hersteller, der u.A. auch die NiMH-Akkus für den Toyota Prius liefert und auf die Toyota 8 Jahre Garantier gibt, dort werden sie allerdings immer nur im Bereich von 20..80% geladen, sind also nie ganz leer und auch nie ganz voll --- das zeigt, dass komplettes volladen für die Lebesdauer gar nicht gut ist, Laden mit der 1,4fachen Kapazitätsmenge erst recht nicht)
NiMH Charging Methods
NiCd Charging Methods


Vorteile des Auffrischens von NiMH-Akkus (PDF)
Erkennen des Minus-delta-U (microcontroller.net)
Lade-Entladekurven einiger Ladegeräte/Akkus
Laden von (den aussterbenden/bereits für die meisten Anwendungen verbotenen) NiCd-Akkus

Eneloop-Ladekurven
zugehöriges Forum


Richtiges Entsorgen von Akkus und Batterien

Übrigens beträgt die Sammelquote derzeit gerade mal 35-40% (lt. Wikipedia: Batterierecycling), d.h. der Rest Altbatterien-/Alt-Akkus landet offenbar im Hausmüll (oder auf der Straße, schon oft genug gesehen). :( :evil:
Wie Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren auch, sind Batterien und erst recht Akkus SONDERMÜLL, der receycelt werden sollte! Als Batterie-Sammelbehälter eignet sich hervorragend eine leere Pringles-Chipsdose, die zwar bei ihrem eigentlichen Zweck als Chipsverpackung sicherlich so ziemlich die umweltunfreundlichste Art ist, Chips zu verpacken, aber als Betteirebehälter schön stabil, platzsparend und sogar mit Deckel verschließbar ist.
Zuletzt geändert von CRI 93+ / Ra 93+ am Mi, 05.08.09, 20:25, insgesamt 23-mal geändert.
Benutzeravatar
CRI 93+ / Ra 93+
 
Posts: 2803
Sterne: 1683
Wohnort: Hannover

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am Sa, 18.04.09, 15:28 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Ich finde es sehr schön das du dir die mühe gemacht hast hier mal darüber einen Beitrag zu verfassen, mir hat das schon ein Stückchen weiter geholfen da ich momentan ein zuverlässiges Ladegerät suche für AA/AAA.

mfg Sh@rk

ps. link von Conrad geht nicht...
Benutzeravatar
Sh@rk
 
Posts: 3820
Sterne: 4215
Wohnort: Thüringen

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am Sa, 18.04.09, 15:32 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Wow, das ist ja mal eine rasante erste Reaktion! Danke für die Blumen :D
Bei mir geht der Conrad-Link, habe auch extra nicht aus der URL-Zeile kopiert (das geht nämlich wirklich nicht), sondern den "Link auf diesen Artikel"-Knopf benutzt. Bei mir funktioniert es, auch wenn ich den Link direkt aus meinem Beitrag anklicke... seltsam.
Benutzeravatar
CRI 93+ / Ra 93+
 
Posts: 2803
Sterne: 1683
Wohnort: Hannover

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am Sa, 18.04.09, 15:37 (0 Bewertungen, 0 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Mh also bei mir geht es echt nicht (FireFox) aber evtl. kannst ja mal die Artikelnummer posten oder so.

danke sh@rk
Benutzeravatar
Sh@rk
 
Posts: 3820
Sterne: 4215
Wohnort: Thüringen

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am Sa, 18.04.09, 15:57 (0 Bewertungen, 0 Sterne)

  •  
  •  
  •  
@CRI 93+ / Ra 93+:

Danke für den Beitrag!

@Sh@rk:

Link geht bei mir.
Benutzeravatar
Sailor
 
Posts: 9227
Sterne: 2930
Wohnort: Saarland, Deutschland und die Welt

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am Sa, 18.04.09, 15:58 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Bei mir geht er auch nicht... Hier nochmal der Link zum Ladegerät von Conrad:
http://www.conrad.de/goto.php?artikel=512304
Benutzeravatar
Beatbuzzer
 
Posts: 3174
Sterne: 11737
Wohnort: Alfeld / Niedersachsen

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am Sa, 18.04.09, 16:08 (0 Bewertungen, 0 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Der zweite link von Beatbuzzer geht nun bei mir.

Danke
Benutzeravatar
Sh@rk
 
Posts: 3820
Sterne: 4215
Wohnort: Thüringen

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am Sa, 18.04.09, 19:52 (1 Bewertungen, 10 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Puh, jetzt ahbe ich nach dem letzten Edit wahrscheinlich den längsten Beitrag ever verfasst :shock:

Meine bisherigen, durchweg positiven Testergebnisse: (für das Modell von Reichelt)

-die Kapazität in mAh wird nur sofort angezeigt, wenn normal geladen wird. Aber natürlich nur die Menge, die nachgeladen wird/wurde (man kann es "live" beobachten)

-im Modus "Charge Test" (Laden/Entladen-mit-Kapazitätsmessung/Erneutes-Laden), wird die Kapazität erst *nach* dem vollständigen Entladen angezeigt, also kann man nicht "live" zugucken. Diese kapazitäts Anzeige bleibt dann auch beim erneuten Laden sinnvollerweise bestehen. (Im Gegensatz zum simplen Aufladen, wo ja das angezeigt wird, was reingeladen wurde)
Außerdem wird (leicht irritierenderweise) zwar *beim* erneuten Aufladen die Zeit des Aufladens angezeigt, sobald aber der Ladevorganz abgeschlossen ist, wird wieder die ENTladedauer der Kapazitätsmessung aus dem RAM hervorgeholt und angezeit. Zuerst dachte ich, hier wurde zu 100% überladen, aber das war ein Irrtum (die Entladung erfolgt mit halbem eingestellten Ladestrom und dauert daher doppelt so lange, wie das Aufladen)

-Eine weitere, nahezu leere 4er-Gruppe 800 mAh-Akkus hatte ich mit Discharge manuell auf 1,0xV entladen und dann den normalen Charge-Modus neu ausgewählt. Hierbei sind nur wenige mAh mehr (100..150) als angegeben in die Akkus geladen worden.

-beim Entfernen der geladenen Akkus und Einlegen der anderen, bereits vollen, wird sofort "Full" angezeigt --- vermutlich geht das Gerät davon aus, dass man den vollen Akku sofort erneut eingelegt hat oder erkennt an der Spannung, dass es sich um einen vermutlich vollen Akku handelt. Man kann nach dem Einlegen allerdings den Ladevorgang wieder starten.
Bei einem Akku mit 1,22V wird das Laden gestartet, erneut einen mit 1,45V eingelegt: wieder "Full" im Display --- also vermutlich "it's a feature, not a bug"
Es soll ja _angeblich_ Akkus geben, die erst bei 2,00V voll sind, ich habe aber unter über 50 Akkus so einen noch nie gehabt, wenn ein Akkus auf 1,6..1,7V oder darüber kommt, kann man i.d.R. davon ausgehen, dass er schon sehr übel geschädigt ist und dringend einen Refresh (mindestens 5maliges Auf- und Entladen) benötigt, falls das überhaupt noch hilft) [es sei denn man hat ein Ladegerät ohne minus-delta-U-Abschaltung verwendet und ihn damit massiv überladen]

-Man kann aber auch bei "Full"-Anzeige nach dem Einlegen voller Akkus den Ladebeginn manuell erzwingen, dies habe ich bei bereits vollen 800 mAh-eneloop-Zellen getestet: nach 7 Minuten, bzw. ca. 60-70 mAh bei 500 mA Ladestrom hat das Gerät abgeschaltet (die Akkus waren beim Eilegen absolut kühl, lagen mehrere Stunden außerhalb des Ladegeräts, haben sich auch beim Laden fast nicht erwärmt)

-Der Erhaltungs-ladestrom beträgt ca. 28 mA, wenn 500 mA Ladestrom eingestellt waren --- viel zuviel für eneloop-Akkus, selbst 1 mA wären da noch zuviel. Also rausnehmen, wenn sie voll sind.

-Wenn man nur 2 Akkus laden will, sollte man die äußeren Schächte benutzen, denn die mittleren werden von der darunter liegenden Elektronik ein klein wenig erwärmt. Man kann bei 4 gleichen Akkus und gleichen Einstellungen für alle 4 schächte den unterschied gut spüren, allerdings ist die zusätzliche Wärme immer noch gering.

-die minus-delta-U-Abschaltung erfolgt bei -20 mV (was ich für schon ganz schön viel/spät halte), man kann das "live" beobachten, da ja eine Spannungsanzeige vorhanden ist. Möglicherweise hat der A/D-Wandler eine sehr geringe Auflösung, gelegentlich "hüpft" der Wert um 0,01, vielleicht soll diese Schwankung damit abgefangen werden. Bei eneloop-800 mAh-Micro-Zellen und 500 mA Ladestrom werden diese -20 mV nach 7-8 Minuten erreicht, egal ob die Zellen noch warm oder völlig kühl sind. Die dabei erfolgende Überladung beträgt weniger als 8%.
(Ich würde bei einem selbst gebauten Ladegerät mit -1 bis max. -3 mV arbeiten wollen, die Empfindlichkeit könnte man ja auch mit zunehmender Akkuspanngun steigern)

-aus unerfindlichen Gründen, kann man für später eingelegte Akkus keinen höheren Ladestrom wählen, als für den zuerst eingesetzten. Totaler unsinn, aber in der Anleitung auch so beschrieben

-wenn man normale Alkaline-Batterien lädt, scheint es auch einen minus-delta-U-Effekt zu geben, der um so deutlicher auftritt, je höher der Ladestrom (wie bei NiMH-Akkus auch). Allerdings werden bei 700 mA nur wenige mAh nachgeladen, bevor abgeschaltet wird. Und bei 200 mA Ladestrom wiederum steigt nach einem Spannungsabfall um 10 mV immer wieder die Spannung doch noch, anstatt konstant zu sinken (wie es bei NiMH der Fall wäre).
Auch kann ich nicht sagen, ob es bei Alkali-Batterien wirklich ein echter minus-delta-U-effekt ist, oder ob sich intern feinst-Schlüsse bilden, die die Spannung sinken lassen (und die Lebens-/Lagerdauer der Batteire stark verkürzen). Wer Alkali-Batteiren lädt, muss damit rechnen, dass diese u.U. explodieren oder auslaufen, auslaufen auch noch lange nach dem Laden. Außerdem würde ich max. 200 mA Strom geben (weniger geht mit diesem Ladegerät ja nicht) und mir eine Eieruhr immer wieder neu auf 30 Minuten stellen und die Batterietemperatur fühlen (das Ladegerät macht bei 50°C zwar eine Notabschaltung, aber so lange sollte man nicht warten).
Normalerweise lädt man Alkali-Batterien mit max. 50 mA (eher nur 20 mA) und außerdem mit konstanter Spannung mit Strombegrenzung (also ganz genau so, wie Li-Ion- oder Blei-Akkus) --- vielleicht eignet sich auch der Erhaltungs-Ladestrom zum vollständigen Laden von Alkali-Batterien --- das dauert dann aber so lange, dass man nicht dauernd aufpassen kann und vielleicht läuft die Batterie ja dann irgendwann aus, slo lieber nicht...
Eine gelbe (ca. 1,7x V) oder grüne (ca. 1,8x V) LED mit Vorwiderstand für 20 mA und die Alkali-Batterie parallel zur LED wäre übrigens eine geeignete Alkali-Ladeschaltung, man muss nur die Batterie entfernen, bevor man abschaltet, sonst glimmt die LED und entlädt die Batterie wieder.


Die Firmware-Anzeige (beim Einschalten des Geräts) zeigt bei mir:
07 06 700 36
Wobei ich leider nicht weiß, was das bedeutet, evtl. ja Juli 2006 oder 2007, Juni und Firmware Build 700, Version 3.6 (habe ich mir jetzt mal so ausgedacht)
Zuletzt geändert von CRI 93+ / Ra 93+ am So, 19.04.09, 23:48, insgesamt 8-mal geändert.
Benutzeravatar
CRI 93+ / Ra 93+
 
Posts: 2803
Sterne: 1683
Wohnort: Hannover

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am Sa, 18.04.09, 21:47 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

  •  
  •  
  •  
LSD werden bisher nur von Sanyo (Eneloop) und GP hergestellt, alle anderen Firmen verwenden GP Zellen, da Sanyo nur sein eigenes Label vertreibt. Übrigens haben die LSD Zellen mit ihrer geringeren Kapazität nur wenige Tage lang Nachteile, denn dann haben sich die normalen Zellen schon wieder so weit entladen, dass die LSD-Zell ab dort im Vorteil sind.
Ragnar Roeck
 
Posts: 924
Sterne: 1758

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am Sa, 18.04.09, 22:29 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Super zusammengefasst! (Würde dir gerne Sterne geben, leider geht das ja hier nicht :()
Mein Vater hat auch seit einigen Monaten vor ein Ladegerät selber zu bauen und zu programmieren. Aber wie das immer so ist, bleibt das eben liegen, weil was Anderes dazwischenkommt.
Wirklich sehr informativ und übersichtlich, Danke!

Gruß A.E.
A.E.
 
Posts: 183
Sterne: 570

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am Sa, 18.04.09, 23:53 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

  •  
  •  
  •  
...So langsam glaube ich, man muss sich mal sein eigenes Ladegerät auf Atmel AVR-basis zusammenbauen.
Hab ich gemacht (1-10 Zellen, Delta-Reflex, Ladestrom 200/700/1000/1300/1900 mA). Ist gar nicht so schwierig. Aber 100% korrekt arbeitet es auch nicht immer, isb. bei Akku-Packs sprich Reihenschaltungen. Da tanzt gerne mal eine Zelle aus der Reihe und man bekommt eine ziemlich 'schräge' Ladekurve. Falls Interesse am source code (Bascom) oder der Schaltung besteht, können wir dafür ja einen eigenen Thread aufmachen.
Borax
 
Posts: 9233
Sterne: 26381

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am So, 19.04.09, 14:10 (1 Bewertungen, 10 Sterne)

  •  
  •  
  •  
@Borax: wie schaltet Dein Reflex-Ladegerät ab? (Ich denke mal, auch anhand minus-delta-U)

Nach dem, was ich aus den oben genannten Links erfahren habe, muss man die ersten 5-10 Minuten die minus-delta-U-Abschaltung deaktivieren, da bei leeren Akkus am Ladebeginn der Innenwiderstand sinkt und dadurch am Ladebeginn die Spannung u.U. schon sehr deutlich fällt. Meinst Du das mit "schräge" Ladekurve?

Und ist das Reflex-Ladeverfahren wirklich so gut oder ist es nicht doch Humbug? Für den Entwickler des CCS-Chips ist es Unsinn, der nichts weiter bewirkt, als eine unnötige Belastung für den Akku. (Haupt-Begründung: da die Gasung erst ab der Überladung beginnt, sind die Entladepulse während des Ladevorgangs vor der Überladung völlig wirkungslos, klingt ja doch recht plausibel)
Die größten Irrtümer der Ladetechnik unter Punkt 3 und 4 wird das Reflex-Laden als Unsinn dargestellt, auch Punkt 7 zum Memory-Effekt ist sehr interessant, deckt sich sogar einigermaßen mit meinen Jahrelangen beobachtungen.
Alle Veröffentlichungen der Firma, die das CCS-Verfahren entwickelt hat

Ich denke mal, dass die aufgeführten Erkenntnisse durchaus Hand und Fuß haben (und keineswegs Humbug sind, wie ein Wasserauto, freie Energie und ähnlicher Schwachsinn; in diese Ecke wird das CCS-Verfahren wohl eher von Neidern gestellt). Auch geht die Firma ja erstaunlich offen mit den zugrundeliegenden Erkenntnissen um.

Dass 140% Ladung kompletter und sehr schädlicher Schwachsinn sind, ist bei ein wenig Überlegen sicher jedem einleuchtend.

Weniger Einleuchtend ist allerdings, wieso der Professor sagt, Entladen vor dem Laden würde nichts bringen: es bringt zumindest in soweit etwas, als dass eine Zelle, die nicht gefordert ist wieder aufgefrischt wird. Aber eine Auffrischung brauchen wohl nur oft überladene oder ewig herumliegende/sehr alte Akkus, wobei die letzteren nicht mehr entladen werden können, da sie ohnehin leer sind, also ist Auffrischen per cycling angesagt.
So gesehen hat er sicher auch dabei recht, denn z.B. im Toyota Prius wird immer nur zwischen 20% und 80% Ladezustand gependelt, d.h. Toyota nutzt 40% der Akku-Kapazität gar nicht, gibt dabei aber 8 Jahre (oder sogar 10?) Garantie auf den (NiMH-)Akku ---- und der hält erwiesenermaßen tatsächlich so lange, obwohl da ja mit hohen Strömen gearbeitet wird (so im Bereich 500V / 60 kW, also bis zu 120A)

In der Firma Habe ich ein Bela-Universalladegerät und mal mit dem Scope geguckt: 1,6 mS Laden, 0,1 ms Entladen. (Entladestrom oder ob überhaupt Entladestrom fließt habe ich nicht ausgemessen)

Wenn ich ein Ladegerät mal selbst bauen sollte, müsste es ja irgendwas mehr können, als das, was ich jetzt habe.
Mir schwebt da vor:
-Protokollierung der Entlade-/Ladekurve, des Kapazitätsanstiegs beim Auffrischen.
-Außerdem Ladeströme von (natürlich wahlweise) mindestens bis zu 4 C. Ein 2000 mAh-Akku wäre damit in 20 Minuten "vollgeknallt". (*WENN* man rechtzeitig abschaltet, soll das dem Akku wohl kaum schaden, 1C sind bei _rechtzeitiger_ _Abschaltung_ (minus-delta-U taugt da nicht mehr) lt. BTICCS sogar gesünder für den Akku als geringere Ströme.
(Es sollen in spezifischen militärischen Anwendungen wohl auch bis zu 100 C möglich sein, wenn man weiß, dass der Akku leer ist und man nur 2/3 der Nennkapazität reinballert.)

Um selbst Erkenntnisse zu gewinnen, kann man ja auch noch den Innenwiderstand Protokollieren, da kurz vor Lade-Ende dieser wieder steigt, müsste dies doch eigentlich als Abschaltkriterium taugen, das noch etwas besser ist als minus-delta-U, selbst wenn man dann nur 90 statt 100% reinlädt, was ja aber (siehe Toyota Prius) sich eher positiv auf die Lebensdauer auswirkt. Und um den Akku zu schonen, muss man ja noch ncihtmal ab und zu den Akku kurz entladen, sondern nur die Spannungsanstiegsgeschwindigkeit mit einer vorher ermittelten vergleichen.

Ich denke mal, die Empfehlungen der Akku-Hersteller (1,4C reinladen) rühren einerseits aus einer Zeit, in der minus-delta-U-Ladegeräte fast alle Wucherpreise hatten (denn so ein Hexenwerk ist dieses Verfahren nun wirklich nicht und war es auch vor 20 Jahren nicht) und es daher kaum vernünftige Ladegeräte gab. In dieser Zeit waren Ladegeräte mit 50 mA üblich --- das ist für heutige Mosnterakkus ab 4Ah schon der Erhalte-Lade-Strom...
Andererseits haben die Hersteller ja gar kein Interesse daran, dass die Kunden den Akku 5000 mal Laden könn(t)en, es ist doch viel besser, wenn sie nach 100 bis 300 Zyklen einen neuen kaufen müssen....
Benutzeravatar
CRI 93+ / Ra 93+
 
Posts: 2803
Sterne: 1683
Wohnort: Hannover

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am So, 19.04.09, 16:18 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

  •  
  •  
  •  
wie schaltet Dein Reflex-Ladegerät ab?

Verschiedene Kriterien. Zur Sicherheit kann man die maximal reinzuladende Strommenge vorgeben, zweites Kriterium ist minus-delta-U, drittes Kriterium ist das zweite Minimum der ersten Ableitung (kommt vor dem minus-delta-U, weil sich die Spannung nicht mehr ändert). Hierzu wird die Anzahl gleicher Messwerte verwendet (ich messe jede Sekunde Strom und Spannung). Protokollieren kann ich über RS232 (aber dann muss natürlich der Rechner laufen).

Die 2A 'Grenze' liegt am verwendeten L200C.
Reflex mach ich eigentlich nur aus 'Tradition'. Ich hab einen Reflex Lader (noch mit dem Original-Chip) seit über 10 Jahren im Einsatz. Geht immer noch anstandslos. Allerdings misst er eben die reingeladene Strommenge nicht. Oft schalte ich den Reflex aber auch einfach aus (bzw. verwende nur einen sehr geringen Entladestrom dazu etwa 1/4C).
Borax
 
Posts: 9233
Sterne: 26381

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am So, 19.04.09, 21:18 (2 Bewertungen, 15 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Benutzeravatar
CRI 93+ / Ra 93+
 
Posts: 2803
Sterne: 1683
Wohnort: Hannover

Re: Tipp für günstige Ladegeräte mit Kapazitätsmessung

Beitrag am Mo, 20.04.09, 12:22 (1 Bewertungen, 10 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Es sind mir zu viele wertvolle Informationen in diesem Trööt, um ihn im Small Talk versauern zu lassen. Deshalb habe ich ihn hierhin verschoben.

@CRI 93+ / Ra 93+ : Ich halte es für angebracht, den Titel auf den nun viel weitergehenden Inhalt anzupassen.
Benutzeravatar
Sailor
 
Posts: 9227
Sterne: 2930
Wohnort: Saarland, Deutschland und die Welt

Re: Tipps: NiMH-Ladegerät, Akkus, Ladeverfahren,Akku auffrischen

Beitrag am Di, 21.04.09, 16:14 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Klasse Beitrag.
Außerdem mir unverständlich: beim ENTladen wird immer nur mit dem halben Ladestrom, d.h. max. 350 mA entladen --- das ist eigenartig und IMHO unnötig, denn im normalen DigiCam-Einsatz muss eine Mignon-Zelle ca. 1,4 Ampere abgeben

Aus diesem Grunde habe ich mir eine separate Entladeschaltung (HET20) gekauft. Die zieht bis zu einstellbaren 20A aus den Zellen.
So kann man sehr schön sehen wie auch der Innenwiderstand der Zellen den Spannungsverlauf und damit die Nutzbarkeit in Geräten beeinflußt.
Radio und Uhr sind da genügsam, Kamera und Co. eher nicht.
Es hat doch sicher schon jeder mal seine super duper Zellen einige Wochen liegen gelassen und dann nach Entladen/Laden festgestellt: die taugen nix mehr. Aber es gibt ja zumindest einige Hersteller die ihre Hausaufgaben auch machen.
obod0002
 
Posts: 12
Sterne: 7

Re: Tipps: NiMH-Ladegerät, Akkus, Ladeverfahren,Akku auffrischen

Beitrag am Do, 23.04.09, 13:04 (0 Bewertungen, 5 Sterne)

  •  
  •  
  •  
Mit eneloop-Zellen ist das liegenlassen ja nun zum Glück kein Problem mehr!
Das hat auch nichts mit Innenwiderstand, sondern nur mit der Selbstentladung herkömmlicher NiMH-Akkus zu tun.

Letztens getestet: noch nie benutzte, aber ca. 12-14 Monate herumliegende eneloop-Zellen: knapp über 2000 mAh (1800 mAh sind garantiertes Minimum, 2000 mAh steht drauf). Wohlegemerkt: OHNE Refresh, nur 1x aufgeladen und mit Kapazitätsmessung entladen! Das gleiche Ergebnis bei im ca. gleichen Zeitraum ca. 20-35 mal in einer DigiCam benutzten Eneloop-Zellen.

Dagegen 3200 mAh-Zellen von Max Cell (von meiner Freundin bei eBay gekauft), die wurden zuletzt vor ca. 14 Monaten benutzt, da aber nur 3 oder 4 Mal, dann vor ein paar Tagen Refresh: zwischen 580 und 890 mAh!

Eneloop rulez, würde ich mal sagen! 8)
Benutzeravatar
CRI 93+ / Ra 93+
 
Posts: 2803
Sterne: 1683
Wohnort: Hannover


Zurück zu Produktfragen

Wer ist online?

Mitglieder: Bing [Bot], Google [Bot], Yahoo [Bot]